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Helikopter-Show zur «Geländeübergabe»

Knapp ein Jahr nach der Abstimmung wurde gestern ­gefeiert auf dem Areal des neuen Polizeigebäudes. Wegen einer neuen Regelung ist der Bau auf einmal etwas zu gross geworden.

Handschlag der Stadträte Josef Lisibach (SVP) und Barbara Günthard (FDP) bei der Standarte des Winterthurer Korps, dazwischen Kommandant Fritz Lehmann.
Handschlag der Stadträte Josef Lisibach (SVP) und Barbara Günthard (FDP) bei der Standarte des Winterthurer Korps, dazwischen Kommandant Fritz Lehmann.
Marc Dahinden

Der Begriff klingt etwas militärisch: Geländeübergabe. Gemeint ist die Übergabe des Areals, auf dem das neue Polizeigebäude geplant ist, von Baustadtrat Josef Lisibach (SVP) an Polizeivorsteherin Barbara Günthard (FDP), gestern vollzogen mit einem kleinen Festakt beim Werkhof an der Obermühlestrasse. «Warum so ein Zeugs?», fragte Günthard ­selber in ihrer Rede – schliesslich ist der Spatenstich erst für das zweite Quartal 2019 geplant.

«Warum so ein Zeugs?»

Stadträtin Barbara Günthard hinterfragt ihren eigenen Festakt

Weil dies ein wichtiger Moment für die Stadt sei, so die Antwort. Die Zustimmung der Bevölkerung zum Grossprojekt sei angesichts der Finanzlage keineswegs selbst­verständlich gewesen, und überdies passe die Feier ins Jubiläumsjahr der Stadtpolizei, die 2017 ihr 150-jähriges Bestehen feiert.

Kommandant Fritz Lehmann, stets bestrebt, auf einen haushälterischen Umgang mit Steuergeldern beim 87-Millionen-Franken-Projekt hinzuweisen, versicherte, dass die Ausgaben für die Feier den Grundsteinlegungskosten entnommen worden seien. Nebst einer symbolischen Schlüsselübergabe mit einem Schlüssel aus Brot samt Apero gab es gestern Morgen eine kleine Helikoptershow zu bestaunen, bei der sich Winterthurer Grenadiere aus einem fliegenden Hubschrauber abseilten, solche der Kantonspolizei namentlich («keine Kosten für die Stadt»).

Auf dem Baugelände hat sich seit der Volksabstimmung vor knapp einem Jahr noch nicht allzu viel getan. Man müsse die ­Renovierung des Werkhofs des Tiefbauamts abwarten, hiess es (veranschlagt sind Kosten von 8,5 Millionen Franken), bevor die grosse Baugrube des Polizei­gebäudes ausgehoben werden kann, die bis an die Gebäudefront des Werkhofs heranreichen wird. Der aktuelle Zeitplan sieht die Erteilung der Baubewilligung im dritten Quartal 2018 vor; gegen Jahresende soll dann ein grösseres, bereits geräumtes Gebäude des Werkhofes abgerissen werden. Der Bezug des fertig gestellten Polizeigebäudes ist für das vierte Quartal 2022 vorgesehen.

Keine Arrestzellen mehr

Das Bauprojekt selbst muss derweilen noch angepasst werden, wie Projektleiter Martin Köchli am Rand der Veranstaltung sagte. Weil arretierte Personen seit diesem Sommer zentral bei der Kantonspolizei in Zürich untergebracht werden, entfällt der geplante Arrestbereich im ersten Untergeschoss, rund 70 Quadratmeter gross. Personen, die bis zu 24 Stunden festgehalten werden, werden neu für die Übernachtung nach Zürich gebracht, bevor sie, wieder in Winterthur, polizeilich befragt oder dem Untersuchungsrichter vorgeführt werden.

Der verringerte Platzbedarf soll nicht zu einer Verkleinerung des Gebäudes führen. Vielmehr ist vorgesehen, die nicht mehr benötigte Fläche umzunutzen. Zur Diskussion stehen etwa Ruhe­räume für die Polizisten (einst aus dem Projekt weggespart) oder zusätzliche Lagerfläche.

Die Umnutzung sei sowohl planerisch als auch baulich «kostenneutral», versichert Köchli. Überhaupt habe man bei allem das Kostendach im Auge: «Verteuert sich etwas, muss etwas anderes günstiger werden.» Mehrkosten könnte etwa die Erd­bebensicherheit verursachen; ­aktuell wird geprüft, für welche Teile des Gebäudes die höchste Anforderungsstufe gilt.

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