Wahlen Winterthur

Grüne und GLP gewinnen auch in Winterthur, Farner und Hübscher nur mit Ehrenplätzen

Die Nationalratswahlen aus Winterthurer Sicht: Auch in Winterthur legen die Grünen überall zu. Und Martin Farner von der FDP und Martin Hübscher von der SVP schaffen die Wahl nun wohl doch nicht, obwohl es gemäss Hochrechnungen zuvor gut aussah.

Martin Farner legt gemäss Hochrechnung zwei Plätze auf der FDP-Liste zu. Bild: Madeleine Schoder

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Einschätzungen zu den regionalen Wahlresultaten um 19:00 Uhr (174 von 177 Wahlkreisen ausgezählt):

So haben die Winterthurer Stadtkreise gewählt: In Oberwinterthur, Töss, Veltheim und Mattenbach obsiegt auch in diesem Wahljahr jeweils die SP-Wählerschaft, während in Seen und Wülflingen der Anteil der SVP am höchsten ist. In allen bisher ausgezählten Kreisen legen die Grünen um 6 bis 10 Prozentpunkte zu, wobei der Anteil in Veltheim mit 22 Prozent am höchsten liegt. Auch die Grünliberalen legten überall um 4 bis 6 Prozent zu, am meisten Stimmen erhielten sie ebenfalls in Veltheim mit rund 15 Prozent. Die Wahlbeteiligung in der Stadt Winterthur liegt leicht über dem schweizerischen Durchschnitt, nämlich bei 45,68 Prozent.

Farner verpasst Wahl wohl knapp: Laut neusten Zahlen verpasst Martin Farner aus Oberstammheim die Wahl wohl haarscharf. Er wird in der Stadt Zürich vom Jungfreisinnigen Andri Silberschmidt überholt. Dass er in Winterthur stimmen gut macht, hilft ihm da wohl nichts mehr.

Für Zeugin wird es ganz knapp: Der Winterthurer Michael Zeugin hat gemäss der neusten Hochrechnung des Kantons eher schlechte Karten. Nach aktuellem Stand der Auszählung liegt er aber auf Platz sechs der GLP-Liste. Das würde für die Wahl genau noch reichen.

Auch Hübscher wohl nicht gewählt: Gemäss aktuellen Zahlen dürfte die Region Winterthur mit drei Mandatsträgern in Bern im Vergleich zu heute einen Sitz verlieren. Zwischenzeitlich sah es so aus, als würden neu fünf Vertreterinnen und Vertreter nach Bern reisen. Doch auch für den SVP-Kandidaten Martin Hübscher aus der Gemeinde Wiesendangen reicht es gemäss Hochrechnung von 17 Uhr nun doch nicht. Er befindet sich auf dem ersten Nachrutschplatz 12, nach der Bisherigen Therese Schläpfer (SVP) aus Hagenbuch. Rosmarie Quadranti von der BDP wird wahrscheinlich abgewählt. Zwei Bisherige dürften es wieder schaffen: Mattea Meyer (SP) und Nik Gugger (EVP), beide aus Winterthur.

Günthard-Maier mit wenig Chancen: Die Winterthurer hat bis um 17 Uhr über 41’000 Stimmen geholt, wartet aber noch auf die Auszählung in den Winterthurer Wahlkreisen. Erst im Kreis Mattenbach sind die Wähleranteile nach Parteien bekannt: 26,79 Prozent gehen an die SP, 19,98 an die Grünen, 15,75 an die SVP und 12,45 an die Grünliberalen. Der Anteil der FDP beträgt 7,63 Prozent. Parteikollege Urs Hofer verpasst nach aktuellem Stand die Wahl in den Nationalrat klar.

Gugger wird wiedergewählt: Bereits ziemlich sicher ist, dass der Winterthurer Nik Gugger den EVP-Sitz erfolgreich verteidigen kann und die Wiederwahl in den Nationalrat schafft. Er freut sich darum über das Wahlresultat, auch wenn er im Ständerat nur ein mässiges Resultat erzielt hat.

Grüne und GLP im Plus: Die grünen Parteien legen in allen bisher ausgezählten Wahlkreisen in der Region Winterthur zu. Die SVP und die SP verlieren vielerorts, aber nicht überall. Es spiegeln sich damit in der Region die Ergebnisse, die sich auch auf Kantonsebene abzeichnen. Erstaunlich ist, wie stark die Grünen zulegen können. In Elgg gewinnen sie beispielsweise 6,2 Prozent und kommen neu auf 10,3 Prozent. Sie können ihren Stimmenanteil also mehr als verdoppeln. Interessant: Die GLP kann in Elgg nur 2,8 Prozent zulegen, dabei ist mit Christoph Ziegler ein Grünliberaler Gemeindepräsident. Allerdings: Die GLP liegt in Elgg mit 13,6 Prozent immer noch vor den Grünen.

GLP teils vor der SP: Im Weinland legt die GLP dafür kräftig zu. Etwa in Hettlingen, wo kürzlich sogar eine Klimademonstration stattfand. Dort gewinnt die Öko-Partei 6,3 Prozent und kommt neu auf 18,8 Prozent. Sie liegt damit beispielsweise weit vor der SP. Auch in SVP-Hochburgen wie Berg am Irchel erreichen die Grünliberalen hohe Wähleranteile.

Quadranti bleibt im Wahlkampf chancenlos: Die bisher ausgezählten Gemeinden sagen den Verlust des letzten BDP-Sitzes des Kantons voraus. Es ist der Sitz, den bisher Rosmarie Quadranti innehatte. Sie bedauert das schlechte Abschneiden ihrer Partei sehr, hat sich doch die Stimmenzahl im Vergleich zur Wahl 2015 von 30’000 auf 18’000 beinahe halbiert. Sie begründet das schlechte Resultat unter anderem auch mit einer «gewissen Vernachlässigung» der medialen Berichterstattung. «Ich möchte zwar keine Medienschelte betreiben, aber es gelingt uns einfach nicht, unsere Politik nach aussen zu transportieren.» Was nicht rübergekommen sei, seien insbesondere die «starken Rezepte der BDP in Umweltfragen», sagt sie. Die Behauptung, dass die zur Mini-Partei schrumpfende BDP nach dem Rücktritt ihrer Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf keine Zukunft mehr habe, verneint sie trotz heutiger Wahlschlappe vehement. «Ich glaube daran, dass es eine bürgerliche Partei wie die BDP braucht.»

Wahlbeteiligung tiefer als vor vier Jahren: Die Wahlbeteiligung auf nationaler Ebene beträgt rund 44 Prozent und damit über 3 Prozent tiefer als vor vier Jahren. Werfen wir einen Blick auf bereits ausgezählten Gemeinden im Bezirk Winterthur, so liegt die Mobilisierung tiefer: In Hettlingen beträgt die Beteiligung nur 30,02, etwas mehr Beteiligung wird in den Gemeinden Elsau (31,45) Seuzach (36,55) und Elgg (36,87). In Schlatt beträgt die Wahlbeteiligung immerhin 42,72 Prozent, in Altikon 59,23 Prozent. Hagenbuch, die Gemeinde von SVP-Nationalrätin Therese Schläpfer, verzeichnet gar 64,51 Prozent.

Erstellt: 20.10.2019, 15:28 Uhr

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Den Landboten digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 25.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!