Winterthur

Hier Geld anlegen, damit in der Ferne das Leben gedeiht

Seit 40 Jahren investiert die Genossenschaft Oikocredit das Geld ihrer Mitglieder in Entwicklungsländern. Nun hat sie ihren Sitz nach Winterthur verlegt.

Die Cooperative Norandino in Peru produziert zu fairen Bedingungen.

Die Cooperative Norandino in Peru produziert zu fairen Bedingungen. Bild: pd

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Viele verantwortungsbewusste Konsumenten fahren nicht Auto, fliegen selten und achten beim Einkaufen auf fair gehandelte Produkte. Doch auch Menschen, denen Umwelt und Menschenrechte ein wichtiges Anliegen sind, unterstützen mit ihrem Bankkonto oft unwissentlich Aktivitäten, die ihrer Überzeugung zuwiderlaufen. Denn viele Banken und Pensionskassen legen ihre Gelder in Aktien von Öl- und Rohstoffkonzernen oder anderen Unternehmen an, die unter zweifelhaften Bedingungen wirtschaften.

Kaffee, Zucker und Kakao

Eine Möglichkeit, Geld nachhaltig zu investieren, bietet die Genossenschaft Oikocredit. Im Oktober hat die Organisation ihre Geschäftsstelle von Zürich nach Winterthur an die General-Guisan-Strasse verlegt. Die internationale Organisation wurde 1975 vom Ökumenischen Weltkirchenrat gegründet und konnte dieses Jahr ihr 40-jähriges Bestehen ­feiern.

Oikocredit legt das Geld der Genossenschafter in rund 60 Ent­wick­lungs- und Schwellenländern an. Etwa 80 Prozent der Gelder gehen an Mikrofinanzinstitute, die wiederum geringe Beträge an Kleinstunternehmer verleihen. Davon könnte etwa eine ­afrikanische Bäuerin profitieren, die Hühner anschaffen will. Ein Grossteil der restlichen Kredite wird an landwirtschaftliche Kooperativen vergeben. So zum Beispiel an einen Betrieb namens Norandino in Peru, der Kakao, Kaffee und Zucker in Bioqualität produziert, oder an das Projekt Sekem in Ägypten, wo mitten in der Wüste neue Dörfer und Anbaugebiete entstanden sind. In den Regalen unserer Läden sind zahlreiche Produkte aus Betrieben zu finden, die Kredite von Oikocredit erhalten haben. Dazu gehört ein Grossteil der Waren in Claro-Läden, aber auch Kaffee, Schokolade und Zucker bei Grossverteilern. Sogar günstige Produkte wie etwa «Kaffee Jubilor Qualité et Prix» von Coop sind fair gehandelt. Um bei Oikocredit anzulegen, kauft man mindestens einen Anteilschein à 250 Franken. In der Deutschschweiz hat die Organi­sation zurzeit gut 1700 Anleger, weltweit sind es rund 53 000. Sie haben Gelder in der Höhe von rund 800 Millionen Franken in Projekte investiert. (Landbote)

Erstellt: 24.12.2015, 11:18 Uhr

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