ZHAW

Frust in Studentenbar: Kasse mit Saisonumsatz weg

In der Türmli-Bar fehlt seit der letzten grossen Party des Semesters die Bargeldkasse samt Inhalt. Die Suche nach dem Dieb scheint aussichtslos.

Ein Bier kostet vier Franken: Bar im Türmlihaus-Keller.

Ein Bier kostet vier Franken: Bar im Türmlihaus-Keller. Bild: Madeleine Schoder

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Es war die letzte grosse Studentensause des Semesters: die Frackwochen-Afterparty. Die von Studenten geführte Türmli-Bar im Keller des Studentenwohnheims an der Technikumstrasse war gut gefüllt, die Kasse ebenso. Doch am nächsten Morgen war sie verschwunden. Inhalt: über 3000 Franken. «Die gesamten Einnahmen der Saison», wie Philipp Hannen, Präsident des Vereins Türmli-Bar, sagt.

Die Eingangstür war offen

Die Kasse werde nicht in der Bar selbst, sondern an einem anderen Ort innerhalb des Türmlihauses aufbewahrt, sagt Hannen. Zutritt haben normalerweise nur Bewohner. Allerdings sei die Tür wegen Bauarbeiten nicht verschlossen gewesen. Als Dieb infrage kommt also fast jeder.

Für den Verein, der die Bar seit 2016 betreibt, ist der Diebstahl der Kasse ein harter Schlag. «Wir haben seit unserem Start über 10 000 Franken Schulden abtragen können und hätten erstmals Geld für Investitionen übriggehabt», sagt Hannen. Jetzt warten offene Rechnungen. Mit dem Bierlieferanten Hako habe man bereits eine Verlängerung der Zahlungsfrist vereinbart und mit der Vermieterin, der Wohngenossenschaft Woko, habe man einen Mahnstopp vereinbart.

Ein ungünstiger Zeitpunkt

Während des Semesters war die Bar, die vor allem von Studierenden der ZHAW School of Engineering beliebt ist, zuletzt jeden Donnerstagabend geöffnet. «Der Diebstahl trifft uns zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt», sagt Hannen. «In den Semesterferien sind sowohl unsere Helfer als auch die Studierenden weg.» Um trotzdem liquide zu bleiben, denkt der Verein jetzt über eine Austrinkete des Bierbestands nach. Auch vermehrte Vermietungen der Türmli-Bar an Private oder gar eine Spendenaktion sind denkbar.

«Wir mussten uns schon anhören, dass das unvorsichtig war.»Philipp Hannen, Präsident des Vereins Türmli-Bar

Eine solche ist bereits am Laufen, und zwar für eine grössere Renovation mit neuem Tresen und neuer Technik. 50 000 Franken will der Verein zusammenbekommen, gut 4000 Franken sind bereits erreicht. «Dieses Geld ist vom Diebstahl der Kasse nicht betroffen, es liegt auf einem separaten Bankkonto», sagt Hannen. «Wir möchten es aber auch nicht zur Deckung unseres aktuellen Defizits verwenden. Das ist nicht der Zweck, für den die Leute spendeten.»

«Wir machen weiter»

Das Ende der Türmli-Bar bedeute dieser Rückschlag aber nicht. «Wir machen weiter!», sagt Hannen. Künftig vielleicht mit weniger Bargeld in der Kasse. «Wir mussten uns schon anhören, dass das unvorsichtig war.» Im Renovationsprojekt, das am 22. Februar vorgestellt wurde, hatte man bereits an diesen Fall gedacht: Neben anderen Massnahmen war auch ein Safe für Bargeld eingeplant. (Landbote)

Erstellt: 12.06.2018, 16:26 Uhr

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