Axa

«Es ist richtig, dass wir jetzt den Wechsel machen»

Seit Jahresbeginn führt Fabrizio Petrillo den grössten privaten Arbeitgeber der Stadt. Im Firmennamen lässt er «Winterthur» nun zum 1. März entfernen. Zehn Stichworte für den neuen Axa-CEO.

Video: mas/gu, Schnitt: far

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Winterthur

«Winterthur ist eine schöne, grüne Stadt, und ein guter Standort für eine Firma wie uns. Dank des Standorts können wir Angestellte gewinnen, die aus der Ostschweiz, aber auch aus Zürich oder dem Aargau kommen. Winterthur ist auch eine Stadt, in der junge Menschen mit älteren zusammenleben, das sieht man auf der Strasse, und es gefällt mir. Ich selber wohne seit über 30 Jahren in der Stadt Zürich und pendle mit dem Auto zur Arbeit. Meine Freizeit verbringe ich vor allem in Zürich, hin und wieder besuche ich aber auch das Casinotheater, das Fotomuseum und das Technorama.»

Axa Winterthur

«An unserem Gebäude an der General-Guisan-Strasse ersetzen wir am 1. März das alte Logo mit der Marke «Axa Winterthur» durch das neue «Axa»-Logo. Es wird keine grosse Enthüllungsshow geben, aber am 13. März ist ein Mitarbeiteranlass zur Einführung der neuen Marke geplant. Bezüglich Rebranding gibt es natürlich gemischte Gefühle. Die Marke hat uns lange begleitet und auch unsere Verwurzelung in der Schweiz repräsentiert. Es ist aber richtig, dass wir jetzt den Wechsel machen, denn unsere Analysen haben klar gezeigt, dass die Marke «Axa» ohne «Winterthur» bereits wesentlich bekannter im Markt ist als «Axa Winterthur». »

Auto

«Ich fahre einen Fiat Cinquecento, also ein sehr kompaktes Auto, und das seit vielen Jahren. Ich mag dieses wendige und junge Fahrzeug sehr, etwa alle vier Jahre wechsle ich zum neusten Modell. Mein Auto habe ich selbstverständlich bei Axa versichert. Zum Glück war ich noch nie in einen Unfall verwickelt, und trotzdem habe ich die Versicherung einmal gebraucht: Mir wurde die Heckscheibe eingeschlagen und die Tasche gestohlen. Für die Firma ist die Motorfahrzeugversicherung ein sehr wichtiger Bereich, in dem wir rund eine Million Kunden haben.»

Zukunft

«Die Digitalisierung verändert die Art und Weise, wie wir mit unseren Kunden in Kontakt treten. Die Kunden wollen heute selber wählen, wie sie uns kontaktieren. Die Produkte müssen im Internet präsentiert und erklärt werden, man muss Berechnungen selber durchführen können. Das ersetzt aber nicht die Beratung: Wenn ein Kunde ein Produkt interessant findet, lässt er sich nach wie vor gerne von einem Berater erklären, wie es sich in seinem Fall optimal verwenden lässt. Diesem Kundenverhalten wollen wir mit unserer IT-Umgebung Rechnung tragen. Unsere Strategie fokussiert unter anderem darauf. Bis 2020 investeieren wir insgesamt 500 Millionen Franken, um uns für die Zukunft fit zu machen.»

Weiterbildung

«Neben der Digitalisierung und der Erschliessung neuer Geschäftsfelder ist die Weiterentwicklung unserer Unternehmenskultur zentral in unserer Transformationsstrategie. Aktuell führen wir am Hauptsitz in Winterthur gestaffelt eine viertägige Weiterbildung für rund 1000 Führungskräfte und Spezialisten durch. Wir befähigen unsere Angestellten, offener für Neues und mutiger zu werden. Unsere Mitarbeiter sind sehr vom Sicherheitsdenken geprägt, das müasst natürlich zur Branche. Wir müssen aber in einem kontrollierten Rahmen auch Risiken eingehen können. Zudem wollen wir teamübergreifend zusammenarbeiten und agiler werden. Es ist nicht mehr wie früher, wo man am Anfang genau durchplante und den Plan dann über mehrere Jahre genau so umsetzte, die Zeiten sind schneller geworden.»

