Winterthur

Gross und dennoch günstig — das Geheimnis des neuen Schulhauses

Das Schulhaus Wallrüti ist erst 44 Jahre alt, aber bereits nicht mehr zu retten. Vor allem der Rost hat ihm stark zugesetzt. Der Ersatzbau soll 31,5 Millionen Franken kosten und im Jahr 2022 bezugsbereit sein.

Die Klassenzimmer des neuen Schulhauses werden über Treppen und Laubengänge von aussen erschlossen.

Die Klassenzimmer des neuen Schulhauses werden über Treppen und Laubengänge von aussen erschlossen. Bild: pd

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Der geplante Neubau Wallrüti ist eines der günstigsten neuen Schulhäuser der letzten Jahre und mit 28 Zimmern trotzdem bald das grösste auf Stadtgebiet. Wie der Stadtrat mitteilt, liegt nun das Bauprojekt mit Kostenvoranschlag vor: 31,5 Millionen betragen die Gesamtkosten. Zum Vergleich: Das Schulhaus Neuhegi mit 17 Klassenzimmer kostete 39 Millionen, Zinzikon mit 16 Klassenzimmern 34 Millionen Franken.Dass das Schulhaus so günstig realisiert werden kann, verdankt es der besonderen Bauweise. Die Räume werden nicht von innen, sondern vollständig von aussen erschlossen. Im Erdgeschoss ist der Zugang zum Gebäude von allen Seiten möglich. In die oberen Geschosse führen vier Treppen, die von einem Laubengang umlaufen werden. Dadurch ist das Gebäude extrem flächeneffizient. Die Heizkosten sind tief, die Belüftung erfolgt lediglich über die Fenster. Zudem ist eine Photovoltaikanlage auf dem Dach vorgesehen, die aus dem Rahmenkredit für erneuerbaren Strom bezahlt wird.

Sanierung zu aufwändig

Der Neubau ist der Ersatz für den heutigen Klassentrakt. Dieser muss abgebrochen werden, weil er grundlegende statische und bauliche Mängel aufweist. Geplant war eigentlich, das Schulhaus zwischen 2007 und 2009 zu sanieren. Doch schon bei der ersten Etappe zeigte sich, dass die Sanierung deutlich aufwändiger und teurer würde als angenommen. Unter anderem kam Asbest zum Vorschein. 2008 beschloss der Stadtrat den Abbruch, der Trakt wurde nur noch im Hinblick auf seinen Rückbau bewirtschaftet und rostete weiter vor sich hin.

Quelle: Stadt Winterthur, Grafik: Schneider Studer Primas und BGS Architekten, da

Länger lässt sich der Neubau nun nicht mehr aufschieben. Die Statik gibt zu Besorgnis Anlass und muss regelmässig überprüft werden. «Die Zeit drängt», sagt Stadtrat Jürg Altwegg (Grüne). Geplant ist, dass der Neubau auf dem nördlichen Teil des Areals entsteht, wo sich heute ein Teil des Pausenplatzes befindet. Während der Bauzeit wird der alte Klassentrakt weiterhin genutzt, ein Provisorium ist nicht nötig. Der Bezug des Neubaus ist auf Anfang 2022 vorgesehen. Um diesen ehrgeizigen Zeitplan einzuhalten, müssen die Bauarbeiten schon vor der Volksabstimmung vergeben werden, damit keine Zeit verloren geht. Zu diesem Zweck hat der Stadtrat dem Gemeinderat zusätzlich zum Kredit für den Ersatzneubau von rund 28,5 Millionen Franken einen vorgezogenen Projektierungskredit von 800 000 Franken beantragt. Rund 2 Millionen Franken wurden bereits in der Planungsphase bewilligt.

Sobald der Neubau steht, wird der alte Klassentrakt schadstoffsaniert und rückgebaut. Der Singsaal- sowie der Turnhallentrakt bleiben vorderhand bestehen. Sie sind in einem besseren Zustand und werden nur sanft saniert. Voraussichtlich im Jahr 2030 soll für diese Gebäude ebenfalls ein Ersatzneubau entstehen.

Ergänzungsbau für Chindsgi

Auch der Kindergarten Wallrüti nutzt im abzubrechenden Klassentrakt des Schulhauses Räume. Es ist deshalb zusätzlich ein Ergänzungsbau direkt beim Kindergarten vorgesehen. Überdies müssen die Bäume beim Parkplatz ersetzt werden.

«Sagt das Volk Nein zum neuen Schulhaus, haben wir ein Problem. Im alten Wallrüti lässt sich der Schulbetrieb nicht mehr lange  aufrechterhalten.»Jürg Altwegg,
Schulstadtrat (Grüne)

Für den Neubau auf dem rund 500 Meter langen und 3,6 Hektaren grossen Areal zwischen dem Stofflerenweg und der Wallrütistrasse entlang der Bahngeleise braucht es überdies einen Gestaltungsplan. Dieser sieht unter anderem vor, dass später ein attraktiver Grünraum in Form eines durchgehenden Parkbands entsteht. Überdies ist eine Umzonung nötig. Denn das Teilgebiet im Norden wurde 2013 von der Zone für öffentliche Bauten in eine dreigeschossige Wohnzone umgezont. Damit das Schulhaus entstehen kann, muss das Land zwingend wieder in eine Zone für öffentliche Bauten umgezont werden. Auf einen Ersatz für die Wohnzone an anderer Stelle will die Stadt verzichten. «Wir brauchen eine längerfristige Reserve», sagt Peter Baki, Leiter Raumentwicklung im Amt für Städtebau. Was an dieser Stelle dereinst entstehe, sei noch völlig offen. Denkbar wären auch weitere Schulzimmer. Denn der Bedarf in Oberwinterthur ist gross. In zehn Jahren werden statt heute 29 insgesamt 47 Oberstufenklassen erwartet.

Einen Plan B hat die Stadt übrigens nicht: «Würde das Volk nein sagen zum neuen Schulhaus, hätten wir ein Problem, denn im Wallrüti lässt sich der Schulbetrieb nicht mehr lange aufrecht erhalten», sagt Altwegg. Aber dieses Problem löse man dann, wenn es sich stelle. (Landbote)

Erstellt: 03.09.2018, 18:26 Uhr

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