Stadtmitte

Internationales Lob für das Sulzer-Areal

Internationale Planer haben das Sulzer-Areal Stadtmitte besucht. Ihr Urteil fällt positiv aus. Als vorbildlich wird die Vielfalt und bauliche Sorgfalt auf dem ehemaligen Industrieareal gewürdigt.

Historiker Miguel Garcia (links mit Mütze)?und Stadtbaumeister Michael Hauser (gestikulierend) führten Planer aus Europa durch das Entwicklungsgebiet Stadtmitte.

Historiker Miguel Garcia (links mit Mütze)?und Stadtbaumeister Michael Hauser (gestikulierend) führten Planer aus Europa durch das Entwicklungsgebiet Stadtmitte. Bild: Heinz Diener

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Als Schlussbouquet stand das «stärkste Stück Winterthurs» (Baustadtrat Josef Lisibach) auf dem mehrtägigen Programm des 54. Internationalen Planertreffens: das Entwicklungsgebiet Sulzer Stadtmitte. Stadtbaumeister Michael Hauser und der Historiker Miguel Garcia konnten am Samstagmorgen eine illustre Runde von staatlichen, kommunalen und privaten Planungsfachleuten aus Deutschland, den Niederlanden, Österreich, Luxemburg und der Schweiz ineine bemerkenswerte Erfolgs­geschichte einführen.

«Schöne Details»

Noch vor 25 Jahren, nach dem Auszug von Sulzer, hatten nur wenige das versteckte Potenzial der Industriebrache als neuen Stadtteils erkennen können, wo heute die Nachbarschaft von Arbeiten, Studieren, Freizeit und Wohnen eine pulsierende Atmosphäre erzeugt.

Doch vom Himmel gefallen ist der neue Stadtteil nicht: Kompromisse mussten erkämpft werden zwischen rein kommerziellen Verwertungsinteressen, Erhaltungsnostalgie, städtebaulichen Visionen und politischen Wünschen. Da geht es manchmal auch um Details wie die Frage der Finanzierung einer öffentlichen Toilettenanlage auf einem künftigen Platz. «Unsere Arbeit ist, alle Beteiligten ständig auf das langfristige Ganze auszurichten, woraus neben sicherer und hoher Wertschöpfung grundsätzlich hohe Lebensqualität resultiert», umriss Hauser seine Philosophie.

Doch was ist der Eindruck der aus- und inländischen Gäste, die sich im Rahmen ihres Tagungsthemas «Innenentwicklung in der Praxis» im Grossraum Zürich mit verschiedenen, auf einstigen Brachen realisierten Grossprojekten auseinandergesetzt hatten? – Urs Meier von der Planpartner AG konnte die Transformation von Sulzer Stadtmitte von Anfang an verfolgen. «Man sieht diesem Stadtteil an, dass man mehr Zeit hatte als anderswo, um das Gebiet zu entwickeln. So findet man auf den Plätzen schöne Details, die noch an die industrielle Vergangenheit erinnern», schwärmt Meier.

Die Darmstädter Geschäftsführerin des Institutes für Wohnen und Umwelt, Monika Meyer, ist von der spannenden Abfolge von Höfen und Plätzen fasziniert. «Das gibt dem Quartier ein städtisches Flair, das man in dieser Art im Glattal nicht findet», lobt Meyer, die zudem das Nebeneinander von Alt und Neu schätzt.

«Mir fehlt das Grün»

Werner Frank, Partner bei KCAP, einem renommierten internationalen Planungsbüro, kennt ähn­liche Umnutzungsgeschichten nicht nur aus Holland. Ihm ist aufgefallen, wie hier der industriell-minimalistische Groove bei der Platzgestaltung sehr dominant ist.

«Mir fehlt das Grün», sagt Frank. «In Holland wollen dieBewohner und Bewohnerinnen nicht nur kleine artifizielle Wäldchen, sie verlangen etwa nach Urban Gardening», erklärt Frank. Und auf dem kleinmassstäblicheren Lagerplatz-Areal stehend, schwärmt die Kölner Leiterin des Stadtplanungsamtes, Anne-Luisa Müller, von der baulichen und funktionalen Vielfalt. «Hier lässt man sich mehr Zeit, was bei uns leider nicht der Fall ist. Den enormen politischen und wirtschaftlichen Verwertungsdruck sieht man oftmals unseren Umnutzungen an», bedauert Müller, die das Sulzer-Areal als Modell im Gepäck mit nach Köln genommen hat.

Erstellt: 16.05.2016, 20:46 Uhr

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