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Kampf um die letzten Wochen im Schloss

Der Milliarden-Pleitier Rolf Erb will seinen gerichtlich angeordneten Auszug aus dem Schloss Eugensberg nicht hinnehmen. Seine Partnerin zieht den Fall nun vors Bundesgericht.

Erb wehrt sich gegen seinen angeordneten Auszug aus dem Schloss Eugensberg.
Erb wehrt sich gegen seinen angeordneten Auszug aus dem Schloss Eugensberg.
zvg

Der Winterthurer Milliarden-Pleitier Rolf Erb kämpft seit Jahren gegen den drohenden Auszug aus dem Schloss Eugensberg im Thurgau. Kurz bevor die Erb-Gruppe 2003 in Konkurs ging, schenkte Rolf Erb seine Vermögenswerte – darunter Schloss Eugensberg – seiner Partnerin und seinen Zwillingssöhnen. Dagegen klagten seine Gläubiger. 2015 entschied das Bundesgericht, dass die Liegenschaften und weitere Vermögenswerte in die Konkursmasse einfliessen müssen.

Anschliessend stellte das Konkursamt des Kantons Thurgau eine Verfügung aus. Gemäss dieser sollten Erb und seine Familie das Schloss Eugensberg bis Ende Januar 2017 verlassen. Erb und seine Partnerin wehrten sich daraufhin vor Obergericht, welches aber den Entscheid des Konkursamtes stützte. Nun also soll es die letzte Instanz richten, wie «Top Online» meldete. Laut Gläubigeranwalt Matthias Hotz hat Erbs Partnerin eine entsprechende Beschwerde beim Bundesgericht eingereicht. Es könne sein, dass auch Rolf Erb dies noch tun werde.

Alles vorbereitet

Das Gericht wird nun zuerst prüfen müssen, ob der Beschwerde aufschiebende Wirkung zukomme. In diesem Fall hätten Erb und seine Familie bereits Zeit gewonnen. Denn während des Beschwerdeverfahrens würde die Auszugsverfügung nicht vollzogen. So oder so, «auch wenn das Bundesgericht Erbs Partnerin recht gibt, rechne ich mit einer maximalen Fristerstreckung von wenigen Monaten», sagt Hotz. Der Frauenfelder Anwalt, der rund 15 Gläubiger vertritt, darunter die Stadt Winterthur, ist daher guten Mutes, dass Erb und seine Familie bald aus dem Schloss ausziehen werden.

«Wir haben alles für den Verkauf des Schlosses vorbereitet.» Bereits hätten sich zahlreiche Interessenten gemeldet, der Verkauf werde aber transparent gemacht und soll von einer international tätigen Maklerfirma begleitet werden. «Sobald das Schloss leer steht, beginnen wir mit den letzten Vorbereitungen, etwa dem Fotografien vom Innern der Immobilie», so Hotz. Ebenfalls verkauft werden soll die ehemalige Erb-Firma Schlosshof Immobilien AG, zu der das Zentrum Töss gehört. Auch dort sei man bereits im Gespräch mit mehreren Interessenten. «Ziel ist ganz klar ein Verkauf», sagt Hotz. Entschieden sei aber noch nichts.

Haftantritt verzögert sich

Auch wenn dem 65-Jährigen und seiner Familie bald der Auszug droht, eigentlich müsste Rolf Erb im Gefängnis sitzen. Im September 2015 verurteilte ihn das Bundesgericht nach einem zehn Jahre langen Verfahren zu sieben Jahren Haft. Angetreten hat er seine Freiheitsstrafe bis heute nicht. Wieso, darf das Zürcher Amt für Justizvollzug aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht sagen.

Wahrscheinlich ist aber, dass Erb die Verfügung des Urteils entweder beim Verwaltungsgericht oder beim Bundesgericht angefochten hat. Er könnte dabei mangelnde Hafterstehungsfähigkeit geltend gemacht haben. Was beispielsweise heissen kann, dass er gesundheitlich nicht in der Lage ist, die Haft anzutreten. Auch hier gilt: Rechtsmittelbeschwerden haben aufschiebende Wirkung, die verurteilte Person muss die Strafe während der Zeit, die das Gericht für einen Entscheid benötigt, nicht antreten.

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