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Eisfeld-Betreiber fast ausgerutscht

Die zwei ­temporären Eisbahnen im ­Zentrum waren selten ­rappelvoll. Die Betreiber sind halbwegs zufrieden.

Gesucht: Eisläufer. Vor allem im Dezember blieben die Flächen oft leer.
Gesucht: Eisläufer. Vor allem im Dezember blieben die Flächen oft leer.
Marc Dahinden

Es war für Winterthur eine Novität – diesen Winter wurden am Rand der Altstadt gleich zwei Eisfelder aufgestellt: eines mit echtem Eis vor dem Restaurant Strauss an der Stadthausstrasse sowie ein Kunsteisfeld vor dem Einkaufszentrum Archhöfe beim Busbahnhof. Mittlerweile ist die Saison vorbei, das Eis ist abgetaut beziehungsweise abtransportiert und das Geld ist gezählt.«Wir sind zufrieden, aber es hätte besser laufen können», bilanziert Strauss-Inhaber Simon Adam. Es habe «sehr gute und weniger gute Tage» gegeben. Weniger gut waren die warme, nicht sehr winterliche Vorweihnachtszeit sowie generell die Wochen­tage, gut waren der schneeweisse Januar und die Wochenenden.

«Es ist gerade noch aufgegangen, dank der Bandenwerbung»

Wie gross sein Budget war, verrät Adam nicht. An einem Verlust ist er vorbeigeschrammt: «Es ist gerade noch aufgegangen, dank der Bandenwerbung». Nur gering waren die Einnahmen aus dem Raclette-, Marroni- und Glühweinverkauf am Eisfeld sowie aus den Schlittschuhvermietungen. Die Benutzung der Eisfläche war gratis. Die Bandenwerbung, die den Anlass finanziell rettete, fand im Publikum nicht nur Gefallen. So meinte im Dezember eine Leserbriefschreiberin, sie sei fast nicht darauf gekommen, dass sich hinter der mit Reklame tapezierten Abschrankung eine Eisbahn verberge; sie habe gemeint, es handle sich um eine Baustelle.

War das erste Jahr auch das letzte? Nicht unbedingt. Man ­habe eine Neuauflage in der Jahres­planung, sagt Adam, der Entscheid stehe aber noch aus. Klar sei eines: «Wenn wir es wieder machen, müssen wir es grösser machen.» Gemeint ist nicht eine grössere Eisfläche, sondern «mehr Drumherum, Darbietungen, eine andere Deko». Nur ein Eisfeld und zwei Foodstände, das sorge nicht für genug Interesse. ­­

Archhöfe verbuchendie Eisbahn unter PR

Auch das Eisfeld bei den Arch­höfen hat Geld gekostet: Zur Eröffnung spielte ein DJ auf und Eisprinzessin Denise Biellmann setzte ihre Kuven in den Kunststoff. Und: Auch vor dem Shopping­center war die Fläche nicht jeden Tag prall gefüllt. Trotzdem gibt man sich bei der Immobilienverwalterin Wincasa zufrieden. Marketingleiterin Christina Grass spricht von einer «sehr positiven Resonanz», ohne genauere An­gaben zu machen. Auch im kommenden Winter solle nach Möglichkeit wieder ein «attraktives Konzept» umgesetzt werden.

«Das Eisfeld war im Gespräch. Es kamen Eltern zu uns, die noch nie bei uns waren.»

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Die Archhöfe können das Eisfeld unter Marketing verbuchen; die Einnahmen aus dem Schlittschuhverleih müssen die Aus­gaben nicht decken. Die ein­gemieteten Läden zahlen für derartige Aktionen in einen Fonds ein, und auch die Gebäudebesitzerin, die Beamtenvorsorgekasse BVK, steuert einen Betrag bei. «Kunden von Shopping­centern wünschen sich zunehmend ­Angebote mit Erlebnis­faktor», meint die Marketingchefin.

Beim Restaurant Strauss will man für die Eisbahn nicht drauf­legen. Mit der schwarzen Null kann der Inhaber aber leben. «Es war trotz allem gut für uns», sagt Simon Adam. «Das Eisfeld war im Gespräch. Und es kamen Eltern ins Restaurant, während ihre Kinder draussen Schlittschuh liefen. Eltern, die noch nie bei uns waren.»

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