Winterthur

«Ein menschlicher Fehler»

Stadtschreiber Ansgar Simon erklärt, wie es zur Wahlpanne kommen konnte und warum er glaubt, dass nun alles stimmt.

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Herr Simon, was genau ist da schiefgelaufen?
Ansgar Simon: Die unveränderten Gemeinderatslisten im Wahlkreis Wülflingen wurden zwar gezählt, aber nicht im System erfasst.

Das sind ungefähr etwa die Hälfte aller Wülflinger Stimmen - warum ist niemandem aufgefallen, dass die Wahlbeteiligung nur halb so hoch war, wie zu erwarten?
Ihre Frage ist berechtigt. Es handelt sich um total 1951 Wahlzettel. Immerhin, es ist uns noch aufgefallen, wenn auch spät.

Wann?
Am Mittwoch. Im Nachgang zu Wahlen und Abstimmungen werden jeweils eine Reihe von Kontroll- und Aufbereitungsvorgängen durchgeführt, bevor die offiziellen Resultate publiziert werden. Da wurde die Auffälligkeit bemerkt.

Wo ist der Fehler passiert, in Wülflingen oder in der Zentrale?
Die Hauptverantwortung liegt beim Wahlbüro Wülflingen. Natürlich tragen wir eine gewisse Mitverantwortung.

Wie kann es sein, dass man im System Null einträgt und es keine Fehlermeldung gibt?
Im System Wabsti, das im ganzen Kanton verwendet wird, gibt es eine Reihe von technischen Überprüfungsfunktionen. Ausgerechnet bei den Feldern für die Erfassung der unveränderten Wahlzettel gibt es diese allerdings nicht.

«Natürlich tragen wir eine gewisse Mitverantwortung.»Ansgar Simon

Die BDP sagt, sie habe am Montag bei der Stadtkanzlei reklamiert, dass etwas nicht stimmen könne, sei aber abgewiegelt worden.
Da ging es um eine Frage der Berechnungsmethode. Diese haben wir am Sonntag entgegen der Befürchtung der BDP korrekt angewandt. Allerdings auf einer fehlerhaften Zahlengrundlage.

Die Stadtratswahlen sind nicht betroffen?
Nein.

Welche Konsequenzen zieht die Stadt daraus?
Wir werden die Schulung der Wahlbüros sowie die internen Kontrollen verbessern und auch prüfen, ob es Möglichkeiten für technische Verbesserungen gibt.

Zum Beispiel Fehlermeldungen bei leeren Feldern?
Zum Beispiel.

Die Frage aller Fragen: Stimmt denn jetzt alles?
Ja, da bin ich sicher. Wir sind nochmals aufs Grundmaterial zurück und wissen es jetzt genau. Eine Neuauszählung ist nicht nötig.

Aber womöglich eine Wiederholung? Bereits vor den Wahlen gab es ja Probleme, weil fehlerhafte Wahlcouverts verschickt wurden.
Ob eine Stimmrechtsbeschwerde droht, kann ich nicht abschätzen. Man muss diese Vorgänge aber auseinanderhalten. Bei den Wahlcouverts liegt ein technischer Fehler zugrunde. Bei der Auszählung geht es um einen bedauerlichen menschlichen Fehler, wie man ihn nie ganz ausschliessen kann. (landbote.ch)

Erstellt: 08.03.2018, 15:34 Uhr

Ansgar Simon, Stadtschreiber Winterthur (Bild: Johanna Bossart)

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