Krankenversicherung

«Die Gesundheitsvorsorge ist für uns ein wichtiger neuer Bereich. Wir sind der Meinung: Wenn es um finanzielle Sicherheit geht, gehört die Gesundheitsvorsorge dazu. Wir sind gut gestartet und haben in wenigen Monaten bereits 11’000 Verträge abgeschlossen. In diesem Jahr möchten wir 24’000 zusätzliche Verträge abschliessen. Dann werden wir von Jahr zu Jahr sehen, wie schnell sich dieses neue Standbein entwickelt. Die meisten neuen Verträge in diesem Bereich schlossen wir mit bisherigen Axa-Kunden. Das bietet sich an bei fast zwei Millionen Kunden insgesamt in der Schweiz. Allerdings streben wir natürlich auch an, ganz neue Kunden zu gewinnen, für die dann wiederum auch andere Axa-Produkte interessant sein können.»

Clean Desk Policy

«Wir setzen nach und nach schweizweit unser modernes Flex-Work-Konzept um. Im Superblock zum Beispiel wählen viele Mitarbeiter im Grossraumbüro jeden Tag ihren Arbeitsplatz neu aus. Sie haben ihren eigenen Laptop, den sie mit sich führen, was ja auch für die Voraussetzung für die Arbeit von zu Hause aus ist. Ich selber arbeite auch oft von Zürich aus mit meinem Laptop, diese Möglichkeit schätzen auch viele Mitarbeiter sehr. Keinen fixen Arbeitsplatz mehr zu haben, ist für manche noch ein Thema. So eine Veränderung braucht Zeit. Insgesammt kommt die Flexibilität, die wir als Arbeitgeber bieten, aber sehr gut an.»

Führungsstil

«Ich glaube, mein Führungsstil passt sehr gut zu unserer Betriebskultur. Wir möchten offen, mutig und vielfältig sein, auch bei den Diskussionen, die wir führen, über alle Hierarchien hinweg. Wir sind der Meinung, dass wir so zu den besten Ergebnissen kommen, und diese Kultur entspricht mir auch persönlich. Ich habe kein Problem damit, wenn man mir widerspricht, im Gegenteil, ich finde es wichtig, Diskussionen offen zu führen. In den sozialen Medien war ich bisher nicht sehr aktiv, nun führe ich einen internen Blog. Und es funktioniert: Es kommen Rückmeldungen von ganz verschiedener Stelle, die ich in meine Gedanken und Entscheide einfliessen lassen kann.»

Antimo Peretta

«Der frühere CEO ist jetzt designierter Verwaltungsratpräsident von Axa Schweiz, gleichzeitig ist er Europa-Chef. In diesem Sinn bin ich ihm doppelt unterstellt. Antimo lässt den verschiedenen Länderchefs in der Schweiz, in Deutschland, Italien, Spanien, Belgien und in Grossbritannien sowie Irland aber viel Autonomie, er konzentriert sich auf wichtige strategische Fragen. Obwohl er weiterhin in Winterthur arbeitet, ist unser Kontakt heute eher weniger eng als zu der Zeit, als er noch CEO war und ich Finanzchef.»

Polymerphysik

«Ja, ich habe theoretische Physik an der ETH Zürich studiert. Das ist nun doch schon einige Zeit her. Kurzzeitig habe ich als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Polymerphysik gearbeitet, da geht es um Stoffe, die aus ganz grossen Molekülen bestehen, wie zum Beispiel Styropor. Später habe ich den Beruf gewechselt und bin zu einer Bank gegangen. Während meiner Forschungsarbeit als Physiker sass ich oft allein in der Bibliothek und vermisste mit der Zeit den Austausch mit anderen Menschen. Was geblieben ist, ist das Flair für Zahlen und für abstrakte Konzepte. Und auch die Liebe zur kritischen Auseinandersetzung mit Hypothesen und Meinungen. So gesehen gibt es durchaus Berührungspunkte zu meiner heutigen Arbeit.» (Der Landbote)

Erstellt: 22.02.2018, 16:39 Uhr

Artikel zum Thema

Axa gibt Zusatz Winterthur auf

Winterthur Ab dem nächsten März verschwindet Winterthur aus dem Namen von Axa. Grund dafür ist gemäss CEO Antimo Perretta der niedrige Bekanntheitsgrad der Marke «Winterthur». Mehr...

Ein neuer CEO für AXA

Winterthur Die AXA hat Fabrizio Petrillo zum neuen CEO ernannt. Damit wurde eine interne Lösung für die Nachfolge von Antimo Peretta gefunden. Mehr...

Die Jahresergebnisse von Axa im Vergleich.

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@landbote.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 052 266 99 85. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben