Im Kampf gegen Food-Waste als «Heldin des Alltags» nominiert
Das Konzept der Restessbar funktioniert schweizweit. Der Initiantin winkt nun ein Ehrenpreis.

Das Konzept ist bestechend einfach: Statt wegzuschmeissen, was bei Grossverteilern, kleineren Läden und Bäckereien übrig bleibt, wird das Essen morgens mit Lastenvelos eingesammelt und in Kühlschränken und Brotkästen gelagert. Dort, in der Restessbar, kann sich später bedienen, wer will. In Winterthur stehen drei Kühlschränke in der Altstadt unter einem Velounterstand an der Obergasse 23. Sarah Weibel (32) hatte die Idee vor fünf Jahren lanciert und zusammen mit Freunden einen Verein gegründet. Das Medienecho war gross, die Idee schlug schweizweit ein. Inzwischen gibt es Restessbars von St. Gallen bis nach Solothurn, als starkes Zeichen gegen Food-Waste. Ein Drittel der Lebensmittel werden in der Schweiz weggeschmissen, zwei Millionen Tonnen pro Jahr. «Dagegen wollten wir etwas tun», sagt Weibel. Nach wie vor fährt die Mittelschullehrerin und freischaffende Historikerin die Food-Touren selber ab und hilft Interessenten in anderen Städten dabei, neue Restessbars aufzubauen und Unterverträge abzuschliessen.