Bundesgericht

Etappensieg für die Stefanini-Kinder

Die Kinder von Bruno Stefanini haben im Kampf um die Kunstsammlung des Immobilienkönigs einen Teilerfolg errungen. Eine Beschwerde, die neue Beweise einbringen wollte, wurde abgelehnt.

Bettina und Vital Stefanini erhielten im Streit um die Zulassung von neuen Tagebüchern als Beweismaterial vor Bundesgericht Recht.

Bettina und Vital Stefanini erhielten im Streit um die Zulassung von neuen Tagebüchern als Beweismaterial vor Bundesgericht Recht.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die Nachkommen des Winterthurer Unternehmers und Kunstsammlers Bruno Stefanini haben im Machtkampf um die Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte (SKKG) einen weiteren Ettappensieg erreicht.

Das Bundesgericht hat eine Beschwerde des dementen Bruno Stefanini und eines ehemaligen Stiftungsrats abgewiesen, beziehungsweise ist nicht darauf eingetreten.

Die Beschwerde kam von der Bevollmächtigten des ehemaligen Immobilienpatrons Bruno Stefanini und richtete sich gegen einen Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts vom August 2017.

Tagebücher haben keine Relevanz

Das Verwaltungsgericht hatte damals die Revision seines vorangegangenen Urteils aufgrund von neu aufgetauchten Tagebüchern des nicht mehr urteilsfähigen Bruno Stefanini abgewiesen.

Der Wille von Bruno Stefanini ist aufgrund seiner Urteilsunfähigkeit unerheblich. Bundesgericht

Diesen Entscheid hat das Bundesgericht in einem heute publizierten Urteil nun bestätigt. Es hält in seinen Erläuterungen fest, dass die Vorinstanz den Anspruch auf rechtliches Gehör nicht verletzt habe. Auch habe sie nicht willkürlich entschieden. Die Lausanner Richter bestätigen, dass die eingereichten Tagebucheinträge nicht geeignet seien, die Grundlage des Urteils zu ändern.

Der Wille von Stefanini sei unerheblich, da das Ernennungsrecht aufgrund seiner Urteilsunfähigkeit auf die Nachkommen übergangen sei.

Auf eine weitere Beschwerde in diesem Fall, die von einem ehemaligen Stiftungsrat eingereicht wurde, ist das Bundesgericht nicht eingetreten. Der Mann sei nicht beschwerdeberechtigt, schreibt das Bundesgericht.

Vor dem Bundesgericht ist eine weitere Beschwerde im Zusammenhang mit der Stefanini-Stiftung hängig. Stifter und Stiftung hatten gegen jenen Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts, der auf ihr Ersuchen hin revidiert werden sollte, ebenfalls Beschwerde eingelegt.

Mehrjährige Auseinandersetzung

Der Machtkampf zwischen den Nachkommen und dem ehemaligen Stiftungsrat nahm seinen Anfang im Januar 2014, als der ehemalige Stiftungsrat der eidgenössischen Stiftungsaufsicht eine überarbeitete Stiftungsurkunde zur Genehmigung vorlegte. Gemäss der geänderten Urkunde sollte das Ernennungsrecht für die Mitglieder des Stiftungsrates nicht mehr den Nachkommen von Stefanini zustehen, wenn dieser nicht mehr dazu in der Lage sei.

Neu sollte der Stiftungsrat selbst seine Mitglieder bestimmen. Zudem war die Streichung jenes Passus geplant, wonach mindestens ein Familienmitglied des Stifters im Stiftungsrat Einsitz haben muss.

In der Folge entbrannte ein Streit zwischen dem Stiftungsrat auf der einen Seite und Stefaninis Kindern Bettina und Vital auf der anderen.

Der Nachlass von Bruno Stefanini wird voraussichtlich zum grössten Teil an die Stiftung gehen. Berechtigt an diesem Vermögen sind weder die bisherigen Stiftungsräte noch die Kinder.

Stefanini wurde im Bauboom der Nachkriegszeit zum Multimillionär. Dem Winterthurer Immobilienkönig gehören auch vier Schlösser, darunter Grandson am Neuenburgersee. Einen Grossteil seines Vermögens investierte er in Kunstschätze, die er in seiner Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte einbrachte. Sie soll rund 100'000 Werke umfassen. (huy/SDA)

Erstellt: 12.04.2018, 12:52 Uhr

Artikel zum Thema

Tagebücher von Bruno Stefanini als Beweismittel

Winterthur Der Entscheid um die Zukunft von Bruno Stefaninis Millionen-Stiftung verzögert sich weiter. Dies wegen eines neuen Manövers des bisherigen Stiftungsrats. Mehr...

Urteil wird vor Bundesgericht angefochten

Stefanini-Stiftung Das Bundesverwaltungsgericht hat kürzlich das Recht zur Wahl des Stiftungsrates den Nachkommen von Bruno Stefanini zugesprochen. Dieses Urteil wird nun vor Bundesgericht angefochten. Mehr...

Stefanini-Kinder siegen vor Gericht

Winterthur Im Streit um die milliardenschwere Stiftung des Immobilienkönigs Bruno Stefanini entscheidet das Bundesverwaltungsgericht zugunsten der Kinder. Der 92-jährige Patron sei bereits dement gewesen, als er die Statutenänderung unterschrieb, die seine Kinder ausbootete. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@landbote.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 052 266 99 85. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles