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Ein Verleger fährt mit Blaulicht

Guido Blumer, ­ehemaliger Herausgeber des Winterthurer «Stadtblatts», hat ein Buch geschrieben. Es ist so persönlich wie ­verwirrend.

Guido Blumer war für seinen Roman mehrere Hundert Stunden mit der Stadtpolizei auf Recherche, meist im Patrouillenwagen 206.
Guido Blumer war für seinen Roman mehrere Hundert Stunden mit der Stadtpolizei auf Recherche, meist im Patrouillenwagen 206.
Heinz Diener

Es ist ein Stück Winterthurer Mediengeschichte: der Untergang der Zeitung «Stadtblatt» im Jahr 2008. Die Zeitung, die zuletzt als Gratissonntagszeitung erschien, hatte eine über hundertjährige Tradition. Ihre Geschichte ging auf die «Winterthurer Arbeiterzeitung» zurück, die seit 1903 als sozialdemokratisches Meinungsblatt erschien. Für Guido Blumer, während über 30 Jahren Herausgeber und Chefredaktor des «Stadtblatts», war es 2008 ein Ende mit Schrecken. Diese Erfahrung hat er nun literarisch verarbeitet, in einem Roman mit dem Titel «Zum letzten Durst», der kürzlich erschienen ist. Darin erfährt man Details zum damaligen Zeitungsuntergang. Etwa, dass am Schluss unbezahlte Rechnungen von einer halben Million Franken übrig blieben. Oder dass Blumer selbst beim Konkurs mit Ausnahme des Wohnungsmobiliars alle monetären Werte verlor. Klar wird auch, dass ihn das Aus der Zeitung persönlich getroffen hat.

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