Porträt

«Heute bin ich schneller beim Vorbereiten der Spiele als früher in der Eulachhalle»

Lange vor dem Anpfiff beginnt die Arbeit von Pfadi-Infrastrukturchef Martin Leuenberger. Der begeisterte Fan, der selbst nicht Handball spielt, fand auf Umwegen zu seinem Job.

Martin Leuenberger in Aktion bei einem der Playoff-Spiele in der Axa-Arena.

Martin Leuenberger in Aktion bei einem der Playoff-Spiele in der Axa-Arena. Bild: Martin Deuring

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Seine Arbeit beginnt schon zweieinhalb Stunden vor dem Anpfiff: Martin Leuenberger bereitet die Axa-Arena vor den Playoff-Spielen von Pfadi Winterthur vor. Er ist als Bereichsleiter Infrastruktur zusammen mit seinem Team im Umfeld der Spiele von Pfadi für die mobilen Bauten und Einrichtungen zuständig. Prallschutzwände aufstellen, Bodenwerbung aufkleben, Elektronik und Lichtpult in Betrieb nehmen – das und noch mehr gehört zu seinem Aufgabenbereich. Eine Stunde vor dem Spiel ist Deadline, dann muss alles funktionstüchtig bereitstehen.

Dabei gilt es, Vorschriften des Schweizerischen Handballverbands zu beachten. «Es gibt zum Beispiel feste Bereiche für die Bodenkleber», sagt Leuenberger. Wenn das Spiel im Fernsehen übertragen wird, sind diese Vorschriften noch strenger. Der Zeitablauf muss genau eingehalten werden und es darf niemand aufs Spielfeld, solange die Fernsehübertragung noch läuft.

Neue Heimstätte

Nach dem entscheidenden Sieg in Thun am Donnerstag spielt Pfadi Winterthur nun im Playoff-Final gegen die Kadetten Schaffhausen. Morgen ist das erste Auswärtsspiel in Schaffhausen, am Sonntag findet das zweite Spiel um den Schweizer-Meister-Titel zu Hause statt. Seit 2018 ist die Axa-Arena die neue Heimstätte von Pfadi Winterthur, früher war das die Eulachhalle.

Bild: Martin Deuring

Die Vorbereitung des Spielfeldes sei in der neuen Arena einfacher, sagt Leuenberger, da ein grosser Teil der Infrastruktur schon fix vorhanden sei und nicht für jedes Spiel aufgebaut werden müsse. Andererseits sei insbesondere das Catering stark gewachsen, was sich zusammen mit dem gestiegenen Zuschaueraufkommen auch positiv auf die Einnahmen auswirke.

Der Bereich Infrastruktur sei «kleiner Teil eines grossen Räderwerks», wozu auch Catering, Kasse, Zeitnehmer, Wischerdienst, Speaker und DJ, die Livestream-Produktion, der Mediendienst und die VIP-Betreuung gehören. «Es sind, je nach Publikumsaufmarsch, jeweils 40 bis 60 ehrenamtliche Helfer involviert», sagt Leuenberger. Diese rekrutieren sich aus Vereinsmitgliedern, Freunden, Familienangehörigen oder auch jugendlichen Arbeitslosen. Zum Dank veranstaltet der Verein nach Saisonende ein Helferessen, zudem erhalten die Beteiligten nach einer gewissen Anzahl Einsätze eine Saisonkarte.

«Beim ersten Halbfinalspiel
fiel nach der Kontrolle ein Teil der Beleuchtung aus.»
Martin Leuenberger
Bereichsleiter Infrastruktur
bei Pfadi Winterthur

Martin Leuenberger fand über den Turnverein Veltheim zum Handball: Der Turnverein war lange für die Infrastruktur von Pfadi zuständig. Seit sechs Jahren kümmert sich Pfadi nun selber um diese Aufgabe. Leuenberger entschied sich, bei Pfadi zu bleiben. Als der ehemalige Leiter Beat Müller aus dem Vorstand zurücktrat, übernahm der 49-Jährige seine Funktion. Leuenbergers Begeisterung für den Sport kam erst mit Pfadi. Selber Handball spielt jedoch nur seine Tochter Larissa, er selbst nicht.

Bild: Martin Deuring

Nervös ist er vor der Vorbereitung eines Spiels nicht mehr, die Routine helfe. Falls doch mal etwas schieflaufen oder kaputtgehen sollte, ist Leuenberger als Abendchef vor Ort, damit er sofort eingreifen kann, wenn etwas nicht läuft, wie es sollte. «Beim ersten Halbfinalspiel fiel nach der Funktionskontrolle ein Teil der Beleuchtung aus», erzählt er. «Deshalb musste ich für die Einlaufzeremonie die Beleuchtung manuell steuern.»

Erstellt: 15.05.2019, 08:40 Uhr

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