Wahlen

«Eine geballte Ladung Orange»

Die CVP möchte im Stadtrat keinen Wechsel und mehr Sitze im Parlament. Am Donnerstag hat sie diese Ziele ­formuliert und ihr Image als Familienpartei auf ganz ­eigene Weise untermauert.

«Diese Regierung hat enorm viel geleistet und aufgegleist», sagt Stadtpräsident Michael Künzle.

«Diese Regierung hat enorm viel geleistet und aufgegleist», sagt Stadtpräsident Michael Künzle. Bild: Madeleine Schoder

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60 verschiedene Namen stehen auf den 60 Zeilen der CVP-Gemeinderatsliste. Man sei stolz darauf, als kleine Partei ein so breites Spektrum an Kandidierenden präsentieren zu können, hiess es am Donnerstag an einer Medienkoferenz im Kunstmuseum. «Die Jüngste ist 18, der Älteste ist 72, und 32 von 60 sind Frauen», sagte André Zuraikat, der selber an aussichtsreicher vierter Stelle steht hinter drei Bisherigen. Vier Sitze eroberte die CVP vor vier Jahren. Dann waren es plötzlich nur noch drei, weil Franco Albanese zur SVP wechselte. Und nun heisst das Wahlziel fünf Sitze. Woher kommt die Zuversicht? Eben zum Beispiel daher, sagte Parteipräsident und Gemeinderat Andreas Geering, dass es gelungen sei, 60 Personen zu rekrutieren. Man habe Zuwachs in der Partei, und Versammlungen seien besser besucht als auch schon. Und was auch wichtig ist: Die CVP macht ihrem Ruf als Familienpartei alle Ehre. Bei keiner anderen Partei sind so viele Kinder von amtierenden oder ehemaligen Politikern engagiert. Auf der Gemeinderatsliste kandidieren Kinder von Künzle, von Geering, auch von Fraktionschefin Iris Kuster sowie eines ehemaligen Gemeinderats. Die Jungen bringen auch Positionen in die CVP, welche die Väter und Mütter nicht mittragen: Eine Mehrheit der jungen CVP Winterthur würde es be­grüssen, wenn der Cannabis-Konsum ab 18 Jahren legal wäre.

Zu den Jungen gehört die 24-jährige Studentin und JCVP-Präsidentin Bettina Schnider, die Nummer 5 auf der Liste. Sie ist bereits jetzt Mitglied der Sozialhilfebehörde und sagt, sie habe dadurch Einblick und Verständnis für die Probleme in der Sozialpolitik gewonnen: «Die Gemeinde zahlt und führt viel aus.»

Künzle will Soziallastensplit

An dieser Stelle ist der Auftritt des Stadtpräsidenten an der Medienkonferenz zu erwähnen. Er sagte, die Stadt sei «gut unterwegs», er erwarte einen «sehr guten Abschluss für 2017» und auch das Budget 2018 sehe gut aus. 2019 hingegen sei noch wolkig: «Wir wollen einen neuen fairen Soziallastenausgleich im Kanton Zürich. Diese Forderung ist legitim, und es sieht recht gut aus.»

Des weiteren verwies Künzle auf manches, was er und der Stadtrat in den letzten vier Jahren erreicht hätten: «Diese Regierung nahm nach Jahrzehnten des Zuwartens das neue Polizeigebäude an die Hand und brachte es durch beim Volk.» Er und sein Team hätten «das Museumskonzept, das es rudimentär gab, überarbeitet und umgesetzt» und das House of Winterthur begründet. «Diese Regierung hat enorm viel geleistet und aufgegleist», sagte Künzle, er sehe «keinen Grund, deren Zusammensetzung zu ändern».

«Eine geballte Ladung Orange», so Künzle, präsentiere die CVP. Punkte aus dem Parteiprogramm sind: Eine Stadtbahn auf SBB-Gleisen zwischen den Quartierbahnhöfen; alternative Energieanlagen hier, nicht in der Nordsee; «mehr Ruhe und Qualität in den Volksschulklassen»; Parkplätze für Arbeitsplätze; keine Erhöhung von Steuern und Gebühren: mehr Polizeipräsenz an Bahnhöfen, mehr Licht an dunklen Strassen und Plätzen. (mgm)

Erstellt: 11.01.2018, 16:00 Uhr

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