Winterthur

Ein Dampflökeli auf dem Weg zurück zum Geburtsort

Die Rangierlok E2/2, die normalerweise beim Dampfzentrum in der Halle 181 steht, ist diese Woche in die Sulzer-Halle 1013 gebracht worden. Genau da war sie 110 Jahre zuvor montiert worden.

Zurück zum Ursprung: die kleine Dampflok wird in ihre Geburtshalle transportiert.

Zurück zum Ursprung: die kleine Dampflok wird in ihre Geburtshalle transportiert.

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Fahrtüchtig ist die kleine Dampflok derzeit nicht, sie musste diese kurze Reise auf dem Tieflader und am Kran absolvieren. Weit wars nicht von der einen Sulzer-Halle in die andere, kaum hundert Meter Luftlinie liegen dazwischen. Und es ist eine Gegend, die der Dampflok, wenn sie denn denken und sich erinnern könnte, nicht unbekannt sein dürfte. 1907 war die E2/2 von den Arbeitern der SLM erbaut worden in just jener Montagehalle, in der sie jetzt wieder steht.

Dann war sie ein Arbeitsleben lang bis 1971 als Sulzer-Werklok im Einsatz, wurde auf den Rangierbahnhof Limmattal in Pension gebracht und wechselte 1997 zum Dampfbahnverein Zürcher Oberland, wo sie aber nie mehr dampfte, sondern zum reinen Denkmalobjekt degadiert wurde.

«Es müsste viel Arbeit geleistet werden, um sie wieder in gang zu bringen»

Ihr Zustand wird von den Fachleuten des Dampfzentrums Winterthur, wo sie seit 2012 eine Bleibe hat, als «optisch aufgearbeitet» bezeichnet. «Der Kessel ist bei weitem nicht betriebsbereit, und auch bei den Sicherheitsaspekten müsste viel Arbeit geleistet werden, um sie wieder in gang zu bringen», sagt Robert Notz, Präsident des Dampfzentrums.

Notz, der von 1962 bis 66 bei Sulzer die Lehre als Maschinenschlosser machte, erinnert sich noch daran, wie die E2/2 damals durchs Fabrikareal dampfte. Nun wollen er und seine Kollegen vom Dampfzentrum wieder tüchtig Hand anlegen. «Ein Bijou soll die Lok werden», verspricht Notz.

Restaurieren vor Publikum

Die Restaurationsarbeiten werden hauptsächlich den Sommer über stattfinden, wenn es wärmer ist in der Halle als heute, ein Teil der Werkstatt wird indes bereits diese Woche gezügelt. Später wird man dem Team bei der Arbeit zuschauen können im Rahmen einer Ausstellung, die von Mai bis September geplant ist und den Wandel der Arbeitswelt thematisiert.

«Museum schaffen» heisst der organisierende Verein, der eng mit der Historischen Gesellschaft Winterthur verbunden ist. Wenn alles nach Plan läuft, wird für diesen Sommer auch eine alte, teilweise bei Sulzer gebaute 3-Zylinder-Dampfmaschine wieder fit gemacht, die bis 1982 im ETH-Maschinenlabor in Zürich zu Studienzwecken lief.

(Der Landbote)

Erstellt: 05.12.2017, 17:21 Uhr

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