Winterthur

Eine Schule mit zwei Zeitzonen

Während des Umbaus der Kantonsschule Im Lee gelten im Berg-Campus und in der Altstadt unterschiedliche Stundenpläne. Beim Ausräumen des 90-jährigen Altbaus wurde Überraschendes gefunden.

Während der Altbau komplett saniert wird, sind die Naturwissenschaften ins Provisorium umgezogen, andere Fächer ans Obertor. Foto: M. Dahinden

Während der Altbau komplett saniert wird, sind die Naturwissenschaften ins Provisorium umgezogen, andere Fächer ans Obertor. Foto: M. Dahinden

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Etwas mehr als 90 Jahre alt ist die Kantonsschule Im Lee – nun wird der ehrwürdige Kasten ausgehöhlt und modernisiert. Das pflügt den Schulalltag gründlich um. Damit am Montag alle Schülerinnen und Schüler ihre Zimmer fanden, hat das Team um Rektorin Rita Oberholzer einigen Zusatzaufwand leisten müssen.

Der augenfälligste Unterschied: Es gibt jetzt zwei Campusse, die mehr als einen Kilometer auseinanderliegen. Nach dem Auszug der Kantonsschule Büelrain haben die Lee-Schüler das Provisorium am Obertor in Beschlag genommen.

Hier findet alles statt, was keine Spezialzimmer braucht, zum Beispiel Deutsch- oder Mathematikunterricht. Die Naturwissenschaften haben sich im Provisorium auf dem Sportrasen eingerichtet, und weitere Klassenzimmer finden sich in den sogenannten Variel-Bauten und der alten Musikvilla neben dem Hauptgebäude.

«Der Stundenplaner hat über 100 Stunden zusätzlich gearbeitet»

Doch wie schafft es ein durchschnittlich mobiler Gymnasiast in einer zehnminütigen Pause von der Mathestunde im Campus Stadt zur Physiklektion im Campus Berg? Gar nicht! Deswegen musste sich die Schulleitung etwas einfallen lassen.

Das Resultat: Die Lektionentafeln der zwei Standorte sind unterschiedlich und auf raffinierte Art ineinander verschränkt. Im Campus Stadt beginnt der Tag darum schon um 7.35 Uhr, am Berg erst um 7.45 Uhr. So sind bei Standortwechseln grössere Pausen möglich, in der Regel mindestens 20 Minuten. «Der Stundenplaner hat über 100 Stunden zusätzlich gearbeitet», sagt Oberholzer.

Von der Migros bis zum Kebab-Stand

Während der Umbaupause fällt auch die Mensa weg. Die Schüler- und Lehrerschaft kann entweder auf die Mensa der Kanti Rychenberg nebenan ausweichen oder sich selbst verpflegen. In den Variel-Bauten hat die Mensa einen Pausenkiosk als Dépendance eingerichtet. Im Campus Stadt gibt es diverse Food-Angebote, von der Migros bis zum Kebabstand. Die wegfallende Sporthalle wird durch Turnunterricht im Freien, an der Kletterwand oder im Kraftraum ersetzt.

Beim Ausräumen der Kellerräume kam es auch zu Überraschungen. «Ich unterrichte seit 30 Jahren in diesem Schulhaus Chemie, aber am allerletzten Umzugstag entdeckten wir einen Wandschrank voller mundgeblasener Glasgefässe und Apparaturen, den ich noch nie gesehen hatte», sagt Oberholzer.

Dem Altlastenexperten stachen auch die rollbaren Labortische ins Auge. «Da ist Asbest drin», sagte er. Inzwischen sind die meisten saniert und im Provisorium wieder im Einsatz. «Dieses Gebäude einmal leer zu räumen, war das Beste, was passieren konnte», sagt Oberholzer.

Unter den gegebenen Umständen sei das Schuljahr gut gestartet, findet sie. Gut zweieinhalb Jahre wird die Sanierung dauern. Nachher wird das Schulhaus mehr Platz haben, denn das Dachgeschoss wird ausgebaut. Doch der nächste Umbau steht schon an. Die Variel-Bauten sind ziemlich baufällig, und zuletzt braucht auch die ehrwürdige Villa mal ein Facelifting.

Erstellt: 23.08.2019, 16:41 Uhr

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