Winterthur

Gute Stimmung trotz Niederlage in der Nebelsuppe

Vor ausverkauften Rängen verlor der FCW das Derby gegen den FCZ mit 0:2. Die Stimmung blieb friedlich. Doch der Nebel lag so dick, dass zeitweise kaum mehr ein Spielzug zu erkennen war.

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«Herzlich willkommen zum Spiel David gegen Goliath, Rot-Weiss gegen Blau-Weiss.» Der Stadionspeaker versuchte die ausverkaufte Schützenwiese auf ein packendes Derby einzustimmen, nur: Die meisten Spielszenen mussten die Fans eher erahnen, so dick lag der Nebel auf dem Feld, und dies nicht wegen der Petarden, welche die Fans auf beiden Seiten zeitweise abfeuerten.

Friedliche Stimmung

In der zweiten Halbzeit sah man von von der Winterthurer Bierkurve aus zeitweise lediglich noch den FCZ-Goalie, vom Tor in der anderen Spielhälfte waren knapp noch die Umrisse zu erkennen. Während und nach dem Spiel blieb die Stimmung friedlich, wie die Stadtpolizei bestätigt: «Wir sind zufrieden», sagt Sprecherin Bianca Liechti. Der Extra-Zug mit dem FCZ-Tross rollte pünktlich wieder nach Zürich ab.

Der FC Zürich setzt sich zum Vorrunden-Abschluss letzten Endes mit 2:0 durch und überwintert als Leader der Challenge League mit zwölf Punkten Vorsprung auf den Tabellenzweiten Neuchâtel Xamax. Damit realisiert der FCZ zugleich eine Rekordmarke. Als erstes Team seit Gründung der Challenge League im Jahr 2003 überstand der Absteiger aus der Super League die Vorrunde ungeschlagen. Zudem geht der FCZ als einzige Mannschaft der obersten zwei Spielklassen ohne Niederlage in die Winterpause - dies bei einer Bilanz von 15 Siegen und drei Remis.

Gelb-Rot nach 40. Minuten

Adrian Winter (65.) sowie Roberto Rodriguez in der Nachspielzeit trafen für die Gäste. Beim FCZ, der ab der 40. Minute nach einer Gelb-Roten Karte gegen Winterthurs Guillaume Katz in Überzahl agieren konnte, ragte Marco Schönbächler als Ausgangspunkt der besten Offensivaktionen heraus. Er bereitete auch das Tor von Adrian Winter vor. Zudem verpasste er in der 85. Minute noch das vorzeitige 2:0. Unmittelbar davor hatte der Winterthurer Luka Sliskovic mit einer Doppelchance die Möglichkeit zum 1:1-Ausgleich besessen.

Der Erfolg der Gäste geriet davor auch noch deshalb in Gefahr, weil FCZ-Fans nach dem 1:0 mit dem Abfeuern von Petarden die wegen Nebels ohnehin etwas eingeschränkte Sicht auf dem Spielfeld weiter beeinträchtigten. Der Schiedsrichter entschied sich aber zum Weiterspielen.

Winterthurs Baisse geht damit weiter. Der Klub ist seit nunmehr neun Meisterschaftsspielen sieglos und erzielte in den letzten acht Spielen bloss vier Treffer. Der FCZ dagegen erzielte in der Hinrunde mit Abstand die meisten Tore der Liga (48). Vor dem Zürcher Challenge-League-Derby vom Montag waren es 21 Jahre her, seit der FCZ ein Pflichtspiel auf der Schützenwiese bestritt. Im April 1995 trafen die beiden Teams in der Auf-Abstiegsrunde aufeinander. Die Stadtzürcher setzten sich damals als NLA-Klub auf dem Weg zum Klassenerhalt mit 1:0 gegen die in der NLB verbleibenden Gastgeber durch.

Rekordkulisse nach wie vor 1974

Die Schützenwiese war mit 9400 Zuschauern rappelvoll und ausverkauft - die grösste Kulisse in diesem altehrwürdigen Stadion für ein Meisterschaftsspiel seit Jahrzehnten. Rekordkulisse des Derbys FCW gegen den FCZ auf der Schützenwiese sind bis heute jene 12'000 Besucher, die am 10. März 1974 einem 1:1 beiwohnten.

Mitte der Siebzigerjahre war der FCZ noch das dominierende Team der höchsten Spielklasse; 1974 wurde man mit zwölf Punkten Vorsprung Meister, Winterthur wurde damals Vierter.

Winterthur - Zürich 0:2 (0:0) 9400 Zuschauer (ausverkauft/Saisonrekord). - SR Hänni. - Tore: 65. Winter 0:1. 98. Rodriguez 0:2. - Bemerkungen: 37. Tor von Koné (Zürich) annulliert (gefährliches Spiel). 40. Gelb-Rote Karte gegen Katz (Winterthur/zwei Fouls gegen Schönbächler innerhalb einer Minute!). 67. Mehrminütiger Unterbruch wegen dichten Nebels nach Petardenwurf von den FCZ-Fans. 94. Tor von Rodriguez (Zürich) annulliert (Offside von Cavusevic).

Erstellt: 12.12.2016, 23:09 Uhr

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