Fussball-WM

Fussballschauen während der Arbeitszeit ist fast überall tabu

Mehr als ein Drittel der WM-Spiele findet am Nachmittag statt. Eine kleine Umfrage zeigt: Arbeitgeber sind meist tolerant, wenn jemand für ein Spiel frei nehmen will. Live-TV am Arbeitsplatz erlauben aber die wenigsten.

Die Bildschirme am Arbeitsplatz sollen nicht für das Fussballschauen genutzt werden.

Die Bildschirme am Arbeitsplatz sollen nicht für das Fussballschauen genutzt werden. Bild: Keystone

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Dafür, dass das WM-Fieber bei manchen Mitarbeitenden grassiert, haben lokale Arbeitnehmer Verständnis. Einige unterstützen es sogar. «Bei Fussball-Events wie der WM statten wir die Cafeteria und das Restaurant in der Klinik Schlosstal gewöhnlich mit einem Fernseher aus», sagt Jaqueline Wettstein, Kommunikationsverantwortliche der Integrierten Psychiatrie Winterthur (IPW). So könnten IPW-Mitarbeitende während der Mittags- oder Kaffeepause die Spiele verfolgen. Bei Kistler wurde ein Tippspiel lanciert, wie Sprecherin Cara-Isabell Maercklin sagt. Während der Arbeitszeit Matches zu schauen, ist aber tabu. «Es steht jedem Firmenstandort frei ein gemeinsames Public Viewing zu organisieren— nach Feierabend.»

Streamingdienste gesperrt

Noch deutlicher äussern sich die Grossverteiler. Die meisten Mitarbeitenden hätten ohnehin keine Möglichkeit am Arbeitsplatz fernzusehen, sagt Coop-Sprecherin Yvette Petillon. Darüber hinaus gehe man davon aus, dass die Mitarbeitenden am Arbeitsplatz arbeiten und nicht fernsehen. Und bei Migros heisst es trocken: «Das Anschauen der Spiele erfolgt in der Freizeit und wird nicht als Arbeitszeit betrachtet.» Streaming-Dienste wie Wilmaa oder Zatoo seien ohnehin gesperrt.

Bei der Swica gibt es kein TV-Verbot. Laut Sprecherin Gioia Zogg dürfen Mitarbeitende im Büro Spiele verfolgen und sich informieren, sofern die Arbeit oder andere Teammitglieder nicht darunter leiden. Allerdings gilt diese Zeit dann nicht als Arbeitszeit, das heisst, die Mitarbeiter müssen in dieser Zeit ausstempeln.

Auch die ZHAW-Beschäftigten dürfen, falls es betrieblich passt, den einen oder anderen Match schauen. Dies sei dank flexibler Arbeitszeiten möglich, sagt Sprecher Manuel Martin.

Bei der Stadtverwaltung gilt ebenfalls die Jahresarbeitszeit. Diese Flexibiltät erlaube es den Mitarbeitenden, auch einmal am Nachmittag früher zu gehen und ein Spiel zu schauen. Die entsprechende Zeit müsse vor- und nachgeholt werden, heisst es beim Personalamt. Bei jenen Mitarbeitenden mit Dienst- oder Schichtplan, versuche man frühzeitig eingebrachte Wünsche zu berücksichtigen. «Aber natürlich muss die Stadtverwaltung ihre Dienstleistung auch während eines WM-Matches anbieten.»

Bei der Stadtpolizei hat man Verständnis für das WM-Fieber. «Entsprechend gibt es bei uns kein Streaming-Verbot während der Arbeit», sagt Sprecher Michael Wirz. Insbesondere wenn während des Bereitschaftsdienstes mal nicht so viel laufe, sei es möglich, ein Spiel zu verfolgen. «Wichtig ist, dass die dienstlichen Verrichtungen nie beeinträchtigt werden und die Polizistinnen und Polizisten wenn nötig sofort ausrücken können.»

«Teil der Schulkultur»

Mehr Spielraum haben die Schulen. Wie Stadtrat Jürg Altwegg sagt, gibt es keine offzielle Regelung für solche Anlässe, ausser, dass die Unterrichtseziten gelten. Es liege in der Zuständigkeit der Schulen zu entscheiden, ob und wie die Spiele in den Unterricht eingebaut würden. «Mal ein Fussballspiel gemeinsam anzuschauen, kann durchaus Teil der Schulkultur sein.» (Der Landbote)

Erstellt: 15.06.2018, 18:20 Uhr

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