Winterthur

Ein KSW-Chefarzt, der «Pfadfinder» ausbilden will

Der neue Direktor des Departements Medizin macht in Deutschland mit innovativer Geriatrie-Forschung von sich reden.

Cornel Sieber, der neue Leiter des KSW-Departements Medizin.

Cornel Sieber, der neue Leiter des KSW-Departements Medizin.

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Das Kantonsspital Winterthur hat für sein medizinisches Departement, gemessen an der Bettenzahl eines der grössten der Schweiz, einen neuen Direktor und Chefarzt ernannt. Die Nachfolge von Peter Ballmer tritt in diesen Tagen Cornel Sieber an, 59-jährig und in Basel geboren.

Sieber kann auf eine lange Karriere in der inneren Medizin und insbesondere in der Geriatrie zurückblicken. Bis vor kurzem war er Chefarzt in Regensburg und leitete das «Institut für Biomedizin des Alterns». Laut einer Mitteilung des KSW soll Sieber in Winterthur insbesondere die Altersmedizin weiter ausbauen. Dies auch «vernetzt mit Partnern in der Region».

Dank Pfadfindern länger Zuhause

Für Aufmerksamkeit sorgte Sieber in Deutschland mit dem von ihm mitentwickelten Forschungsprogramm TIGER (Transsektorales Interventionsprogramm zur Verbesserung der Geriatrischen Versorgung).

Der Hintergrund: Werden ältere Menschen nach einem Spital-Aufenthalt nach Hause geschickt, kommen viele von ihnen rasch wieder zurück: Sei es wegen einem Sturz, einer Wund-Infektion oder schlicht unpassender Ernährung.

Werden ältere Menschen nach einem Spital-Aufenthalt nach Hause geschickt, kommen viele von ihnen rasch wieder zurück.

Um solche kostspieligen Mehrfach-Aufenthalte im Spital zu reduzieren, setzt das Projekt TIGER auf sogenannte Pfadfinder. Dabei handelt es sich nicht um traditionelles Spitex-Personal, sondern um speziell geschulte Pflegewissenschaftler mit dem Schwerpunkt Geriatrie, die als Bindeglied zwischen dem Spital und den nach Hause zurückgekehrten älteren Patienten fungieren.

Schon während dem Spitalaufenthalt beraten sie Betroffene und Angehörige und bereiten die Entlassung vor, zudem planen sie weiterführende Therapien. Nach der Entlassung besuchen sie die Patienten regelmässig Zuhause, und behalten dabei immer auch den Kontakt zu Chefärzten und Pflegenden im Spital.

Ob dank den Pfadfindern gesundheitliche Folgeprobleme gemindert und die Wiederaufnahmerate gesenkt werden kann, wird derzeit in Bayern getestet. Von einem deutschen Bundesausschuss erhielt das Projekt 3,7 Millionen Euro Fördergelder.

Erst nach Ende der Forschung und einer möglichen Adaptation in Deutschland will man sich beim KSW dazu äussern, ob das Modell allenfalls auch etwas für Winterthur ist. Den Experten hätte man mit Cornel Sieber schon mal hier.

Erstellt: 08.03.2019, 13:18 Uhr

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