Winterthur

«Es ist eine richtige Frackwoche»

Die Streitigkeiten mit der Schulleitung sind vergessen. An der Frackwoche herrscht trotz Auflagen beste Feststimmung, sagt OK-Präsident Mario Windler.

Mario Windler (r.) ist zufrieden – an seiner Frackwoche wird auch heuer fröhlich Bier gezapft.

Mario Windler (r.) ist zufrieden – an seiner Frackwoche wird auch heuer fröhlich Bier gezapft.

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Auf dem Platz vor dem Technikum herrscht am Donnerstagmittag Hochbetrieb: Bärtige Abgänger in Frack und Zylinder (die Damen in Biedermeierkleid) trinken Bier, der dekorierte Bus der Verkehrsplaner hupt laut und vor dem Bierzelt tuckert eine Sofa-Eisenbahn vorbei, gezogen von einem Rasentraktor. «Es ist eine richtige Frackwoche, mit allem was dazugehört», sagt der OK-Präsident Mario Windler.

«Der Protest hat sich gelohnt»Mario Windler, 
OK-Präsident der Frackwoche

Das war vor einem halben Jahr nicht abzusehen. Der Schulleitung waren die laute Musik und ganztägige Bierverkauf ein Dorn im Auge. «Der Lehrbetrieb geht vor,» sagten sie, und drohten mit strengen Auflagen wie einem Bierverbot vor 18 Uhr. Das Frackwoche-OK und die Studierendenorganisation machten diese Forderungen publik, es folgten Medienberichte und sogar politische Anfragen im Kantonsrat.

Bierwache und Lärmschutz

Das ist Schnee von gestern. Mit dem erreichten Kompromiss könnten alle gut leben, sagt Windler. Bei den Eingängen wachen zwei Absolventen darüber, dass keine Bierbecher mit ins Gebäude mitgenommen werden. Die Musik ist auf 73 Dezibel abgeriegelt.

«Am Mittwochmorgen haben die Polizei, ZHAW-Vertreter und wir vom OK zusammen getestet, welche Lautstärke vertretbar ist», sagt Windler. In den Büros und Klassenzimmern hört man die Musik nur leise, auf der anderen Strassenseite geht sie komplett im Strassenlärm unter.

«Die Stimmung ist so gut wie immer, was sicher auch am Bier liegt», sagt Windler, und nimmt einen Schluck. Dass die Studenten für ihren Traditionsanlass protestierten, habe sich gelohnt. «Wären die Verhandlungen nicht publik geworden, hätten wir nicht so einen langen Hebel gehabt», glaubt er. Die Verwurzelung der Frackwoche sei tief. «Wir haben ausschliesslich positive Rückmeldungen bekommen.»

Lob für die Organisatoren gibt es inzwischen auch von der Schulleitung. «Die Zusammenarbeit mit dem OK verlief sehr konstruktiv», sagt Thomas Järmann, Leiter Lehre der School of Engineering. «Wenn der Anlass so gut weiterläuft wie in den ersten eineinhalb Tagen, kann er auch in Zukunft in dieser Form stattfinden.»

(Der Landbote)

Erstellt: 24.05.2018, 16:50 Uhr

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