Persönlich

«Ich bin süchtig nach allem Schönen im Leben»

Beim Bachelor war sie nach vier Folgen draussen. Zwar war Seda enttäuscht, dass es mit der grossen Liebe nicht geklappt hatte. Mit ihrem Auftritt aber war sie zufrieden: «Ich konnte mich selber bleiben.»

Mode hat einen wichtigen Stellenwert im Leben der ehemaligen Bachelor-Kandidatin Seda.

Mode hat einen wichtigen Stellenwert im Leben der ehemaligen Bachelor-Kandidatin Seda. Bild: Marc Dahinden

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Es sei schon komisch gewesen, nachdem die Verkupplungs-TV-Show «der Bachelor» im Fernsehen ausgestrahlt worden war. «Plötzlich wurde ich angesprochen, du bist doch Seda! Ich fragte zurück, ja, aber wer bist Du, kennen wir uns? Und dann realisierte ich: Ich war ja beim ­Bachelor».

Plötzlich wurde Seda, die ihren Nachnamen nicht in der Zeitung lesen möchte, um ihre Privatsphäre zu wahren, auf der Strasse erkannt. Obwohl sie nur vier Folgen lange beim Bachelor Gnade fand. Sie habe zu wenig Interesse gezeigt, kritisierte Bachelor Clive zuerst und dann meinte er: «Das Gespräch mit dir war leider nur nett, ich habe darum keine Rose für dich.» Traurig sei sie da schon gewesen. «Er gab mir keine echte Chance für ein Kennenlernen.»

Noch immer Single

Inzwischen hat die 26-Jährige die Enttäuschung hinter sich gelassen. «Ich bin zwar immer noch Single, aber für mich ist es gut so. Nach einer langen Beziehung kann ich mir nun mal Zeit nehmen, mich selber kennen zu lernen.» Doch was bringt eine junge Frau dazu, bei einer Sendung wie «Bachelor» mitzumachen? «Anders als Andere wollte ich nicht bekannt werden, ich wollte mich einfach auf eine neue Erfahrung einlassen.»

Was sie dann bei den Dreharbeiten in Thailand erlebte, sei teilweise schon heftig gewesen. «Es herrschte Zickenkrieg, vor allem auch abseits der Kamera. Ich kam mir vor wie in einem Kindergarten.» Als sie einer Kollegin ein Kompliment habe machen wollen, habe diese ihr vorgeworfen, sie wolle sich einschleimen. Entsprechend habe sie heute zu niemandem aus der Sendung mehr Kontakt. «Wieso auch?» Trotzdem bereut sie die Teilnahme nicht. «Ich bin immer mich selber geblieben und es war eine gute Erfahrung.»

«Wie im Märchen»

Wer die Sendung schaut, fragt sich, können diese Gefühle, diese Begeisterung für den Bachelor wirklich echt sein? Seda findet Ja: «Der Moment, als wir uns begegneten, war wie im Märchen. Die Lichter, das Auto, die Kleider. Ich dachte, oh mein Gott, das ist er. Es war wirklich schön.» Heute ist sie von Clive nicht mehr so begeistert. «Mir sagte er, er stehe auf natürliche Frauen, seine Wahl zeigte etwas Anderes.»

Was sie mit dem Bachelor Clive verband, war ein Teil der Lebensgeschichte. Wie er hatte sie einige Jahre ihres Lebens nicht im Elternhaus, sondern in einem Internat verbracht. Aufgewachsen in Oberwinterthur mit zwei Schwestern kam sie noch vor ihrem 14. Geburtstag in ein Heim in Kreuzlingen. «Ich war eine Rebellin und ein wenig verrückt. Schule interessierte mich nicht wirklich und in der Familie spürte ich keinen Rückhalt.» Die Zeit im Internat hat sie jedoch in guter Erinnerung. «Hier fand ich einen festen Rahmen, eine Art Familie.» Rückblickend ist sie stolz darauf, wie sie diese Zeit alleine gemeistert hat. «Das hat mich sehr geprägt.»

Leidenschaft für Mode

Nach der Schule absolvierte sie eine Ausbildung als Kleinkindererzieherin. Gearbeitet hat sie auf diesem Beruf jedoch nie. Sie nahm diverse Jobs an, war etwa Partyveranstalterin und Model. Doch ihre wahre Leidenschaft galt schon immer der Mode. Und so nutzte sie ihre Beziehungen, um ein Business als «Personalshopperin» zu lancieren. Sie berät Kundinnen und Kunden beim Kleidereinkauf. «Ich will zeigen, dass es für eine schöne Garderobe nicht viel Geld braucht.» Um herauszufinden, was zu einer Person passe, mache sie zuerst einen Garderobencheck und führe Gespräche. «Ich will die Lebensgeschichte hören.» Dann sei entscheidend, dass man mutig sei und etwas riskiere.

So halte sie es auch selber. «Ich ziehe an, was mir gefällt. Ich will einfach immer wieder etwas Neues. Ich bin süchtig nach allem Schönen im Leben.» Sie habe Kleider, die sie noch nie getragen habe. «Aber ich musste sie einfach haben.» Nur in einem Bereich sei sie überhaupt nicht experimentierfreudig. «Meine Haare müssen lang bleiben. Die Farbe kann wechseln, aber schneiden kann ich sie nicht.»

Geheimnisvoll bleiben

Darüber, was sie als Personalshopperin verdient, schweigt sie. «Über Geld reden wir sicher nicht.» Aber sie komme über die Runden. Anders als andere junge Leute setzt sie zur Vermarktung ihrer selbst nicht auf Social Media. «Das ist mir zu flüchtig, zu oberflächlich. Ich möchte nicht alles von mir offenbaren, bleibe gerne geheimnisvoll.»

Erstellt: 07.04.2019, 17:33 Uhr

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