Winterthur

Grüne starten Petition für Aquifer II

Bis Weihnachten sollen mindestens 2000 bis 3000 Unterschriften gesammelt werden. Die Forderung: Aquifer retten oder ein analoges Projekt aufgleisen.

Das Stimmvolk habe sich 2015 mit der Annahme des Rahmenkredits für das Energie-Contracting klar für Aquifer ausgesprochen, sagt Partei-Co-Präsident Reto Diener (Grüne).

Das Stimmvolk habe sich 2015 mit der Annahme des Rahmenkredits für das Energie-Contracting klar für Aquifer ausgesprochen, sagt Partei-Co-Präsident Reto Diener (Grüne). Bild: Madeleine Schoder

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Die Frage ist nicht neu: Wie ökonomisch muss ein ökologisches Projekt sein? Im Fall der Heizzentrale Aquifer entschied der Stadtrat im August, der Rentabilität den Vorzug zu geben. Die erwartete Rendite wurde nach unten korrigiert und das ambitionierte Grossprojekt gestoppt. Aquifer hätte das ganze Neuwiesenquartier vom Hauptbahnhof bis zur Blumenau und von der Schützenwiese bis zur Bahlinie nach Schaffhausen mit Energie hauptsächlich aus dem Grundwasser beliefern sollen.

Wie man sich denken kann, sind besonders die Grünen unglücklich über den Entscheid des bürgerlichen Stadtrats. Dieser habe «über den Kopf des Parlaments und auch der Bevölkerung hinweg» entschieden, sagt Partei-Co-Präsident Reto Diener; das Stimmvolk habe sich 2015 mit der Annahme des Rahmenkredits für das Energie-Contracting klar für Aquifer ausgesprochen. Mit der Lancierung einer Petition will die Partei die Bevölkerung zurück ins Spiel bringen. Ab morgen Freitag werden in der Altstadt Unterschriften gesammelt; der Unterschriftenbogen wird auch ins Internet gestellt und dem nächsten Postversand an Sympathisanten beigelegt. Die Unterzeichnenden fordern laut Petitionstext, «das bestehende Projekt Aquifer umzusetzen oder ein analoges Projekt», gegebenenfalls auch mehrere kleinere Projekte, «neu aufzugleisen».

Jeder darf unterschreiben

Anders als bei Initiativen und Referenden bestehen bei Petitionen keine Formvorschriften; unterschreiben dürfen auch Ausländer und Kinder. Bis Weihnachten wollen die Grünen mindestens 2000 bis 3000 Unterschriften gesammelt haben, so sagt Diener, um damit ein «starkes Signal an den Stadtrat» zu senden.

Gemäss dem Stadtrat entschieden mittlerweile mehrere Grosskunden, die ihre Gebäude hätten Aquifer anschliessen können, selber andere Heizungen zu bauen. Laut Diener hat die Grundwasserwärmenutzung nach wie vor grosses Potenzial. Es gelte darum die noch interessierten Eigentümer in ein kleineres Projekt einzubinden oder aber doch noch die Finanzierung des grossen Gesamtprojektes zu sichern - mit «innovativen Lösungen». Konkret heisst das: mit Steuergeldern oder mit den Stadtwerk-Gewinnen aus dem Öl- und Gasgeschäft, mit denen ein entsprechender Fonds gespeist werden könnte. Er sei überzeugt, sagt Diener, dass eine Mehrheit der Bevölkerung bereit sei, sich umweltfreundliche Projekte etwas kosten zu lassen. Zumindest müsse man dies nun diskutieren. (landbote.ch)

Erstellt: 14.09.2017, 16:15 Uhr

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