Winterthur

Im Streit um die Stefanini-Stiftung kommt es zum Strafprozess

Am Montag stehen zwei frühere Stiftungsratsräte von Stefaninis Stiftung wegen Urkundenfälschung vor Bezirksgericht. Eine Tonaufnahme könnte den beiden zum Verhängnis werden.

Markus Brunner und Umit Stamm müssen sich vor dem Bezirksgericht Winterthur wegen Urkundenfälschung verantworten.

Markus Brunner und Umit Stamm müssen sich vor dem Bezirksgericht Winterthur wegen Urkundenfälschung verantworten. Bild: Keystone

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Wer in der Stiftung des verstorbenen Immobilienkönigs Bruno Stefanini das Sagen hat, ist schon länger entschieden. Die Tochter Bettina Stefanini hatte sich im Sommer 2018 vor Bundesgericht durchgesetzt und amtet seither als Stiftungspräsidentin. Die juristische Aufarbeitung des Streits um die millionenschwere Stiftung für Kunst Kultur und Geschichte (SKKG) ist damit aber nicht vorbei, am nächsten Montag beginnt ein neues Kapitel: Die früheren Stiftungsräte Umit Stamm und Markus Brunner müssen sich vor dem Bezirksgericht verantworten. Der Vorwurf lautet auf Urkundenfälschung.

Gemäss Darstellung der Staatsanwaltschaft haben die beiden in einer Sitzung vom 9. Januar 2014 sinngemäss eine Stiftungsrätin ausgebootet und versucht, mittels Beeinflussung des Stifters die Grundlage für eine Änderung der Stiftungsurkunde zu legen. Gemäss Anklage wollten sie damit verhindern, dass Bettina und Vital Stefanini ihrem Vater im Stiftungsrat nachfolgen. Stattdessen sollte das Recht, Stiftungsräte zu ernennen, auf den Stiftungsrat übergehen.

Tonaufnahme als Beweis

Der Vorwurf der Urkundenfälschung bezieht sich auf das Protokoll, das die Sitzung laut Staatsanwaltschaft «wahrheitswidrig» darstellt, mit dem Ziel die Stiftungsaufsicht in Bern zu beeinflussen. Die Anklageschrift rekonstruiert die Sitzung, die von Stamm und Brunner so geführt worden sei, dass sie den «deutlich eingeschränkten Bruno Stefanini» jeweils dorthin lenkten, wo sie ihn haben wollten.

Von der Sitzung existiert eine Tonaufnahme. Die Anklageschrift zitiert daraus Schlüsselstellen. Sie zeigen einen Bruno Stefanini, der Mühe hat, der Sitzung zu folgen und sich nur unverständlich äussert, während die zwei Stiftungsräte unbeirrt ihren Plan verfolgen, sich die Kontrolle über die Stiftung zu verschaffen.

Erstellt: 21.10.2019, 17:35 Uhr

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