Bildung

Einheitliche Gymi-Vorbereitung wird geprüft

Je nach Schulhaus werden zwischen null und 32 Vorbereitungslektionen für die Gymi-Aufnahmeprüfung angeboten. Die Zentralschulpflege lässt nun abklären, ob das Angebot stadtweit vereinheitlicht werden soll.

Eines der drei grossen Ziele für viele Schüler: Die Kantonsschule Büelrain.

Eines der drei grossen Ziele für viele Schüler: Die Kantonsschule Büelrain. Bild: Marc Dahinden

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Ob eine Sechstklässlerin oder ein Sek-Schüler einen kostenlosen Vorbereitungskurs zur Gymi-Aufnahmeprüfung besuchen kann, hängt in Winterthur vom Wohnort ab. Der Umfang schwankt je nach Schulhaus zwischen 12 und 32 Stunden, die Schule Hohfurri verzichtet ganz auf einen Kurs. Denn einen gesetzlichen Auftrag, solche Kurse anzubieten, gibt es nicht, der Kantonsrat hat sich 2013 dagegen ausgesprochen. Entsprechend steht den Schulen dazu auch kein Budget zur Verfügung. Je nach Schulhaus werden die angebotenen Kurse aus unterschiedlichen Kassen finanziert.

Diese grossen Unterschiede zwischen den Schulkreisen wurden auch schon in dieser Zeitung kritisiert, weil sie der Chancengleichheit zuwiderlaufen. In einer Interpellation vom 25. März nahmen Gemeinderat Marc Wäckerlin (Piraten) und sein Mitunterzeichner Samuel Koch (GLP) sich dem Thema an: Ob der Stadtrat eine stadtweit einheitliche hohe Qualität nicht erstrebenswert fände, fragten sie. Die Unterstützung aus dem Gemeinderat war eher dünn. Neben GLP-Mitgliedern unterstützte nur Markus Wenger (FDP) den Vorstoss.

Vereinheitlichung kostet

Dennoch bewegt sich in der Sache etwas, wie die Antwort des Stadtrats zeigt. Im Mai, also einen Monat nach Einreichung der Interpellation, habe die Zentralschulpflege das Schuldepartement beauftragt, einen Vorschlag zur Vereinheitlichung der Gymi-Vorbereitungskurse auszuarbeiten. Eine Steigerung der Qualität dürfte jedoch «nicht ohne zusätzliche finanzielle Mittel zu erreichen sein», warnt der Stadtrat. Diese müsste letztlich der Gemeinderat bewilligen.

«Es ist positiv, dass da etwas passiert», findet Pirat Wäckerlin. «Dass nun aber gleich der Ruf nach mehr Geld kommt, ist fantasielos.» Sein Vorstoss habe das Ziel gehabt, die Qualität budgetneutral zu fördern, durch einen Erfahrungaustausch. In Wäckerlins Wortlaut sollten «die schwächeren Schulkreise von den besseren lernen».

«Wenn keine Mittel vorhanden sind, erübrigen sich Standards.»Antwort des Stadtrates auf die Interpellation von Marc Wäckerlin (Piraten)

Ketzerisch fragte er: Könnten unzufriedene Eltern ihre Kinder nicht in einen anderen Stadtkreis zum Kurs schicken und so «etwas Konkurrenzdruck aufbauen»? Nein, schreibt der Stadtrat knapp. «Das Volksschulrecht kennt keine freie Schulwahl.» Einen Austausch über die Schulkreisgrenzen hinweg gebe es bereits, etwa über die Schulleitungskonferenz und über Expertengruppen. «Es genügt nicht, einfach einheitliche Standards und ein Qualitätsmanagement festzulegen», schreibt der Stadtrat. «Wenn keine Mittel vorhanden sind, mit denen gearbeitet wird, erübrigen sich Standards.»

Mit Gymnasialquoten zwischen 11,2 (Oberwinterthur) und 15,2 (Veltheim-Wülflingen) liegen die vier Winterthurer Schulkreise unter dem kantonalen Schnitt. Die Quoten lägen aber überall höher, als sie aufgrund des Sozialindexes zu erwarten wären, argumentiert der Stadtrat. «Somit kann punkto Prüfungsvorbereitung nicht auf eine grundsätzliche Benachteiligung von Winterthurer Schülerinnen und Schülern gegenüber anderen Gemeinden geschlossen werden.»

Einheitliche Standards der Prüfungsvorbereitung und ein Fokus auf die Förderung von begabten Kindern aus bildungsfernen Bevölkerungsschichten wären «wünschbar» – es würden aber zusätzliche finanzielle Mittel benötigt.

Erstellt: 10.09.2019, 19:00 Uhr

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