Veränderung

Frauen auf dem Vormarsch

Die Frauen haben bei den Wahlen am Sonntag aufgeholt. Sowohl im Stadtrat als auch im Gemeinderat stieg ihr Anteil, obwohl die Voraussetzungen für manche nicht ideal waren.

Mit Barbara Günthard (FDP), Yvonne Beutler (SP) und Christa Meier (SP) sind neu drei Frauen im Stadtrat vertreten.

Mit Barbara Günthard (FDP), Yvonne Beutler (SP) und Christa Meier (SP) sind neu drei Frauen im Stadtrat vertreten. Bild: Enzo Lopardo

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Ausgeglichen ist das Verhältnis der Geschlechter zwar noch nicht. Doch die Frauen erzielten am Sonntag ein beachtliches Resultat. Im Stadtrat beträgt der Frauenanteil neu 42,9 Prozent (vorher 28,6), im Gemeinderat 41,7 Prozent (vorher 38,3). In Sitzen entspricht das einem zusätzlichen Sitz im Stadtrat und zwei mehr im Gemeinderat.

Dies hatte nicht unbedingt erwartet werden können. Denn vor allem FDP und SVP setzten fast ausschliesslich Männer auf die besten Listenplätze. Im Vorfeld war klar, dass bei unveränderter Ausgangslage der Frauenanteil im Parlament gar sinken würde.

FDP und SVP setzten fast ausschliesslich Männer auf die besten Listenplätze.

Doch offenbar ist es einigen Frauen gelungen, sich mit einem guten Wahlkampf bei den Gemeinderatslisten nach vorne zu arbeiten. Von den sechs neuen SP-Parlamentariern sind vier Frauen. Und dies obwohl die SP Männer und Frauen stets im Wechsel auf der Liste platziert hatte.

Alle vier neuen Frauen haben deutlich Plätze gut gemacht. Pia Schoch beispielsweise stieg ganze zehn Plätze auf. Bei den Grünen ging der zusätzliche Sitz ebenfalls an eine Frau, und zwar an Nina Wenger, die einen Platz gut machte.

Die FDP, in der laufenden Legislatur im Parlament ein reiner Herrenclub, hatte auf Antrag des FDP-Vorstandes eigentlich zwei Frauen auf die Spitzenplätze der Liste setzen wollen. Die Basis entschied jedoch zugunsten der Bisherigen. Die Wähler goutierten dies jedoch nicht.

Sowohl Romana Heuberger als auch Carola Etter Gick arbeiteten sich auf der Liste nach vorne. Heuberger vom 9. auf den 5. Platz, Etter Gick vom 8. auf den 7. Als Folge davon wurde der Bisherige Christoph Magnusson trotz Sitzgewinn der FDP abgewählt.

Viele Aufsteigerinnen

Auffällig ist bei der FDP, dass auch andere, weit hinten platzierte Frauen enorm aufholen konnten. Michèle Buchmann stieg vom 41. Listenplatz auf den 15., Kerstin Habegger vom 40. auf den 16. und Nicole Feer gar vom 50. auf den 17. Die Botschaft scheint klar. Die FDP Wählenden hätten sich gewünscht, dass den Frauen bessere Positionen zugeteilt würden.

Die Botschaft ist klar: die Wähler hätten sich gewünscht, dass den Frauen bessere Positionen zugeteilt würden.

Das bestätigt auch Bea Schläpfer, Präsidentin der FDP-Frauen. «Es ist uns klar ein Anliegen, dass die Frauen auf den Listen künftig besser platziert werden.» Sie sei jedoch hocherfreut, dass die Spitzenkandidatinnen sich mit einem guten Wahlkampf doch einen Platz im Rat erkämpft hätten. Die FDP-Frauen hatten unter anderem eine eigene Plakatkampagne lanciert.

Keine Chance sich nach vorne zu arbeiten hatten dagegen die SVP-Frauen. Die beiden Bisherigen, Chantal Leupi und Gabriella Gisler-Burri wurden zwar wiedergewählt. Doch die erste neue Frau findet sich erst auf Platz 16. Die Chance auf einen der zehn Sitze nachzurücken ist nicht gross.

Den höchsten Frauenanteil aller Parteien hat derzeit übrigens die CVP inne. Dies weil zwei der drei Sitze mit Frauen besetzt sind. Das war vor vier Jahren noch ganz anders. Damals schafften bei der CVP nur Männer den Sprung ins Parlament.

Unverändert ist die Geschlechter-Konstellation bei EVP, AL, Piraten und EDU. Bei den Grünliberalen dagegen ging der Sitz der zurücktretenden Rahel Comfort an einen Mann.

Nicht allen Frauen lief es am Sonntag wunschgemäss: Die BDP schaffte den Einzug ins Parlament nicht und Yvonne Gruber verlor ihren Sitz.

Frauen im Gemeinderat auf dem Vormarsch: Sieben von zehn Neuen sind weiblich.

(Landbote)

Erstellt: 05.03.2018, 17:42 Uhr

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