Winterthur

Gewinner und Verlierer bei den neuen Kultursubventionen

Der Stadtrat will die Beiträge an die Kulturvereine und -organisationen neu verteilen. Bei einem letztjährigen Jubilar sind happige Abstriche geplant.

Weniger Subventionen: Das Sommertheater Winterthur

Weniger Subventionen: Das Sommertheater Winterthur Bild: Marc Dahinden

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Vor zehn Jahren hat die Stadt Winterthur letztmals festgelegt, welche kulturelle Einrichtung sie wie stark finanzieren will. Per Ende Jahr lässt der Stadtrat die befristeten Subventions-Verträge mit den 18 Museen und Vereinen nun auslaufen. Der Topf von jährlich 2,857 Millionen Franken wird gemäss dem neuen Kulturleitbild mit seinen zwei Schwerpunkten «Musik und Museen» ab 2017 neu verteilt, wie der Stadtrat heute Montagvormittag mitgeteilt hat. Insgesamt werden die Beiträge zwar um gut 300‘000 Franken aufgestockt. Aber es gibt sowohl Gewinner als auch prominente Verlierer, wie die aufgeschaltete Tabelle zeigt.

Die Gewinner: Foto, Film und Rock’n’Roll

Am meisten neues Geld bekommt der Historische Verein und sein Projekt «Museum schaffen», ein Heimatmuseum, das die Menschen als «Schaffende» und das Thema Arbeit in den Mittelpunkt stellt. Dessen Beiträge sollen um 108‘000 Franken auf 140‘000 Franken angehoben werden.

86‘000 Franken mehr sollen die internationalen Kurzfilmtage bekommen und mit neu 180‘000 Franken fast doppelt so viel wie bisher. Auch die Clubszene darf anstossen: Dem Verein On’Thur, in die sich vier Musikclubs Salzhaus, Gaswerk, Kraftfeld und Albani organisieren, soll jährlich neu mit 375‘000 Franken unterstützt werden, 80‘000 Franken mehr als zuvor.

Besonders gut meint es der Stadtrat auch mit dem Fotomuseum Winterthur(+48‘000 Fr., neu 460‘000 Fr.), dem Filmfoyer/Kino Cameo (+38‘000, neu: 100‘000) und der Villa Sträuli (+20‘000, neu 25‘000 Fr.).

Die Verlierer: Sommertheater und der Jazzverein

Schmerzliche Abstriche hinnehmen muss das Sommertheater Winterthur, das letztes Jahr sein 150-jähriges Jubiläum feierte. Sein Subventionsbeitrag will der Stadtrat um gut 20 Prozent auf 200‘000 Franken kürzen (-51‘000 Fr.). Der Verein und Konzertorganisator Jazz in Winterthur wird gar nicht mehr unterstützt (-78‘000 Fr.).Das fällt insofern bedingt ins Gewicht, weil man dort offenbar sowieso eine «Denkpause» einlegen wolle. Und die 51‘000 Franken, die dem Verein Theater am Gleis weniger budgetiert werden, ist eine rein buchhalterische Korrektur. Das auf neue Musik spezialisierte Ensemble TaG soll nun nicht mehr über das Theater, sondern per separatem Betrag (35‘000 Fr.) unterstützt werden.

Etablierte Arbeitgeber stärken

Vor dem Hintergrund des neuen Kulturleitbildes, der Argumente der Antragssteller und der aktuellen Kennzahlen habe der Stadtrat die Neuverteilung intensiv beraten, wie er schreibt. Ausschlaggebend seien auch «Relevanz und Professionalität» der einzelnen Institutionen. Betriebe mit fixen Arbeitspensen, die langfristig planen müssten, würden bevorzugt. An diesen Kriterien sollen sich auch künftige Antragssteller messen.

Wie die Subventionsbeiträge tatsächlich verteilt werden, bestimmt letztlich der Gemeinderat. Er berät noch im ersten Quartal diesen Jahres darüber.

Insgesamt machen die 2,86 Millionen Franken nur einen Bruchteil der gesamten jährlichen Kultursubventionen aus. Diese belaufen sich 2016 auf 32,4 Millionen Franken. Davon gehen allein rund 8 Millionen Franken an die Bibliotheken und 4 Millionen Franken ans Theater Winterthur.

Erstellt: 01.02.2016, 12:15 Uhr

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