Winterthur

Ein Gewusel aus grellen Farben und fliegenden Spielzeugen

Ganz verschiedene Typen tollen im neuen «Skills Park» herum. Szenekenner, aber auch Laien und Familien. Sie finden gut aneinander vorbei und kommen sich nur selten in die Quere.

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Die lockig-blauen Haare kleben Nils Bhend im Gesicht. Im neuen Winterthurer «Skills Park» ist er einer der einzigen, der Inline-Rollschuhe fährt. Nach einem missratenen Salto haut er wütend in das Luftkissen, auf dem er landet. Später wird er dieses Kunststück sicher stehen. «Mit fünf Jahren hat mich mein Vater zum Inlineskaten mitgenommen, so kam ich dazu. Einen vergleichbare Anlage wie hier gibt es in der Schweiz nicht», sagt der 15jährige Schüler aus Pfäffikon. Er ist bereits zum siebten Mal im «Skills Park», heute alleine, weil sein bester Kollege arbeiten muss. Unten an der Schanze beobachten eine Mutter und ihr Sohn den Sprung von Nils Bhend. Sie fragt den Kleinen, ob er sich diesem Hindernis wirklich auch gewachsen fühle. Er bejaht.

Bis zu 1000 Besucher am Tag

Der Andrang in der Freizeithalle ist gross. Vor Weihnachten eröffnet, hat sie an einigen Tagen bis zu 1000 Personen angezogen. «950 dürfen gleichzeitig in der Halle sein», sagt Marlies Kramer. Sie ist die Mutter des Gründers Roger Rinderknecht, und hilft aus, wo es sie braucht. Am Empfang bildet sich eine Warteschlange: Junge Erwachsene in trendigleuchtenden Kleidern, daneben Familien mit staunenden Kindern. Das frische Team sei gefordert, sagt Marlies Kramer. «Weil heute jemand krank ist, erst recht.» Sie sei überrascht gewesen, dass es schon von Anfang an schon so gut läuft. «Wir freuen uns, ein Bedürfnis abdecken zu können», sagt sie und eilt zurück zur Kasse.

Auch ein Skipisten-Ersatz

Die Kollegen Valentin Morel und Maé Biedermann sind extra aus der Romandie angereist. Schon um sieben Uhr sind sie mit dem Zug in Bulle und Delémont losgefahren. Jetzt sind sie hungrig und erkundigen sich nach dem nächsten «McDonald’s». «Wir machen auf dem Trampolin Trockenübungen fürs Freestyle-Skifahren», sagen sie. Wo sie wohnen, gäbe es nichts Ähnliches. «Und auf den Pisten hat es nur wenig Schnee». Die Winterthurer Pisten bestehen aus Holz- und Metallelementen. Das Bistro mit Trinkwasser-Brunnen und Gratis-Sirup ist moderner als manche Skihütte. Und fehlender Schnee stört eben so wenig wie schlechtes Wetter.

Sascha Nafz liebäugelt mit der grossen Velo-Pipe. «Die kleine Strecke ist mir fast zu einfach, der grossen zolle ich Respekt», sagt der Aargauer mit regenbogenfarbigen Hosen und Rosschwanz. Er sei mit seinem Sohn und dessen Kumpel hier, sei aber auch selbst sehr interessiert. «Mein Sohn dachte, die Halle sei noch grösser. Aber das meinen kleine Jungs ja immer», sagt er. Bis zum Nachmittag werde sich die Meinung seines Sohnes bestimmt noch ändern. Den Eintrittspreis - 15 Franken pro Kind, 23 für Erwachsene, dazu allenfalls Miete für Sportgeräte - findet er gerechtfertigt: «Eine Skitageskarte ist ja noch viel teurer.»

Dem Park ein Video gewidmet

Auch im Netz schlägt der «Skills Park» grosse Wellen. In den sozialen Netzwerken gibt es viel Lob. «Die beste Anlage in Europa», «so gross, dass man gar nicht alles testen kann» und beiläufig «die Dame am Empfang war etwas gestresst», sind nur einige Kommentare. Auf Youtube findet sich ein Video des deutschen Bikers Malik Haase.

In der Nähe von Stuttgart befreit er die Frontscheibe seines Autos vom Eis, lädt Fahrrad und Kollegen ein und donnert mit ihnen nach Winterthur und über den Lagerplatz. Dann dokumentiert er seinen Tag in der neuen Halle - Sprünge, Spass und Stürze. (Der Landbote)

Erstellt: 04.01.2017, 18:56 Uhr

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