Mattenbach

«Eltern halten das Areal für unsicher»

Im Schulhaus Gutschick häufen sich die Klagen über Jugendliche, die abends herumhängen, Bier trinken und Sachen demolieren. Politiker und die Schulpflege Seen-Mattenbach fordern jetzt Videokameras.

«Enormer Aufwand» fürs allmorgendliche Aufräumen: Schulhaus Gutschick.

«Enormer Aufwand» fürs allmorgendliche Aufräumen: Schulhaus Gutschick. Bild: Johanna Bossart

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Beim Schulhaus Gutschick im Mattenbach-Quartier häufen sich Sachbeschädigungen und Müllaufkommen. «Fast täglich muss frühmorgens mit viel Aufwand Unrat weggeräumt werden», klagt Gemeinderätin Gabriella Gisler (SVP). Sie hat darum eine Interpellation eingereicht, die von knapp der Hälfte ihrer Ratskolleginnen unterzeichnet wurde. Darin wird der Stadtrat aufgefordert, auf dem Schulgelände die Option einer Videoüberwachung zu prüfen.

Die Zustände auf dem Schulgelände seien seit Jahren ein Thema, hätten in letzter Zeit aber offenbar markant zugenommen, schreibt Gisler. «Die Art der Abfälle lassen auf regen Alkohol- und Drogenkonsum schliessen.» Es sei zu absichtlichen Sachbeschädigungen gekommen. Teils sei auch solche, die den Schulkindern gefährlich werden könnten: So seien leere Bierflaschen kopfüber in die Spielwiese gesteckt und oben abgeschlagen worden. In der Folge hielten derzeit manche Eltern das Schulareal nicht mehr für sicher und würden ihre Kinder nicht mehr ohne Sorge ausserhalb der Schulzeit aufs Schulgelände lassen.

«Die Art der Abfälle lassen auf regen Alkohol- und Drogenkonsum schliessen.»Gabriella Gisler, Gemeinderätin (SVP)

Kreisschulpflegepräsidentin Martha Jakob (GLP) bestätigt, dass das Problem bekannt sei. «Der Aufwand, die Schulanlage morgens und insbesondere nach dem Wochenende wieder standardgemäss sauber zu halten, ist enorm hoch», sagt sie. Die Polizei sei schon mehrfach vor Ort gewesen. Bereits im Juni 2019 habe die Schulpflege Seen-Mattenbach darum einstimmig beschlossen, beim städtischen Schuldepartement einen Antrag auf Videoüberwachung einzureichen. Dieser Wunsch war zuvor schon von der Schulleitung Gutschick geäussert worden. Passiert ist nichts. «Der Antrag wurde abgelehnt», so Jakob.

Dass jetzt im Stadtparlament eine Interpellation mit gleichem Inhalt platziert wurde, diene dazu, auf politischem Weg den Druck auf Stadtrat und Schulbehörde zu erhöhen, sagt die Interpellantin Gabriella Gisler. Bei Schulanlagen, welche bereits über eine Videoüberwachung verfügen, habe man positive Erfahrungen gemacht und der Datenschutz sei strikt geregelt.

«Es ist eng im Gutschick»

Unter den Einreichenden ist auch Sämi Müller (EVP), der als Jugendarbeiter im Gutschick arbeitet. «Die Thematik ist nicht neu. Wir haben schon mehrfach darauf hingewiesen, dass es Tendenzen in diese Richtung gibt.» Im Gutschick gebe es stadtweit die höchste Dichte an Kindern und Jugendlichen, aber nur wenig Raum, sich aufzuhalten. Zu seinem Jugendtreff im Quartierzentrum kämen regelmässig 80 bis 90 Jugendliche. Seit der alte Verkehrsgarten der Sportanlage Win4 gewichen ist, sei es räumlich nochmals enger geworden.

Entschuldigen will Müller den Vandalismus damit nicht. Er unterstütze die Forderung nach Kameras. «Es ist ein adäquates Mittel, um Grenzen aufzuzeigen.» Die Freiheit des Einzelnen höre dort auf, wo er die Freiheit der anderen einschränkt. «Es ist besser, die Verursacher werden gefasst als wenn alle Jugendlichen unter Pauschalverdacht gestellt werden, und das Gelände für alle gesperrt wird.»

Erstellt: 17.01.2020, 16:53 Uhr

16 Hausverbote bei «Win4» nach wilden Parties in der Lobby

Nachdem es in der Lobby immer wieder zu Sachbeschädigungen kam, hat das Sportzentrum Win4 die Schraube angezogen. Der geräumige Eingangsbereich hatte sich nach der Eröffnung im Sommer 2018 rasch zum beliebten abendlichen Treffpunkt für Jugendliche aus dem Quartier entwickelt. Win4-Geschäftsleiter Jürg Hofmann tolerierte das lange Zeit. «Meine Haltung war, dass jeder willkommen ist, der sich anständig aufführt.» Seit Mitte Dezember gilt nun aber ein schärferes Regime: Der Zutritt gilt noch für Mieter, Besucher und Nutzer der Sportangebote, etwa des Fitnesscenters.

Jugendliche hätten nämlich nachts regelrechte Parties veranstaltet, sagt Hofmann. «Damit sie auch nach 22 Uhr ins Gebäude kamen, haben sie die Tür mit Steinen blockiert.» Die Theke wurde mit Fusstritten demoliert, ein Kühlschrank aufgebrochen, Müll liegengelassen. Weibliche Besucherinnen des Fitnesscenters berichteten, sie seien Pulks von Jugendlichen angepöbelt oder bedrängt worden.

Vor Weihnachten verschärfte Win4 darum die Hausregeln und liess über die Festtage private Sicherheitskräfte patrouillieren. Diverse Jugendliche wurden verwarnt, ingesamt 16 Hausverbote wurden ausgesprochen, meist an Minderjährige zwischen 13 und 17 Jahren. Die neue Linie wirkt offenbar. «Im neuen Jahr ist wieder Ruhe eingekehrt», sagt Hofmann. (mig)

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