Winterthur

Hübsches, Nützliches und Überflüssiges für Haus und Garten

Ein subjektiv gestalteter Rundgang durch die Wohga, die bis Sonntag in den Eulachhallen 18000 Besuchende erwartet.

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Donnerstag, kurz vor Mittag. Gärtner legen die letzten Granitplatten aus und spritzen sie ab. Maler von Schröckel hängen Hunderte farbig bemalter Gutscheinkarten in die Ausstellungskoje, und draussen ketten Securitas-Männer Absperrgitter zusammen, damit niemand reinkommt, der nicht soll.

In zwei Stunden öffnet die Wohga, die Messe für Wohnen, Haus und Garten. Zum 22. Mal schon findet der Anlass statt, der wie stets mit viel Grün und blumigen Worten beworben wird: frühlingshafter Treffpunkt, stimmungsvoll und raffiniert, Streetfood Garden und täglich Grillshows.

17 000 bis 19 000 Personen strömen jedes Jahr in die Eulachhallen, um sich über «Trends und Entwicklungen» ein Bild zu machen. Auch dieses Jahr erwartet die Messeleitung so viele. «Wir haben 190 Aussteller, mehr als je zuvor», sagt Andi Künzli, Chef der Maurer + Salzmann AG. Das Publikum der Wohga sei generell interessierter als bei der Winti-Mäss, wo die wenigsten zielgerichtet etwas suchen.

«Wir haben 190 Aussteller – mehr als je zuvor»

Auch wir suchen beim Schlendern durch Hallen, Zelte und Holzhütten eigentlich nichts und finden doch so einiges. Eine grosse gläserne Saunakabine etwa für knapp 35000 Franken (mit Messerabatt) und (dazu passend) einen riesigen Whirlpool für den gepflegten Garten. Nichts für uns, Garten und Geldbeutel sind dafür zu klein. Im sogenannten Wohntheater, hinter dem roten Samtvorhang, treffen wir Mona Zeindler beim Staubsaugen, bevor die grossen Scharen durch die Show schlendern.

Zeindler verkauft in ihrem Geschäft Einzelart an der Obergasse seit zehn Jahren Dekorationssachen und ausgewählte Unikate, die sie selber aufmöbelt. Ein Kommödchen für 850 Franken etwa. Oder ein Sofa aus recyceltem Leder, made in Poland, für 1360 Franken. Und aufgepasst: Sie ist eine Altstadt-Gewerbetreibende, die sagt, sie sei «mit dem Geschäftsgang zufrieden», auch an der Messe. Wir notieren uns das als positive Meldung einer KMUlerin.

Tore, Bouillons und eine Uhr

Weiter im Zickzack durch die Hallen, wie sich das für eine Messe gehört. Und was wäre eine Messe ohne Garten- und Garagentore, Türen und Dämmmaterialien, ohne Weindegustationen und Bouillons aus dem Beutel.

Ein paar lokale Aussteller aber überraschen. Sanitär Lyrenmann zeigt ein Badezimmer im Stil der frühen Fünfzigerjahre, alles solid, aber verbraucht. Und der Duschvorhang hätte definitiv einen Waschgang (oder besser gleich zwei) nötig. Man sieht vor dem inneren Auge, was der geschickte Sanitär aus diesem Badezimmer machen könnte.

Der Ofenbauer Heusser aus Töss hatte eine andere zündende Idee: Er wärmt ein ganzes Zelt mit acht Cheminéeöfen aller Art, die mit Holz vor Ort eingeheizt werden. So überzeugt man Kunden.

Der Eyecatcher schlechthin ist auch aus Holz, kommt aber aus Hegi. Die Zehnder Holz und Bau AG hat sich selber zum 100. Geburtstag eine fünf Meter hohe Holzuhr gebaut, die nun an der Wohga gezeigt wird. Die Idee sei ursprünglich an einem Teamausflug im Technorama entstanden, erzählt Markus Zehnder. Dann geriet die Sache ins Stocken, «doch ein Freak aus dem Südtirol, der sich mit Holzuhren auskennt, half uns weiter».

Seine Pläne hat man in Hegi für die computergesteuerten Maschinen umgearbeitet und dann die rund 200 Teile gesägt. Matthias Rohner und Adrian Kundert haben hauptsächlich daran gearbeitet. Den Grossteil haben sie aus Esche gefertigt, für Zahnräder nahmen sie Birkensperrholz. Das Gewicht, das die Uhr antreibt, hätte gemäss dem Südtiroler etwa zehn Kilo erfordert, nötig waren dann vierzig Kilo und eine aufwendige Justierung. Doch nun, sagt Markus Zehnder stolz, «läuft unsere Holzuhr auf die Minute genau».

(Der Landbote)

Erstellt: 21.03.2019, 21:55 Uhr

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