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Entwicklungshelfer Mark Kuster muss Kuba plötzlich verlassen

Seit fast zwei Jahrzehnten engagiert sich Mark Kuster mit seinem Hilfsprojekt «Camaquito» in Kuba. Jetzt hat das Regime dem Winterthurer die Aufenthaltsgenehmigung entzogen. Kuster droht die Zerstörung seines Lebenswerks.

Marc Kuster betreibt seit 2001 in Kuba ein Hilfswerk. Seine bevorstehende Abschiebung bedroht nun dessen Existenz.
Marc Kuster betreibt seit 2001 in Kuba ein Hilfswerk. Seine bevorstehende Abschiebung bedroht nun dessen Existenz.
Marc Dahinden

Das kommunistische Regime in Kuba will den Entwicklungshelfer Mark Kuster nicht länger im eigenen Land.

Das gab Kuster am Sonntag auf Facebook bekannt: «Die Provinzregierung von Camagüey hat mich im Auftrag des Ministerium in Havanna darüber informiert, dass meine Arbeitsbewilligung und somit auch meine Aufenthaltsbewilligung nicht erneuert werden.»

Der 45-Jährige betreibt sein Hilfswerk Camaquito schon seit 2001, seit 2003 wohnt und arbeitet er als Geschäftsführer auch im karibischen Inselstaat. Camaquito unterstützt in der Provinz Camagüey Schulen und eine Entbindungsklinik bei der Erneuerung der Infrastruktur und unterhält diverse soziale Projekte.

Weshalb ihn das Regime nicht mehr duldet, weiss Kuster nicht. Offiziell habe es geheissen, er hätte nicht genügend laufende Projekte. Dabei habe er mehrere Projekte zur Genehmigung eingereicht, nur sei dann nichts passiert.

«Wir sind keine grosse NGO, die einfach einen Stab von Mitarbeitern vor Ort auswechseln kann.»

Auf Nachfrage habe es geheissen, für einen ausländischen Repräsentanten sei es unüblich, so viele Jahre in Kuba zu sein – für Kuster, der mit einer Kubanerin zusammenlebt und mit ihr zwei Kinder hat, ein Schlag ins Gesicht.

Wie lange er nun noch bleiben könne, sei unklar, sagt Kuster. Die Provinzregierung in Camagüey stehe hinter ihm. Er hoffe deshalb, wenigstens ein Bleiberecht bis Ende Jahr zu erreichen.

So will Kuster er sicherstellen, dass ein Teil der Projekte weiterläuft. Egmont Rath, Präsident des Vereins Camaquito in der Schweiz, beschreibt die Lage so: «Im Moment hängen wir alle etwas in der Luft. Wir sind keine grosse NGO, die einfach einen Stab von Mitarbeitern vor Ort auswechseln kann.» Trotzdem will Rath die Hoffnung nicht aufgeben.

Kuster rechnet bereits mit seiner Rückkehr. Er werde sich, sagt er, beruflich neu orientieren müssen. Auch eine Rückkehr in die Politik schliesst der frühere Präsident der Jungen SVP-Schweiz nicht aus.

mcl

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