Show

Gesättigt von Kalorien, Klamauk und Kapriolen

Nach der diesjährigen, der 18. Premiere des Verzehrtheaters «Clowns & Kalorien» ist festzuhalten: Nach fünf Stunden geht man in jeglicher Hinsicht gesättigt von dannen.

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Man ist gewarnt, und wer das nicht mag, geht gar nicht erst hin: Üppig kitschig sei die Ambiance, steht schon in der Ankündigung. Überall Lichterglanz und Glitzern, im Aperodrink steckt ebensoviel Blumenpracht wie Alkohol, Schwaden von Trockeneis fliessen aus den Glaskelchen, und beim Gang an den zugewiesenen Platz merkt man rasch: Auf dem Tischen liegt so viel Tand und Flitterkram, dass es schwierig wird, die diversen Gläser auch noch dazwischen zu platzieren. Kurzum: Mit «kitschig-üppig» ist hier nicht zuviel versprochen.

Schon gut gebucht

Wir sind im Zelt von «Clowns & Kalorien» auf der Wiese zwischen Zeughaus und Herz-Jesu-Kirche, im Varieté, das sich Verzehrtheater nennt und das heuer schon zum 18. Mal auf Tournee ist. Winterthur die vierte und letzte Station, hier gastiert man bis 4. Februar. Viele Abende sind schon voll ausgebucht, besonders an den Wochenenden, letzte Plätze aber seien noch zu haben.

Die Chefin aller 32 Mitarbeiter ist die omnipräsente Marion Gasser. Sie ist nicht nur für das Menü und die frische Küche verantwortlich, sondern singt auch die Ouvertüre (zusammen mit dem jungen Winterthurer Luca Bretscher), sie begrüsst die Gäste und macht selbst als Revue-Girl gute Figur. Ihre Söhne Domino und Merlin Gasser gehen ihr zur Hand.

Fast zuviel des Guten

Was auf die Bühne und was auf die Teller kommt in den vier Gängen, zeigt Parallelen: Es ist vielseitig, üppig, gut und vielleicht fast zuviel des Guten. Wer nicht ausgehungert oder mit Holzfäller-Appetit kommt, hat Mühe, diese Kalorienzahl zu bewältigen. Auf der Bühne gibt es eine Mischung aus Profi-Artisten und Hausgemachtem. Domino Gasser etwa gibt den komischen Zauberer, der mehr zum Lachen als zum Staunen ist, und Luca Bretscher singt ein schönes Lied über die Schwierigkeiten, die erotischen Körperteile passend zu benennen.

Zu den Profis zählt der Schlangenmann, der sich als Froschkönig verrenkt, und Silvio, «the Italian Stallion», der als vielseitiger Artist nicht nur jongliert, parliert und balanciert, sondern (wie alle anderen) auch immer wieder serviert. Kevin macht RF Konkurrenz, indem er fünf Rackets aufs Mal in Bewegung hält. Und Jenifer kombiniert auf beeindruckende Art Kraft mit Eleganz. Nicht vergessen wollen wir das Trio mit zwei Violinen und Piano. Und dann ist da noch Conc, der alte Clown: mal melancholisch, mal moderierend, mal etwas müde.

Man bekommt sie alle gern in diesen fünf vollen Stunden im gut geheizten Zelt. Und am Schluss muss man sagen: Man ist voll gesättigt, fast schon übersättigt von all den Kalorien, den Kapriolen und dem Klamauk. (Der Landbote)

Erstellt: 12.11.2017, 17:07 Uhr

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