Fasnacht

Fasnacht mit einem Frosch im Herzen

György Farkas ist der Präsident des Fasnachtsvereins Narrensiegel Töss. Der Verein organisiert die «Nachlese», ein stadtbekanntes Fest, und pflegt das gesprochene Narrenwort.

«Wir sind mit dem kleinsten, dafür aber lautesten Wagen dabei.» Der Umzug ist für György Farkas ein Höhepunkt der Winterthurer Fasnacht.

«Wir sind mit dem kleinsten, dafür aber lautesten Wagen dabei.» Der Umzug ist für György Farkas ein Höhepunkt der Winterthurer Fasnacht. Bild: PD (Symbolbild)

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Wie kommt es, dass Sie sich für die Winterthurer Fasnacht engagieren?
György Farkas: Ich bin in Töss aufgewachsen und ging schon als Kind gerne an die Fasnacht. Heute wohne ich nicht mehr dort, bin aber immer noch mit vollem Herzen an der Tössemer Fasnacht dabei. Zudem war 1986 mein Schwiegervater an der Gründung des Narrensiegels Töss beteiligt. Unser Verein feiert somit dieses Jahr das 33-Jahr-Jubiläum, also dreimal elf. Übrigens werde ich dieses Jahr 55, auch eine Narrenzahl. 

Was ist für Sie der Höhepunkt der Winterthurer Fasnacht?
Aus Sicht des Narrensiegels Töss ist das unsere «Nachlese» am 16. März, also ein Woche nach der Winterthurer Fasnacht.  An diesem Fest ist immer ein Stadtrat Ehrengast. Diese Jahr dürfen wir Christa Meier begrüssen. Es könnte sein, dass wir sie mit Sprüchen etwas kitzeln und sie auf die Schippe nehmen. Ein weiterer Höhepunkt ist für uns der Fasnachtsumzug. Wir sind mit dem kleinsten, dafür aber lautesten Wagen dabei. 

Könnten Sie ein Beispiel nennen, was Sie früher mit Stadt­räten anstellten, damit Christa Meier sich vorbereiten kann?
Michael Künzle war zweimal zu Gast bei uns, einmal, als er noch Polizeivorstand war. Damals haben wir ihn an der «Nachlese» verspottet, weil er ohne richtiges Schwert in der Hand nicht imstande sei, die Verbrecher in der Stadt zu stoppen. Er musste wie in einer alten Sage ein Schwert aus einem Stein ziehen. Das hat er dann geschafft.

«Ich kann mich verkleiden, kann aus mir rauskommen und für einmal meine Grenzen sprengen.»

Ihr Verein besitzt ein eigenes Siegel, das einen Frosch zeigt. Wieso dieses Tier?
Der Frosch ist Maskottchen von Töss und vor allem der Tössemer Fasnacht. Am 8. März gegen 18.30 Uhr übergibt dieses Jahr die Stadtregierung auf dem Neumarkt ihren Schlüssel den Winterthurer Narren. Da sind wir in Uniform und mit Froschmaske dabei. Zuvor müssen sich alle Mut antrinken: die Stadträte den Mut, Winterthur uns zu überlassen, und wir den Mut, die Regierung zu übernehmen. Selbstverständlich geben wir den Schlüssel nach der Fasnacht wieder zurück, und zwar direkt an einer Stadtratssitzung.

Im Internet treten Sie als «Lighthammel» des Narren­siegels auf. Was «verlightet» Sie dazu?
Ganz einfach, mein aufstehendes, lichthelles Haar. 

Winterthur ist historisch eine protestantische Stadt. Passt die Fasnacht überhaupt zu dieser Stadt?
Die Winterthurer Fasnacht hat schon lange wieder eine Tradition. Vor 80 Jahren wurde das Winterthurer Fasnachtskomitee gegründet. 80 ist zwar keine Narrenzahl, aber doch schon eine lange Zeit.

Wozu braucht es eine Fasnacht? 
Ich kann mich verkleiden, kann aus mir rauskommen und für einmal meine Grenzen sprengen. Das tut gut, solange es nicht die Grenzen des Anstands und des gesunden Menschenverstands sind. 

Welche Altersgruppe interessiert sich vor allem für die Fasnacht?
Natürlich feiern alle Altersgruppen an der Fasnacht mit. Es fällt aber auf, dass gerade jüngere Festbesucher sich seltener kostümieren. Ausserdem haben wir vom Narrensiegel Töss Mühe, jungen Nachwuchs zu finden. Wir sind noch zu fünft. 

Wie lange vor der Fasnacht beginnen Sie mit den Vorbereitungen?
Wir halten uns an den Grundsatz «Unter Druck arbeitet man am besten» und fangen erst nach Weihnachten an. 

Und der Tag nach der Fasnacht? Sind Sie dann am Boden zerstört? Brauchen Sie dann Ferien?
Am Tag danach räumen wir auf. Es bringt uns auf die Beine, wenn wir am Ende den Festsaal wieder aufgeräumt und frisch geputzt vor uns sehen. Am Montag danach gehe ich wieder zu meiner Arbeit in einem grösseren Ingenieurbüro in Winterthur. 

«Nachlese», 16. März, ab 19.19 Uhr im Pfarreizentrum St. Josef, Info@narrensiegel.ch.

Erstellt: 23.02.2019, 12:01 Uhr

György Farkas, Präsident des Fasnachtsvereins Narrensiegel Töss

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