Wahlsieger

«Ich beharre nicht auf dem grünen Rucksack»

Dass sein Sieg so klar ausfallen würde, hat Jürg Altwegg überrascht. Gefreut hat ihn der herzliche Empfang durch den Stadtrat. Nun wird er mit seinem Chef den Abgangstermin aushandeln.

Ein strahlender Sieger: Jürg Altwegg freut nach seinem Wahlsieg über den herzlichen Empfang durch den restlichen Stadtrat.

Ein strahlender Sieger: Jürg Altwegg freut nach seinem Wahlsieg über den herzlichen Empfang durch den restlichen Stadtrat. Bild: Madeleine Schoder

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Ausgeschlafen heute Morgen?
Jürg Altwegg: Ja, ich habe gut und für meine Verhältnisse lange geschlafen. Anschliessend haben wir gefrühstückt, und dann wurde ich nervös.

Es ist uns aufgefallen: Sie waren einer der Ersten vor Ort.
Ja, ich wollte mich etwas akkli­matisieren und nicht bei meiner Ankunft schon einer Horde von Mikrofonen gegenüberstehen.

«Die Bedeutung realisiere ich wohl erst nach der ersten Stadtratssitzung.»


Was bedeutet dieser Sieg nun für sie?
Ich freue mich riesig. Aber es ist schwierig, jetzt schon die Bedeutung zu realisieren. Das braucht etwas Zeit und wird wohl erst nach der ersten Stadtratssitzung der Fall sein.

Was erwartet sie nun heute Abend und am Montag?
Wir feiern noch im Dimensione. Und am Montag gibts im Geschäft Champagner, das haben wir schon lange vereinbart. Ich sagte zum Chef: Je nach Wahlausgang zahlst du oder ich. Für meinen Chef ist mein Abgang einschneidend, er hätte mich gerne behalten. Nun wird es darum gehen, mit ihm zu verhandeln, wann ich gehen kann. Ich habe drei Mo­nate Kündigungsfrist, ich hoffe aber, dass wir uns auf ein früheres Datum einigen können.

Das Resultat war letztlich sehr klar, haben Sie das erwartet?
Nein, nicht in dieser Deutlichkeit. Aber wahlmathematisch zeigte sich schon nach dem ersten Wahlgang, dass Daniel Oswald sein Potenzial nicht mehr wesentlich ausbauen kann, während ich mit zusätzlichen Stimmen von SP und EVP rechnen konnte. Ich glaubte erst nach dem ersten Wahlgang richtig daran, dass ich eine reelle Chance auf den Sieg haben könnte.

Hat die EVP mit dem frühen Rückzug ihrer Kandidatin und ihrer Unterstützung Ihnen den Weg zum Sieg geebnet?
Das wäre etwas überbewertet, aber das Vorpreschen übte Druck auf die SP aus, sich schnell zu entscheiden. Die SP hätte sich lieber noch etwas Zeit gelassen. Insofern hat der EVP-Entscheid sicher dazu beigetragen, die Weichen in Richtung Sieg zu stellen.

«Ich habe drei Mo­nate Kündigungsfrist, ich hoffe aber, dass wir uns auf ein früheres Datum einigen können.»

Jürg Altwegg über seinen Arbeitgeber

Der Stadtrat trat in letzter Zeit teilweise gespalten auf. Was können Sie beitragen, um den Stadtrat zu einen?
Ich bin einer, der pragmatisch auftritt und nicht auf dem grünen Rucksack beharrt. Ich suche Lösungen, mit denen beide Seiten leben können. Allerding schien mir der Stadtrat gerade eben gar nicht zerstritten, sondern sehr herzlich. Klar, bei der Abstimmung zur Unternehmenssteuerreform 3 gingen die Meinungenso diametral auseinander, dasses schwierig war, einen Kompromiss einzugehen. Trotzdem war es nicht schlau, sich mit diesen unterschiedlichen Meinungen zu exponieren.

Die Weichen stehen so, dass Sie möglicherweise das Schuldepartement erhalten. Haben Sie eine Affinität zu Schulthemen?
Ich habe den eidgenössischen Fach­ausweis für Ausbildner, und Ausbildung war mir immer schon wichtig. Da kann ich mich sicher reindenken. Zudem ist es gar nicht schlecht, eine Aussensicht einzubringen. Grundsätzlich kann ich mich mit jedem Departement anfreunden. Wichtig ist, gut mit den Leuten zu kommunizieren und Vertrauen aufzubauen.

Worauf freuen Sie sich nun?
Auf die Möglichkeit mitzugestalten.

(Der Landbote)

Erstellt: 02.04.2017, 18:28 Uhr

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