Winterthur

«Sogar die Glacé kommt bei mir vom Grill»

Sie begegnen mir an der Wohga: Max Wiesendanger (65)

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«Unser PanGas-Stand an der Wohga ist die sprichwörtliche Extrawurst. Die Messeleitung sprach mich vor zwölf Jahren bei einem unserer Grillkurse darauf an, ob ich nicht einen Stand übernehmen wolle. Das kam für mich nur unter einer Bedingung infrage: Ich muss grillen können. Wir wollen ja nicht bloss vom Blech erzählen, aus dem der Grill gemacht ist. Die Leute sollen sehen, hören und vor allem riechen , wie das Fleisch auf dem Rost brutzelt. In den Eulachhallen herrscht jedoch strenges Grillverbot.

Extra für uns wurde deshalb ein Zelt organisiert. Seither ist der PanGas-Stand ein fester Bestandteil der Wohga. In dieser Zeit ist die Messe enorm gewachsen. Klar, sie ist immer noch viel kleiner als die Giardina in Zürich, aber die spielt ja auch in einer ganz anderen Liga. Dafür ist die Gestaltung der unterdessen rund 170 Stände über die Jahre immer schöner und professioneller geworden.

Die Aussteller zeigen unheimlich viel Liebe zum Detail. Was mich ausserdem immer wieder an die Wohga zieht, ist der direkte Kontakt mit den Besuchern. Wir sind jeweils zu dritt oder zu viert, so können wir mit allen, die sich interessieren, auch eine persönliche Unterhaltung führen.

Die Vielseitigkeit des Grills wird oft unterschätzt. Von der Vorspeise bis zum Dessert kann problemlos ein ganzes Menu darauf zubereitet werden.

Nach 42 Jahren bei PanGas bin ich eigentlich schon pensioniert, aber unseren Stand werde ich weiterhin führen. Ich brauche das. Schliesslich stossen wir auch auf reges Interesse. Die Gutscheine, die wir verteilen, werden in den Folgemonaten oft im Geschäft eingelöst. Seit Neustem verkaufen wir die Ausstellungsmodelle zudem direkt.

Letztes Jahr war das ein voller Erfolg: Alle Grills – achtzehn oder zwanzig waren das – sind weggekommen! Der Rolls-Royce unter den Grills, ein Modell mit zwei Kammern, das in der Schweiz entwickelt wurde, kostet schnell drei- oder viertausend Franken. Aber für die meisten angehenden Grillmeister braucht es das gar nicht. Bereits mit einem dreihundertfränkigen Modell lassen sich gute Resultate erzielen. Ein Upgrade kann man sich danach jederzeit noch leisten.

Letztendlich hängt der Erfolg grösstenteils von der Methode ab. Beim Fleisch ist die Kerntemperatur matchentscheidend. Der Handballen-Test, bei dem der Garzustand durch Draufdrücken ermittelt werden soll, hält sich immer noch hartnäckig, aber eigentlich ist das Schnee von gestern.

Auch das allseits beliebte Schuhsohlenmuster, das beim scharfen Anbraten auf dem Rost entsteht, führt im Grunde nur zu einem verbrannten Geschmack auf der Zunge. Also für’s Auge schön, für den Gaumen eher weniger. Was wirklich zählt, ist die Kerntemperatur von 54° Celsius.

Oft unterschätzt wird die Vielseitigkeit des Grills. Von der Vorspeise bis zum Dessert kann ein ganzes Menu problemlos darauf zubereitet werden. Die Foccaccia oder den Kuchen beispielsweise kann man gleichzeitig mit dem Hähnchen backen, der Geschmack wird dabei gegenseitig nicht beeinflusst.

Selbst Glacé eignet sich als Zutat: Schichtet man etwas Fruchtsalat, eiskalte Glacé und zuletzt gezuckertes, geschlagenes Eiweiss in einer feuerfesten Tasse, dann wird der Eischnee bei kurzer, hoher Hitze luftig und goldbraun, während die Glacé fest bleibt.

Mein eigener Grill ist das gesamte Jahr über in Betrieb. Ich backe jedes Wochenende darauf Zopf, selbst wenn draussen schon Schnee liegt. Die Liebe zum Grillen konnte ich auch an meine beiden Töchter weitergeben. Überhaupt ist der Titel des Grillmeisters heute nicht mehr den Männern vorbehalten.

An unseren Grillkursen sind rund ein Drittel der Teilnehmer Frauen, die auch gar nicht vom Freund oder Ehemann mitgeschleppt werden, sondern sich aus eigenem Interesse anmelden. Angst vor dem Feuer hat dabei niemand.»

(Der Landbote)

Erstellt: 08.03.2018, 17:39 Uhr

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F­r 14­–21 Uhr, Sa 12–20 Uhr, So 10–18 Uhr

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