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Eltern verlangen sicheren Schulweg

Ein Elternrat in Töss wollte den Stadtrat mit einer Petition dazu bringen, an einem Strassenübergang wieder Schulweghilfen zu bewilligen oder bauliche Massnahmen vorzunehmen. Doch der Stadtrat sieht keinen Handlungsbedarf.

Viele Eltern begleiten ihre Kinder auf dem Chindsgi-Weg, weil sie laut Elternrat den Übergang an der Schlosstalstrasse für unsicher halten.
Viele Eltern begleiten ihre Kinder auf dem Chindsgi-Weg, weil sie laut Elternrat den Übergang an der Schlosstalstrasse für unsicher halten.
Johanna Bossart

Wann ist ein Strassenübergang für Kindergartenkinder zumutbar? Diese Frage stellt sich in Winterthur seit Februar verstärkt. Denn seit den Sportferien gibt es an den meisten Übergängen keine Schulweghilfen mehr. Der Stadtrat hatte beschlossen, die Hilfen abzuschaffen, um jährlich 150 000 Franken zu sparen.

Der Elternrat der Schule Rebwiesen in Töss will das nicht hinnehmen. Er ärgert sich, dass der Übergang an der Schlosstalstrasse, direkt neben dem Kindergarten, von der Stadt nicht besser gesichert wird. «Die Schulpflege muss dafür sorgen, dass der Schulweg zumutbar ist», sagt Marc Wyler, Präsident des Elternrats.

«Wir fordern Sie erneut auf, die Zumutbarkeit des Schulwegs dokumentiert nachzuweisen.»

Marc Wyler, Präsident des Elternrats in einem Brief an Stadträtin Günthard-Maier (FDP)

Zwar hatte die Stadt vor dem Übergang eine Umlaufschranke gebaut, damit Kinder nicht ungebremst auf die Strasse rennen können. Weitere Massnahmen hält der Stadtrat aber nicht für nötig.

Zweifel an Expertise

Immerhin versprach Stadträtin Barbara Günthard-Maier (FDP) den Eltern eine externe Beurteilung. Beauftragt wurde ein Experte der Stadtpolizei Zürich. Für Wyler ein Witz: «Das ist keine unabhängige Expertise.»

In einem Brief an Günthard-Maier schreibt der Elternrat deshalb: «Wir fordern Sie erneut auf, die Zumutbarkeit des Schulwegs dokumentiert nachzuweisen. Wenn sie den Aufwand scheuen, stellen wir Ihnen gerne unsere Beurteilung zur Verfügung.»

Die Beurteilung, welche die Eltern aufgrund eines Rasters des Bundesamt für Strassen vorgenommen haben, kommt zu einem anderen Schluss als jene des Stadtrates. Vier- bis fünfjährige Kinder seien mit einem Übergang überfordert, wenn bei Tempo 50 mindestens 5000 Fahrzeuge pro Tag die Strasse passieren. Das ist an der Schlosstalstrasse der Fall.

Keine Stellungnahme vom Stadtrat

Auch bei weiteren Übergängen, die seit Februar nicht mehr überwacht werden, wird die Zahl von 5000 Autos pro Tag teils deutlich überschritten. So zum Beispiel an der Landvogt-Waser-Strasse, der Talackerstrasse oder der Wieshofstrasse. Der Elternrat Rebwiesen fordert vom Stadtrat deshalb erneut Massnahmen.

Günthard-Maier will inhaltlich nicht zur Beschwerde Stellung nehmen, sagt aber, man habe sie zur Kenntnis genommen und werde über das weitere Vorgehen beraten.

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