Winterthur

Ein Holzbau und ein 50-Meter-Turm

Die letzte umzunutzende Fläche auf dem früheren Sulzer-Areal Stadtmitte nimmt weiter Gestalt an. Am Montag hat die Baufirma Implenia die Siegerprojekte aus zwei parallel geführten Architekturwettbewerben vorgestellt.

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Sie haben lustige Namen, die Gebäude, welche die Baufirma Implenia auf dem früheren Sulzer-Areal Werk 1 im nächsten Jahrzehnt bauen will. Bereits am Entstehen ist das Haus «Krokodil», ein Ringbau mit knapp 200 Genossenschafts- und über 50 Eigentumswohnungen gegen die Jägerstrasse hin. Nun kommen zwei weitere Projekte mit plastischen Namen hinzu.

Erstens das Eckgebäude an der Zürcherstrasse, genannt «Elefant». Und zweitens die zusammenhängenden Gebäude «Big Boy» und «Tender» – zu Deutsch etwa: dicker Junge und Begleitschiff. Für beide Baufelder hatte Implenia je sechs Architekturbüros zu einem Wettbewerb eingeladen. Die Sieger die Baufirma gestern am Abend in feierlichem Rahmen bekannt. Schon 2022 sollen die Gebäude bezugsbereit sein.

Zwei neue Hochhäuser

Mit «Big Boy» und «Tender» entstehen die ersten Hochhäuser auf dem Areal. In ihren Ausmassen sind sie mit 50 respektive 35 Metern aber noch relativ bescheiden. Das anspruchsvollste Bauvorhaben, das bis zu 100 Meter hohe Hochhaus mit dem sinnfälligen Namen «Rocket», steht an letzter Stelle in der Planung.

Das kleinere Hochhaus «Big Boy» umfasst nebst dem Erdgeschoss 15 weitere Geschosse, «Tender» deren 10. Der Verbindungsbau dazwischen wird mit einem Erdgeschoss und fünf weiteren Geschossen ausgeführt. Der Gebäudesockel soll jeweils gewerblich genutzt werden. Darüber werden Wohnungen eingebaut, einige mit «attraktiver Weitsicht», wie der Baukonzern bereits heute herausstreicht.

Im Wettbewerb um «Big Boy» und «Tender» hat sich der Entwurf des Zürcher Büros EM2N Architekten durchgesetzt, der laut Jurybericht,«die atmosphärische Stimmung des ehemaligen Industrieareals wiederzugeben und mit aktuellen Konstruktionen abzubilden» vermag. Gleichzeitig wirkten die Gebäude nicht «historisierend», sondern würden auch ihre neue Nutzung, das Wohnen, angemessen zum Ausdruck bringen.

Prägend fürs Erscheinungsbild ist, dass das Projekt das Erdgeschoss und das erste Obergeschoss optisch zusammenfasst und damit eine Überhöhe schafft, wie sie auch auf dem Industrieareal erlebbar war. Auch die Fassadenmaterialien, Backstein und Stahlbeton, sollen das Industriethema aufgreifen. Nachbesserungen empfiehlt die Jury bei den Wohnungsgrundrissen: Noch gebe es im eingereichten Projekt etwa zu viele Küchen in «unterbelichteten Nischen».

Interessant findet die Jury dagegen den Vorschlag, auf dem Dach des Verbindungsbaus einen Garten mit Pergola einzurichten. Das sei aber nur möglich, wenn die Energievorgaben den Verzicht auf eine Solaranlage erlaubten.

Büros für Google und Co.

Etwas gewagter als die Wohnhochhäuser, mutet das Siegerprojekt für das Bürohaus «Elefant» der Weberbrunner Architekten AG aus Zürich an. Diese planen ihren optisch an Werkhallen angelehnten Neubau als nachhaltige Holzkonstruktion mit eingehängten Deckenelementen. Der Clou: Durch eine Glasfassade wird die Konstruktion auch von aussen ersichtlich.

In einem Teil des Gebäudes werden Geschossdecken ausgelassen. Damit entstehen grosszügige überhohe Büros, mit einem spektakulären Blick auf die benachbarten, geschützten Industriefassaden. Die Verfasser hätten sich intensiv mit den künftigen Arbeitsplatz-Welten auseinandergesetzt, schreibt die Jury dazu in ihrem Bericht. Die zweigeschossigen Büros böten Raum «für Firmen, wo Innovation und Kreativität an erster Stelle steht».

Ankermieter im Haus «Elefant» wird mit der Swica aber ein eher traditionell operierendes Unternehmen. Die Winterthurer Krankenkasse wird rund die Hälfte der Flächen im Bürogebäude mieten.

In einigen Details übt die Jury auch Kritik am Bericht. So sei dem Wärmeeintrag, also dem Umstand, dass sich das Gebäude erheblich aufheizen dürfte, zu wenig Rechnung getragen worden. Ausserdem lasse die Anordnung der Baumgruppen im Aussenraum keine «atmosphärischen Absichten» erkennen. Ansprechend findet die Jury hingegen die Idee, statt einer 20 Meter langen Velorampe, einen Velolift einzubauen, das biete einen deutlich erkennbaren räumlichen Mehrwert. (Landbote)

Erstellt: 20.08.2018, 16:44 Uhr

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