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Ein «sehr stark tonhaltiger» Spielplatz

Die Eröffnung des von der Stadt finanzierten Abenteuerspielplatzes beim Schützenweiher kommt ein Jahr später als geplant. Noch sind Rekurse möglich, wegen kritischer Anwohner wurde nun ein Lärmgutachten erstellt.

Der neue Abenteuerspielplatz beim Schützenweiher soll nach dem Vorbild des «Holzwurms» in Uster gebaut und betrieben werden.
Der neue Abenteuerspielplatz beim Schützenweiher soll nach dem Vorbild des «Holzwurms» in Uster gebaut und betrieben werden.
Archiv, zvg

Frühestens im Sommer 2018 spielen und hämmern Kinder und Erwachsene beim Schützenweiher auf dem ersten Winterthurer Abenteuerspielplatz – sofern alles nach dem Willen der Projektinitianten und des Stadtrats geht. Letzterer unterstützt das Projekt mit 420 000 Franken.

Der eingezäunte, kostenpflichtige und beaufsichtigte Spielplatz sollte sich eigentlich bereits im Bau befinden, doch entgegen den Prognosen liegt nun erst das Baugesuch bei der Stadt öffentlich auf. Noch bis am 23. Februar erhalten Interessierte Einblick und sind Rekurse dagegen möglich.

Bereits vor einem Jahr, als der Stadtrat seine Unterstützung zugesagt hatte, formierten sich Gegner des Abenteuerspielplatzes. Mehrere direkte Anwohner der bisher brachliegenden Wiese fürchten die neue «Lärmquelle» im Naherholungsgebiet.

Wie laut werden sie hämmern?

Wegen dieser Bedenken liegt dem Baugesuch auch ein Lärmgutachten bei. Eine Bauphysikfirma simulierte im Auftrag der Projektinitianten verschiedene Lärmszenarien. Dabei ging es nicht primär um Kindergeschrei, sondern um die handwerklichen Arbeiten, die zum Konzept des Abenteuerspielplatzes gehören: Mit Hammer und Säge sollen beispielsweise Holzbuden gebaut und der Platz stetig erweitert werden.

Die Bauphysiker haben zwei Szenarien ermittelt: einmal nach dem ursprünglichen Plan der Initianten und einmal mit der Simulation eines Erdwalls, der die lärmintensiven Arbeiten abdämpfen soll. Das Resultat: Ohne Erdwall beträgt der Lärmpegel bis zu 60 Dezibel, mit Erdwall nur noch bis zu 57 Dezibel. Der «Charakter» des Lärms wird im Gutachten als «sehr stark tonhaltig» beschrieben.

Das Resultat verglichen die Bauphysiker mit der Lärmschutzverordnung bei Industrie- und Gewerbebauten. Dort liegt der Emissionsgrenzwert tagsüber bei 55 Dezibel: Was lauter ist, kann als störend gelten und muss von der Stadtverwaltung speziell angeschaut und bewilligt werden.

Ob eine Abklärung auch beim Abenteuerspielplatz nötig wird, hängt wohl von einem allfälligen Rekurs ab. Denn die Spielplatzgeräusche gelten nicht als Industrie-, sondern als Alltagslärm – und für diesen gibt es keine klar festgeschriebenen Grenzwerte.

90 Franken pro Kind

Mitinitiatorin Sandra Brülisauer hofft, dass es mit dem Spielplatz nun rasch und ohne Rekurse weitergeht. «Man wird die Kinder spielen hören», sagt Brülisauer zur Lärmthematik. «Aber wir werden den Lärm so tief wie möglich halten, und gewerkelt wird auch nur am Morgen und am Nachmittag.» Brülisauer hat mit den Nachbarn mehrere Gespräche geführt.

Der Abenteuerspielplatz wird in den ersten zwei Jahren nach Eröffnung als Testbetrieb geführt und soll so schnell wie möglich selbsttragend werden. Pro Kind wird ein Mitgliederbeitrag von 90 Franken pro Jahr fällig, die Eltern sollen zudem acht Stunden Gratisarbeit leisten. Zwei Personen werden für die Betreuung der Kinder angestellt: Sie arbeiten während der Sommermonate je 50 Prozent und im Winter je 15 Prozent. Ob die Nachfrage da ist, um diese Löhne zu bezahlen? Die Initianten sind sich sicher und nennen in einem Projektbeschrieb ein «Potenzial von über 10 000 Winterthurer Kindern und Jugendlichen zwischen vier und 14 Jahren».

Mehr Geld vom Stadtrat soll es jedenfalls nicht geben. Stadtpräsident Michael Künzle (CVP) hatte das stets betont, denn schon die Grundfinanzierung von 420 000 Franken hatte teils für Kritik gesorgt: Das Geld stammt aus dem Luciak-Fonds, einem Nachlass, der für Velthemer Projekte verwendet werden muss. Einige hätten das Geld gerneanders eingesetzt.

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