Winterthur

Genau 250 Jahre nach ihrem Bau bekommt die «rote Trotte» einen neuen Zweck

Die historische Trotte der Baufirma Brossi wird sorgfältig umgebaut und neu genutzt. Die landesweit tätige Cateringfirma Maiergrill wird dort ihr Domizil haben und einen Eventraum betreiben.

Die Trotte von 1766 im Schlosstal wird zum Eventlokal mit rauchfreien Grills als Alleinstellungsmerkmal.

Die Trotte von 1766 im Schlosstal wird zum Eventlokal mit rauchfreien Grills als Alleinstellungsmerkmal. Bild: pd

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Am Anfang war die Wülflinger Dorfet und das ewige Problem ­jedes Grillspiessbraters: verkohltes Fleisch oder nur halb gegartes. Der inzwischen verstorbene Wülflinger Urs Maier kannte dieses Problem vom Stand des Vereins Pro Wülflingen, und er nahm sich als Konstrukteur dessen an: Für die Wülflinger Dorfet von 1994 konstruierte er den ersten Maiergrill. Dessen Geheimnis: Jeder Spiess wird gleichmässig und gleich lang gegrillt. Zudem kommt die Hitze von hinten, sodass kein Öl ins Feuer tropft und das ganze Grillen rauchfrei vonstattengeht. Zumal der Prototyp mit Holzkohle von einem gasbetriebenen Modell abgelöst wurde.Zwei Jahre später gründeten Urs Maier und sei Göttibub Andreas Maier die Maiergrill GmbH. Sie hatten vor, ihr Produkt zu vermarkten. Doch sie merkten: Den neuen Grill zu verkaufen, war schwieriger, als ihn zu bedienen. «Wir scheiterten, doch daraus wuchs die neue Idee», sagt Andreas Maier rückblickend. Die Maiergrill AG ist heute eine landesweit tätige Cateringfirma, die rund 500 Anlässe pro Jahr bedient, mit 10 fix und rund 100 temporär Angestellten (viele davon Studenten). Das Fleisch, die Gemüse, die Vorspeisen und die Desserts, das alles bezieht man von anderen Firmen. Das Businessmodell von Maiergrill ist ­Catering pur und vor allem das rauchfreie Grillieren der Spiesse mit vielerlei dran. Und: Mittlerweile sind drei Grilltypen im ­Einsatz mit unterschiedlicher Spiesschenkapazität: Sie heissen Rondo, Torro S und Torro L.

Gegen 100 Anlässe pro Jahr

Rund zehn Jahre lang war Maiergrill eingemietet in der alten Trotte an der Schlosstalstrasse zwischen Töss und Wülflingen, wo früher die Baufirma Brossi Betonteile goss. Die Idee wuchs, aus dieser «roten Trotte» mehr zu machen als einen Lagerraum: ein Eventlokal. Brossi-Eigentümer Walter Bigler, dem die Trotte gehört, stieg auf Maiers Pläne ein, und gestern war so etwas wie zweite Aufrichte, exakt 250 Jahre nach der ersten am 23. Mai 1766. Die Trotte wird sorgfältig und in Absprache mit der Denkmalpflege umgebaut und isoliert. Die schiessschartenartigen schmalen Öffnungen auf der Westseite bleiben ebenso erhalten wie die charakteristischen Dreiecke auf der anderen Giebelseite. Und das mächtige Dach wird weiterhin ohne Firstbalken auskommen.

Unten werden die Büros von Maiergrill sein, ein Apéroraum sowie die Toiletten, oben entsteht ein 150 Quadratmeter grosser Eventraum für bis zu hundert Personen. Am 1. Juli soll alles bereit sein. Andreas Maier rechnet mit gegen hundert privaten Feiern und Firmenanlässen pro Jahr vor allem freitags und samstags. Der Umbau liegt in den Händen von Michele Nolè, der in Neuhausen ein Architekturbüro führt.

Die Baufirma Brossi selber ist auf dem Gelände nicht mehr aktiv, sie operiert von der Wülf­lingerstrasse aus. Von der Baufirma getrennt hat Walter Bigler schon vor Jahren die B-Treuhand AG, die für sämtliche Liegenschaften zuständig ist und die dem Discounter Aldi auch dessen Gelände im Baurecht überliess. (Der Landbote)

Erstellt: 23.05.2016, 19:45 Uhr

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