Winterthur

Eine lange Liste von Kriterien, die beim Kochen für die Horte gelten

Politiker verschiedener Couleur wollen sicher sein, dass in der schulergänzenden Betreuung gesunde und fair produzierte Lebensmittel auf den Tisch kommen. Jetzt legt der Stadtrat die Kriterien vor, die Köche erfüllen müssen: Fleisch gibts nicht täglich.

Das Kochen und Liefern der Mahlzeiten wird neu vergeben.

Das Kochen und Liefern der Mahlzeiten wird neu vergeben. Bild: Marc Dahinden

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Was kommt in den Winterthurer Horten auf den Tisch? Pommes, Pizza und Spaghetti? Das was Kinder mögen? Oder das was Ernährungsexperten empfehlen?Das Anliegen von 35 Gemeinderatsmitgliedern von ganz links (AL) bis ennet der Mitte (CVP) ist, etwas sperrig formuliert, folgendes: «Ein ausgewogenes, kindergerechtes Nahrungsangebot». Ein solches biete die Stadt Bern in ihren Schulen an, Winterthur solle es Bern nun gleich tun, finden die Politiker und Politikerinnen.

Die Futterfrage ist aktuell, denn jetzt geht es um die Submission des Auftrags: Welche Firma, welcher Caterer und welcher Transporteur dürfen die Mahlzeiten kochen und liefern für die rund 1500 Kinder und Jugendlichen, die wochentags jeweils im Hort zu Mittag essen? Derzeit sind es der SV Service, der in der Grüze kocht, und Optimo, welche die Mahlzeiten in Wärmeboxen in die Schulen bringt. Der neue Vertrag wird voraussichtlich ab Mitte 2019 für fünf Jahre gelten.

Forderungen für die Vergabe

Werden Lebensmittel aus biologischer Produktion verlangt? Ist für Fleisch und Geflügel eine tiergerechte Produktion Bedingung? Haben regionale Produzenten mit kurzen Transportwegen bessere Chancen? Und ist beim Brot eine lange Ruhezeit des Teigs Voraussetzung für den Zuschlag? Das sind einige der Fragen der Politiker an die Entscheidungsgremien.

Der Stadtrat und die Zentralschulpflege präsentieren in der gemeinsamen Antwort nun einen ganzen Kriterienkatalog, worauf bei der Vergabe nebst dem Preis geachtet wird. Hier einige der wesentlichen Punkte:

Punkto Qualität seien folgende Anforderungen «klar formuliert»: keine Konservierungsstoffe, keine künstlichen Süss- und sonstigen Zusatzstoffe, nur hochwertige Öle, genau bestimmter Einsatz von jodiertem Kochsalz.

Der Anteil an Bio-Produkten (wenn möglich Schweizer Bio) muss möglichst hoch sein. Gemüse und Früchte müssen im Freien gewachsen sein oder in Gewächshäusern, die ungeheizt oder aber mit erneuerbaren Energien geheizt sind. Eine weitere Bedingung: keine Flugzeugtransporte.

Der Menüplan muss saisonal angepasst sein; es werden bei der Vergabe beispielhafte Menüpläne für den Sommer und den Winter verlangt, auch eine Ernährungsberaterin muss mitwirken. Täglich muss ein Vegi- Menü angeboten werden, und maximal drei Mal pro Woche gibts Fleisch.

Fleisch und Geflügel sind aus tierfreundlicher Haltung in der Schweiz. Bei Eiern und Milchprodukten gilt: Schweizer Produkte. Bei Fischen richtet man sich nach dem WWF-Ratgeber: Was dort mit orange oder rot eingestuft wird, kommt nicht auf den Tisch.

Wird Palmöl verwendet, dann nur solches aus nachhaltiger Produktion. Exotische Früchte, wozu auch Bananen zählen, Reis und Rohrzucker müssen zudem aus fairem Handel stammen.

Brot gehört nicht zum Lieferumfang, das kaufen die Betreuungseinrichtungen selber sein. Also können die Zuständigen darauf achten, wie lange der Teig vor dem Backen ruhen konnte.

Eine Menükommission, die eben eingesetzt wurde, wird ständig in Kontakt sein mit den Lieferanten: Sie überprüft die Menüpläne und Lieferungen stichprobenweise, sie beurteilt auch Klagen und Beanstandungen. Und, so der Stadtrat, sie soll auch die in der Submission verlangten Qualitätskriterien überprüfen.

Obs den Kindern schmeckt, ist kein offizielles Kriterium, aber das hatten die Gemeinderats-Politiker beim Stadtrat auch nicht eingefordert. (Landbote)

Erstellt: 06.12.2018, 17:26 Uhr

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