Veloverkehr

Jetzt wird der Ruf nach Kurzzeitparkplätzen am Hauptbahnhof laut – für Velos

Wer mit dem Velo zum Einkaufen fährt, ist es gewohnt, direkt vor dem Geschäft zu parkieren. Am Hauptbahnhof geht das nicht, denn es fehlen Kurzzeitparkplätze für Kunden. Eine breite Koalition im Stadtparlament will das ändern.

Veloparkplätze mit beschränkter Parkdauer: Dies fordern Politikerinnen und Politiker für den Hauptbahnhof.

Veloparkplätze mit beschränkter Parkdauer: Dies fordern Politikerinnen und Politiker für den Hauptbahnhof. Bild: Melanie Duchene

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Vor der Hauptpost gibt es sie bereits – oder besser, hat es sie gegeben: Kurzzeitparkplätze für Velos. Weil an der Turnerstrasse an der neuen Velounterführung gebaut wird, wurden die Abstellplätze mit der auf 30 Minuten beschränkten Parkdauer einstweilen aufgehoben. Die Folgen sind zu Geschäftszeiten nicht zu übersehen. Überall vor dem Postgebäude stehen Velos: auf dem Trottoir, in den einstigen Nischen der Telefonkabinen, im Bushäuschen.

Ein ähnliches Bild bietet sich auf der anderen Strassenseite. Auch vor dem Bahnhofgebäude, in der Personenunterführung beim Busbahnhof und beim Stadttor parkieren Kunden ihre Velos vor den Geschäften. Für GLP-Gemeinderätin Katrin Cometta-Müller ist darum klar: Es gibt am HB ein Bedürfnis für Kurzzeitparkplätze. «Man weiss heute nicht, wo man das Velo kurz legal abstellen soll.» Die Veloparkplätze für Pendler, auf denen man bis zu 48 Stunden parkieren darf, seien für Kunden ungeeignet. Sie seien zu oft zugestellt und zu weit weg, um zum Beispiel kurz den SBB-Schalter zu besuchen.

Ziel: 20 Kundenparkplätze

Cometta hat nun zusammen mit Vertretern von SP, EDU und EVP einen Vorstoss lanciert. Die Kernfrage lautet, ob sich der Stadtrat zwischen dem Eingang ins Bahnhofgebäude und der Milchrampe einen Kurzzeitparkplatz für Velos mit 20 Plätzen vorstellen könnte. Der Platz ist nicht zum ersten Mal für eine Parkieranlage im Gespräch. In der Fragerunde erteilte Stadträtin Christa Meier (SP) dem Vorschlag, dort Pendlerparkplätze zu schaffen, eine Absage. Begründung: Diese Seite des Bahnhofs sei laut dem Konzept zur Velo­parkierung von 2011 nichtfür Abstellplätze vorgesehen. Aus denkmalpflegerischer Sicht würden Velos vor der Fassade stören.

«Man weiss heute nicht, wo man das Velo kurz legal abstellen soll.»Katrin Cometta, Gemeinderätin GLP

Cometta hält das Argument für vorgeschoben. Vor ein paar Jahren sei beim Test des Bikesharings Public-Bike just dieses Gelände als Abstellplatz genutzt worden. Ein Kurzzeitparkplatz sei zudem eher diskret und würde – anders als eine Parkieranlage für Pendler – das Erscheinungsbild des Bahnhofgebäudes kaum beeinträchtigen. Der Vorstoss formuliert auch den Vorschlag, eine Kurzzeitanlage zu testen, noch während am HB gebaut wird.

Einige Unbekannte

Die Stadt müsste dafür aber das Einverständnis der SBB gewinnen. Denn der Streifen vor dem Bahnhofgebäude – im Ausmass des Treppeneingangs – gehört den Bundesbahnen. Und diese haben noch keine Erfahrung mit Kurzzeitparkplätzen an Bahnhöfen, wie es auf Nachfrage heisst.

Überhaupt sind Kurzzeitparkplätze für Velos ein junges und rares Phänomen. Wie rar, ist unklar. Die Koordinationsstelle Veloverkehr des Kantons Zürich hat keine Übersicht. Und das, obschon sie in ihren Merkblättern die Schaffung von Kurzzeitparkplätzen explizit empfiehlt und auch eine Definition dafür anbietet. Demnach sollen die Plätze maximal 30 Meter vom Eingang entfernt liegen, möglichst überdacht sein und Platz für Anhänger und Spezialvelos bieten.

Dünn ist die auch die Datenlage zum Verhalten der Nutzer. Die Stadtpolizei Winterthur, die für die Kontrolle der Kurzzeitparkplätze vor der Hauptpost zuständig war, kann keine Aussagen über die Zahl der abgeschleppten Velos machen. Diese werde nicht separat ausgewiesen, sondern mit allen am HB abtransportierten Velos zusammengefasst, heisst es bei der Pressestelle der Polizei.

Cometta ist überzeugt, dassdie Selbstregulation funktioniert. Und sonst sei der Kontrollaufwand gering. «Es reicht, wenn die Tour, die auf den 48-h-Parkplätzen Velos einsammelt, am Anfang und am Ende einmal nachschaut. Das geht in einem.»

Erstellt: 27.11.2018, 08:39 Uhr

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