Natur

Fuchsrot in Töss, schwarz-braun im Lind

In welchem Stadtteil huschen welche Eichhörnchen umher? Die Winterthurerinnen und Winterthurer haben fleissig gezählt. Aber es gibt noch schwarze Flecken.

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Der Hitzesommer dürfte auch den Eichhörnchen zugesetzt haben: Das Nahrungsangebot ist in dieser Jahreszeit ohnehin besonders knapp – die goldene Nuss-Zeit kommt erst im Herbst – und die Bäche, aus denen Eichhörnchen trinken, führen teils kaum mehr Wasser. «Die letzten Monate waren sicherlich ein Stresstest», sagt Anouk Taucher von den Projekten StadtWildTiere und Wilde Nachbarn.

Deren «Aktion Eichhörnchen» bezweckt aber anderes, als geschwächte Tiere durch den Sommer zu bringen. Es geht darum, herauszufinden, welche Eichhörnchenart wo vorkommt und wie häufig. «Fuchsrot oder schwarz-braun?», diese Frage gilt es zu beantworten.

In einem sogenannten Citizen-Science-Projekt die breite Bevölkerung vor einem Jahr dazu aufgerufen, online einzutragen, wann und wo sie in ihrem Quartier ein Eichhörnchen gesichtet haben und eben, ob es ein fuchsrotes war oder ein schwarz-braunes. Denn, man glaubt es kaum, über den aktuellen schweizweiten Bestand von Sciurus vulgaris ist kaum etwas bekannt. Der letzte gebundene Säugetieratlas ist 20 Jahre alt – und vergriffen.

Refugium «Villa Bühler»

Das Naturmuseum Winterthur beteiligt sich am Projekt «Stadtwildtiere» und ist mit den Quartierzeitungen in Kontakt, um es bekannter zu machen. Innert sechs Monate haben die Winterthurerinnen und Winterthurer gegen 50 Eichhörnchen-Bilder auf der interaktiven Karte winterthur.stadtwildtiere.ch hochgeladen. Der Quartier-Überblick zeigt: Die schwarz-braunen Tiere könnten leicht in der Überzahl sein. Vor allem am Brühlberg und am Rychenberg wurden sie öfters gesichtet.

Anders in Töss und in Veltheim, wo mehrere rote Eichhörnchen zu leben scheinen. Sehr aktiv und immer wieder vor die Linse gingen zwei Tiere rund um die Villa Bühler. Allerdings nicht bewohnt zu sein scheint der Stadtpark mit seinen hohen alten Bäumen. «Wahrscheinlich, weil er durch den Verkehr etwas abgeschnitten ist und sich das benachbarte Quartier als Lebensraum genauso anbietet», vermutet Sabrina Schnurrenberger vom Naturmuseum. Auch vom Stadtrand in Richtung Wiesendangen, bei Stadel oder Reutlingen fehlen noch Beobachtungen.

Pfeifender Verwandter

Die Vernissage zur Ausstellung «Eichhörnchen» im Naturmuseum findet am 22. September statt. Unter anderem wird dort auch eine grosse schwarzbraun-fuchsrot gesprenkelte Übersichts-Karte hängen und in waldähnlicher Umgebung die alltäglichen Aktivitäten von Sciurus vulgaris demonstriert, von der Jungenaufzucht bis zu seinen weltweiten Verwandten der Familie der Hörnchen, von denen es gegen 280 verschiedene Arten gibt. Das Murmeltier gehört dazu, das Gleithörnchen, die Streifenhörnchen oder die tropische Schönhörnchen.

Auch ein paar Fakten zu den einheimischen Fuchsroten oder Schwarz-Braunen könnten den ein oder anderen Besucher zum Staunen bringen. Wer hat zum Beispiel gewusst, dass Eichhörnchen meist Einzelgänger sind, und wer, dass sie auf den Winterschlaf verzichten?

Vernissage der Ausstellung «Eichhörnchen» im Naturmuseum am 22. September. (Landbote)

Erstellt: 29.08.2018, 15:25 Uhr

Stadtweit gespottete Eichhörnchen

(Für eine vergrösserte Ansicht auf die Karte klicken)

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