Winterthur

Grüze Nord ist zurück im Rennen

Die zuständige Nationalratskommission beantragt, dass der Bahnhof Grüze Nord bis 2035 gebaut wird.

Das Projekt «Grüze Nord» bekommt neuen Aufschwung.

Das Projekt «Grüze Nord» bekommt neuen Aufschwung. Bild: Heinz Diener

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die Verkehrskommission des Nationalrats (KVF) will, dass der Bahnhof Grüze Nord in den Bahnausbauschritt 2035 aufgenommen wird. Der Entscheid fiel mit 17 zu 5 Stimmen. Die Kommission begründete ihn damit, dass für das Areal ein hohes Bevölkerungs- und Arbeitsplatzwachstum vorausgesagt werde, was im Gebiet zu mehr Mobilität führen werde.

«Wenn die Leute im Gebiet wohnen und arbeiten, muss der ÖV parat sein.» Stefan Fritschi, Stadtrat FDP Winterthur

Aufgrund dieser Prognosen haben sich die Stadt Winterthur und der Kanton dafür stark gemacht, dass Grüze Nord bis 2035 realisiert wird. Analog zum Ständerat anerkennen auch der Bundesrat und das Bundesamt für Verkehr (BAV) grundsätzlich den Bedarf für den Bahnhof, wollen ihn jedoch erst im darauffolgenden Ausbauschritt realisieren. «Das wäre zu spät», sagt der zuständige Winterthurer Stadtrat Stefan Fritschi (FDP). «Wenn die Leute im Gebiet wohnen und arbeiten, muss der ÖV parat sein.» Würde das Angebot erst danach ausgebaut, könnte es schwierig werden, die Leute vom privaten in den öffentlichen Verkehr zurückzuholen.

«Man hätte also nur sechs Jahre Zeit, bis der Bahnhof stehen müsste – das reicht nicht bei einem Stadtbahnhof»Stefan Fritschi, zum Zeitplan des Bundes

Entsprechend erfreut habe der Stadtrat den Antrag der KVF zur Kenntnis genommen. «Wir hoffen, dass der Ständerat das Projekt Grüze Nord im Bereinigungsverfahren nicht wieder rauskippt», sagt Fritschi. Der Bahnhof sei sehr wichtig, auch schweizweit. In einer Studie, die das BAV in Auftrag gegeben hatte, um das Kosten-Nutzen-Verhältnis der schweizweit beantragten Haltestellen zu beurteilen, hatte Grüze Nord das zweitbeste Resultat.

Ein Aufschub des Bahnhofs Grüze Nord würde auch die Koordination mit dem Brüttemer Tunnel beeinträchtigen, der im Ausbauschritt 2035 realisiert werden soll. Denn über den nächsten Ausbauschritt wird erst 2027 im Parlament entschieden. «Man hätte also nur sechs Jahre Zeit, bis der Bahnhof stehen müsste – das reicht nicht bei einem Stadtbahnhof», sagt Fritschi dazu.

Plus 69 Millionen Franken

Das Projekt hat keinen direkten Zusammenhang mit der Querung Grüze, über die in diesem Jahr abgestimmt wird. Von der geplanten Gleisquerung, einer grossen Busbrücke, sind aber Abgänge auf die Perrons des heutigen Grüze-Süd- und des geplanten Grüze-Nord-Bahnhofs geplant.

Mit den nun von der Verkehrskommission beantragten Bahnhöfen Grüze Nord und Thun Nord würde das Investitionsvolumen des Ausbauschritts 2035 um 69 Millionen auf 12,89 Milliarden Franken erhöht. Der Ausbau wird durch den Bahninfrastrukturfonds finanziert. Der Nationalrat wird die Vorlage voraussichtlich in der Sommersession beraten. (Landbote)

Erstellt: 16.05.2019, 11:22 Uhr

Artikel zum Thema

Rückschlag für «Grüze Nord»

Winterthur Der Bundesrat hat zahlreiche Massnahmen zum Bahnausbau präsentiert, das Ergebnis hält für Winterthur eine Enttäuschung bereit. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben