Reitweg

Ein Quartier-(Abstell)-Pétanque-Platz

Der Viehmarkt öffnet sich zum Quartier hin, ein schmaler Streifen davon soll zum Treffpunkt mit Grillstelle werden. Der Quartierverein und die Stadt haben sich auf eine Light-Variante geeinigt.

Die Stühle deuten an, was der Viehmarktplatz bald werden soll: Ein Quartiertreffpunkt mit Bocciabahn und Grillstelle entlang des Reitwegs.

Die Stühle deuten an, was der Viehmarktplatz bald werden soll: Ein Quartiertreffpunkt mit Bocciabahn und Grillstelle entlang des Reitwegs. Bild: Madeleine Schoder

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Vieh wird auf dem Viehmarktplatz längst keines mehr gehandelt. Der rund 3000 Quadratmeter grosse, von Platanen und Rosskastanien gesäumte Platz ist eine schattige Anlage inmitten des Quartiers Wildbach-Langgasse. Dort lernen die Kinder Velofahren, dort wird auf dem kleinen Rasen nebenan Fussball gespielt , dort lädt der Quartierverein Wildbach-Langgasse einmal pro Jahr das Theater Winterthur für ein Gastspiel ein und dort stellen Zirkusse und Marktfahrer ihre Wagen ab. Eingegattert und mit der Schranke gegen Wildparkierern wirkte der Platz in den letzten Jahren allerdings kaum mehr einladend. Mit einer neue Nutzungs- und Gebührenordnung für die Plätze Reitweg, Teuchelweiher und Reitweg (siehe grosse Info-Box) wollte der Stadtrat Klarheit schaffen. Sie trat letzten Juni in Kraft, mit mehrmonatiger Verzögerung.

Der Quartierverein war in mehreren Punkten nicht einverstanden und rekurrierte – mit Erfolg. Die strittigen Punkte wurden in der Folge bereinigt: So gilt auf dem Viehmarktplatz nun etwa doch kein allgemeines Fahrverbot, Velo- und Skateboard-Fahrer dürfen üben und passieren, und für die Vermietung des Platzes ist nicht der Quartierverein, sondern sind die Betreiber der Mehrzweckanlage Teuchelweiher zuständig.

Feuerschale mit Betonteilen

Erreicht hat man auch, dass der Viehmarkt sich als möglicher Treffpunkt wieder etwas mehr zur Siedlung hin öffnet. Quartierverein, Stadtgrün Winterthur und die städtische Quartierentwicklung sassen zusammen und loteten aus, was möglich ist, um den Viehmarkt etwas aufzuwerten. Herausgekommen ist eine Schmalspur-Variante, mit der alle leben können: Einem Streifen entlang des Reitwegs (siehe Bild) werden um eine neue Grillstelle eine Feuerschale und Betonelemente platziert, und in der Verlängerung die Parkfelder mit Kies aufgefüllt für ein Pétanque-Feld. Gestern wurden die Anwohner per Flugblatt informiert. Bereits aufgestellt sind zwei neue Fussballtore auf und über den Platz verteilen sich lose gruppierte Stühle. Ende September soll alles fertig sein.

Bei der Stadt sei man zwar lange hingehalten worden, sagt Theres Kunz vom Quartierverein. Aber: «Was wir beantragt haben, wurde bewilligt. Wir sind soweit zufrieden.» Die Kosten von rund 20 000 Franken teilen sich Stadt und Quartierverein.

Baulandreserve «Viehmarkt»

Damit, dass man den Platz grosszügig neu gestalten und umnutzen würde, sei nie zu rechnen gewesen. «Irgendwann wird hier sowieso gebaut», glaubt Kunz. Tatsächlich ist der der Viehmarktplatz in einer viergeschossigen Wohnzone mit Gewerbeerleichterung gelegen. Er gehört zu den Baulandreserven der Stadt. «In den nächsten fünf Jahren wird hier nicht gebaut. Es ist nichts in Planung», versichert Erich Dürig, der Leiter Immobilien. Vorerst bleibe der Viehmarkt mit seinen 100 Parkplätzen eine unverzichtbare Abstellfläche, wenn auf dem Teuchelweiherplatz grosse Veranstalter wie «Das Zelt» oder der «Zirkus Knie» gastieren. (Der Landbote)

Erstellt: 15.08.2018, 17:06 Uhr

Aufgefallen I

Telefonkabinen haben ausgedient, sie verschwinden allmählich aus dem Stadtbild. Beim Viehmarktplatz ist es umgekehrt. Dort wird alsbald eine aufgestellt, wo nie eine war.

Als Büchertauschbörse soll sie helfen, den Platz etwas zu beleben. Die Kabine wurde nicht etwa gezügelt, sondern der Swisscom abgekauft. «Offenbar war es die letzte überhaupt», sagt Gabriela Meier von der städtischen Quartierentwicklung.

Aufgefallen II

Der Quartierverein zog seine Rekurse zurück, nachdem die Stadt in Gesprächen versichert hatte, einzelne Punkte wie das allgemeine Fahrverbot in der neuen Nutzungs- und Gebührenordnung für die drei Plätze zu bereinigen.

Doch ein Jahr nach Inkrafttreten ist online nach wie vor die alter Version aufgeschaltet. Man aktualisiere diese bald, heisst es bei der Verwaltung. «Eine Frage der Ressourcen.» Doch gelte das vereinbarte Regime.

Neue Nutzungs- und Gebührenverordnung

Mit dem Bau des Parkhauses Teuchelweiher verpflichtete sich der Stadtrat für die Plätze Teuchelweiher, Reitweg und Viehmarkt eine Verordnung zu erlassen, die regelt, wer die Plätze zu welchen Konditionen benutzen darf.

Zum Beispiel sind die Plätze an 100 Tagen im Jahr ganz frei zu halten, 20 davon am Wochenende. Am Abend dürfen sie in der Regel nur bis 22 Uhr genutzt werden. Der Teuchelweiher gilt als «innerstädtischer Zirkusplatz», der Viehmarktplatz als «öffentlicher Freiraum» für die Bevölkerung, der für Veranstaltungen gemietet werden kann. 30 Tage/Jahr dürfen dort Fahrende rasten («Zigeunerkultur»).

Der grösste Teil davon ist nach wie vor als Abstellplatz für Zirkusfahrzeuge, die Armee, Marktfahrer oder Eventveranstalter vorgesehen, deren Fahrzeuge zu gross fürs Teuchelweiherparkhaus sind. Die neue Verordnung trat im Juni 2017 in Kraft.

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