Stadtratswahl

Einig bei Umweltfragen, uneins bei Finanzen

Die beiden Kandidierenden Annetta Steiner (GLP) und Kaspar Bopp (SP) zeigten sich beim «Landbote»-Podium in vielen Sachfragen einig, nicht aber bei der Traglufthalle im Freibad Geiselweid. Das Publikum sah den SP-Mann leicht im Vorteil.

Die Kandidierenden waren sich in vielen Fragen einig, nicht aber bei der Traglufthalle beim Geiselweid.

Die Kandidierenden waren sich in vielen Fragen einig, nicht aber bei der Traglufthalle beim Geiselweid.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Es standen zwei ganz unterschiedliche Persönlichkeiten auf dem Podium im Technopark: Hier die relativ trocken argumentierende, aber in den Dossiers sattelfeste GLP-Kandidatin Annetta Steiner, dort der eloquente Kaspar Bopp, der ganz offensichtlich gut gecoacht worden war von seinen SP-Genossen. Er hielt ihr Zahlen aus vergangenen Budgetdebatten vor, um sie als technokratische Sparerin zu entlarven. Sie wiederum korrigierte, wo sie Zahlen zu Hand hatte, und versuchte ihn als eher ausgabefreudig hinzustellen.

Die Taktik beider Seiten war klar erkennbar: Sie präsentierte sich als Umweltfachfrau mit dem Blick auf das wirtschaftlich Machbare, ihre Lieblingsvokabel hiess Lenkungsabgabe.

Er gab sich als Freund des städtischen Personals, sein favorisierter Ausdruck gestern Abend war «Aufbruchstimmung schaffen». Dabei zeigten sich im Verlauf des Gesprächs und besonders bei den Kurzfragen mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede. Sperrung der Stadthausstrasse für Autos? Beide sagen ja. Ausländerstimmrecht auf Gemeindeebene: zweimal ja. Höhere Franchise bei den Krankenkassen: beide sagen nein. Cannabis legalisieren: ja, ja. Videoüberwachung ausbauen? Pisten verlängern in Kloten? Nein, nein, nein, nein. Ein zweites öffentlich finanziertes Hallenbad für Winterthur? Auch das finden beide gut und nötig.



«Ich bringe viel politische
Erfahrung mit und die Fähigkeit, Leute zu vernetzen.»
Annetta Steiner, GLP (54) auf die Frage, warum man sie in den Stadtrat wählen sollte.

Differenzen haben sie aber beim geplanten Ballondach über dem Freibad Geiselweid. Annetta Steiner findet zwar, das sei eine Energieschleuder, und doch ist sie dafür, «weil nicht alle Leute joggen können». Kaspar Bopp ist dagegen: Wegen der Energieverschwendung, weil der Ballon nicht ins Quartier passe und «weil so der Druck abnähme, ein richtiges Hallenbad zu bauen».

«Ich habe viel
Erfahrung darin, Leute zu motivieren und bringe Finanzknowhow mit.»
Kaspar Bopp, SP (40) auf die Frage, warum man ihn in den Stadtrat wählen sollte.

Eine besondere Aufgabe hatte das Moderationsduo Mirjam Fonti und Jakob Bächtold ausgedacht: Die beiden Kandidierenden hatten kurz vor der Diskussion eine Skizze abgeliefert, wie sie sich Winterthur 2040 vorstellen. Auch hier ähnelten sich die beiden Zeichnungen. Bei Steiner führen zwei neue SBB-Gleise rund um Winterthur, um neue S-Bahnstationen zu erschliessen und die Stadt vor Güterzügen zu bewahren. Bei Bopp führen breite Velorouten quer durch die Stadt. Beide zeichneten zudem Bäume, Steiner zusätzlich Flüsse und Bopp die Schützi.

Wem würden Sie nach dem Gehörten nun die Stimme geben, war die letze Frage, die sich an die rund 150 Interessierten richtete. Resultat: Die SP-Anhänger waren knapp in der Mehrheit.

Schauen Sie das Podium hier nach. (Landbote)

Erstellt: 11.06.2019, 22:45 Uhr

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Den Landboten digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 25.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!