Verkehr

Ist der Bahnhof Reutlingen gerettet?

Noch vor drei Jahren schien die Stilllegung des Bahnhofs Reutlingen beschlossene Sache zu sein. Aber jetzt könnte es doch noch anders kommen.

Jahrelanger Kampf: Die Bewohner des Weilers bei Seuzach wollen nicht, dass ihre ­Bahnstation geschlossen wird.

Jahrelanger Kampf: Die Bewohner des Weilers bei Seuzach wollen nicht, dass ihre ­Bahnstation geschlossen wird. Bild: Johanna Bossart

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die Aufregung war gross, als vor drei Jahren plötzlich die mögliche Schliessung des kleinsten Bahnhofs in Winterthur im Raum stand. In Reutlingen, einem Weiler mit etwa 400 Einwohnern, formierte sich schnell Widerstand. Notfalls werde man bis vor Bundesgericht gehen, um für den Erhalt des Bahnhofs zu kämpfen, sagten Anwohner.

Hintergrund der damaligen Auseinandersetzung waren Äusserungen des Stadtrats, dass der behindertengerechte Umbau des Bahnhofs Reutlingen wohl über drei Millionen Franken kosten werde und in dieser Höhe für die Stadt zu teuer sei. Man hoffte damals, dass die SBB sich zumindest an den Kosten beteiligen – oder den Bahnhof übernehmen würden. Im schlimmsten Fall drohe der Haltestelle die Schliessung.

«Wird barrierefrei umgebaut»

Lange Zeit ging man denn auch tatsächlich von einer Stilllegung des Bahnhofs Reutlingen aus. Seit Donnerstag gibt es nun aber Indizien, die darauf hindeuten, dass es anders kommen könnte. Denn in den Unterlagen, welche an diesem Tag von den SBB und dem Bundesamt für Verkehr (BAV) präsentiert wurden, findet man auch Angaben zum kleinen Winterthurer Bahnhof Reutlingen. Wörtlich heisst es an einer Stelle: «Dieser Bahnhof wird barrierefrei umgebaut.» Und zwar voraussichtlich bis 2023. SBB und BAV wollten aber gestern noch nicht bestätigen, dass der Bahnhof Reutlingen definitiv erhalten bleibt.

Denn laut Stadtingenieur Peter Gasser liegt noch kein mit den SBB abgesprochenes Projekt vor. «Das ist Gegenstand der nächsten Gespräche.» Er hofft zudem, dass man dann auch die Eigentumsverhältnisse und Fragen zur Finanzierung mit den SBB klären könne. So oder so freue sich die Stadt aber, wenn das BAV und die SBB die Absicht hätten, die Haltestelle erhalten zu wollen. (Landbote)

Erstellt: 07.12.2018, 16:06 Uhr

Artikel zum Thema

20 Bahnhöfe sind noch immer nicht behindertengerecht

Winterthur In Winterthur und Umgebung sind bis heute viele Bahnhöfe nach wie vor nicht behindertenkonform umgebaut. Klar ist jetzt: Die SBB wird bei mindestens drei auch die gesetzliche Frist verpassen – und bei vier Bahnhöfen wird gar nichts gemacht. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@landbote.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 052 266 99 85. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Den Landboten digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 25.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!