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«Heute ist Erziehung ein bewusster Prozess —auch dank den 68ern»

Was löste die 68er-Bewegung in der Schule aus und was ist heute davon übriggeblieben? Charles Baumann, ehemaliger Lehrer und späterer Erziehungsberater, erzählt.

Kinder entscheiden selbst, wann und was sie lernen möchten: Eine antiautoritäre Kölner Schule zu Beginn der 70er-Jahre.
Kinder entscheiden selbst, wann und was sie lernen möchten: Eine antiautoritäre Kölner Schule zu Beginn der 70er-Jahre.
Keystone

Als Schüler kannten Sie die Prügelstrafe, als Lehrer waren Sie bei den Veränderungen der 68er-Bewegung dabei. Wie war das?Charles Baumann:Körperliche Züchtigung war in meiner Schulzeit noch häufig und zu Beginn meiner Tätigkeit als Lehrer keineswegs verschwunden. Sie wurde von vielen Eltern als normal angesehen. Ich bin bis zum neunten Lebensjahr in England zur Schule gegangen. Die Prügelstrafe war institutionalisiert: Die Schüler mussten regelmässig zum Headmaster, wurden mit der Rute gezüchtigt. In der Schweiz habe ich nur einmal eine Ohrfeige erhalten, das war in der dritten Klasse.

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