Winterthur

Hohe Zustimmung zum preiswerten Ersatzneubau für das rostende Wallrüti

Das Volk sagt deutlich Ja zum Kredit von 28,4 Millionen Franken für das Schulhaus Wallrüti in Oberwinterthur. Der zuständige Stadtrat Jürg Altwegg (Grüne) ist erleichtert.

Im Innern gibt es keine Treppen. Das neue Schulhaus wird von aussen erschlossen.

Im Innern gibt es keine Treppen. Das neue Schulhaus wird von aussen erschlossen. Bild: PD

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«Wir haben beim Schluhaus Wallrüti zwar nicht gerade nordkoreanische Verhältnisse erreicht, aber immerhin russische», scherzte Stadtrat Jürg Altwegg (Grüne) vor den Medien, als er zum Abstimmungsresultat Stellung nahm. Er tat dies mit Verweis auf die Vorlage «Abwasserfreie Obere Töss», die in Winterthur einen Ja-Anteil von 93,6 Prozent aufwies.

«Wir können wirklich sagen, dass die Bevölkerung hinter diesem Projekt steht.»Jürg Altwegg (Grüne), Stadtrat und Schulvorsteher

Das Schulhaus Wallrüti erreichte ebenfalls hohe 84,2 Prozent. Er habe «den Plausch» an diesem deutlichen Verdikt, sagte Altwegg. «Schliesslich gab es in Leserbriefen teils auch kritische Stimmen.» Erfreulich sei zudem , dass die Stimmbeteiligung mit knapp 42 Prozent relativ hoch gewesen sei. «Wir können wirklich sagen, dass die Bevölkerung hinter diesem Projekt steht.»

«Es ist innovativ – Schule wird hier neu gedacht»Jürg Altwegg (Grüne), Stadtrat und Schulvorsteher

Altwegg erinnerte noch einmal daran, dass das neue Sek-Schulhaus dringend gebraucht werde. «Das alte ist baufällig und muss ersetzt werden» Eben erst hatte der Stadtrat noch gebundene Ausgaben von knapp 200000 Franken gesprochen, um das alte Schulhaus überhaupt noch sicher nutzen zu können. Zudem halte er das Projekt für sehr überzeugend. «Es ist innovativ – Schule wird hier neu gedacht», sagte er in Anspielung auf die Erschliessung, die ganz von aussen über Laubengänge erfolgt.

Das Schulhaus Wallrüti setzte einen neuen Benchmark, was das Preis-Leistungsverhältnis angeht, sagt Stadtrat Jürg Altwegg (Grüne). Visualisierung: PD

Zudem sei es nachhaltig, erfülle die Vorgaben der 2000 Watt-Gesellschaft und es sei erst noch preiswert. «Wir erhalten 28 Schulzimmer für 30 Millionen Franken, das ist ein neuer Benchmark», so Altwegg. Er wollte dies allerdings nicht so verstanden wissen, dass es künftig nur noch Schulhäuser dieser Art geben werde. «Das Schulhaus muss sich jetzt erst einmal beweisen.»

Start so bald als möglich

Gerade weil das alte Schulhaus in schlechtem Zustand ist, hat die Stadt alles vorbereitet, damit gleich nach der Abstimmung mit dem Bau begonnen werden kann. Die Submissionsplanung wurde vorgezogen. So soll es möglich werden, dass der Ersatzbau schon Anfang 2022 für den Schulbetrieb bereit ist.

Das Schulhaus Wallrüti ist in einem schlechten Zustand. Bild: mad

Das Schulhaus ist auch deshalb dringend nötig, weil die Schülerzahl im Schulkreis Oberwinterthur in den nächsten Jahren voraussichtlich massiv ansteigen wird. Allein in diesem Schulkreis werden bis 2033/34 zwischen 39 und 46 neue Schulklassen erwartet. Das neue Schulhaus bietet deutlich mehr Platz als das alte, in dem derzeit neun Klassen unterrichtet werden. Künftig soll mit einer Umverteilung in den beiden anderen Oberwinterthurer Sekschulhäusern Lindberg und Rychenberg wieder Raum frei werden für die Primarschule.

Altstadt: Hoher Ja-Anteil

Ein Blick auf die Auswertung zeigt, dass die Vorlage in allen Wahlkreisen deutlich angenommen wurde. Am meisten Ja-Stimmen gab es im Kreis Altstadt, nämlich 88,7 Prozent. Oberwinterthur weist mit rund 83 Prozent eher einen etwas tieferen Ja-Stimmen-Anteil aus als der Durchschnitt. Am tiefsten war die Zustimmung in Wülflingen mit 81,6 Prozent.

So sollen die neuen Schulzimmer im Wallrüti aussehen. Bild: PD

Auch im Vergleich mit früheren Abstimmungen zu Schulbauten erreichte das Wallrüti einen sehr hohen Ja-Stimmen-Anteil: Das Schulhaus Neuhegi erzielte im Jahr 2014 eine Zustimmung von 77,5 Prozent, Zinzikon 2011 rund 81 Prozent und das Schulhaus Wyden in Wülflingen 2008 rund 82 Prozent. Es scheint , als ob das Stimmvolk den Effort des Stadtrates schätzt, möglichst günstig zu bauen.

Bereits bekannt ist, dass die Stadt in den nächsten Jahren weiteren Schulraum schaffen muss. Bis 2033/34 werden rund 1800 Schülerinnen und Schüler mehr erwartet als heute. Voraussichtlich wird die Stadt rund 700 Millionen Franken in den nächsten 15 Jahren in Schulraum investieren müssen.

Erstellt: 19.05.2019, 18:24 Uhr

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