Sport/Kultur

Junge erhalten im Schwümbi Rabatt, Rentner zahlen den Vollpreis

Alte Menschen profitieren in der Stadt nur selten von vergünstigten Eintritten. Auch zu den Sozialhilfeempfängern ist man nicht überall grosszügig.

Für AHV-Rentner gibt es im Freibad keine Vergünstigung.

Für AHV-Rentner gibt es im Freibad keine Vergünstigung. Bild: Symbolbild, Urs Jaudas

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Die Stadt könnte etwas mehr tun für die älteren Leute. Dieser Ansicht ist ein «Landbote»-Leser, der sich kürzlich an die Redaktion wandte. Beim Eintritt ins Freibad, so hatte er festgestellt, gibt es keinen Rabatt für AHV-Rentner, und auch beim Saisonabonnement verlangt man von den Betagten gleich viel. «Un­sozial» sei das, und die Privatwirtschaft in diesem Punkt grosszügiger als die Stadt.

Wie eine Zusammenstellung der Rabatte bei Institutionen aus dem Sport- und Kulturbereich zeigt, liegt der Fall nicht ganz so einfach:

Klicken Sie auf die Tabelle für eine grössere Ansicht.

Tatsache aber ist: Von AHV-Rentnern wird in aller Regel der Vollpreis verlangt. Nur das Technorama, die Kunst­museen sowie die Kiwi-Kinos ­gewähren älteren Personen einen Rabatt auf Einzeleintritte. Bei Jahreskarten profitieren Rentner noch seltener, nur der FCW ist hier grosszügig.

«Varianten reduzieren»

Sportamtchef Dave Mischler sagt, dass es bezüglich der Preise ab und zu Anfragen von Rentnern gebe. Sie erhalten zur Antwort, dass gerade die Saison- und Jahreskarten (Sportpass) schon stark vergünstigt seien und deshalb nicht nochmals verbilligt würden. Für den normalen Sportpass liegt der Preis momentan bei 220 Franken. Allerdings erhalten Jugendliche einen Rabatt von 55 Franken. Die städtische Preispolitik sehe vor, sagt Mischler, die Zahl der Varianten eher zu reduzieren als zu erhöhen. Zuletzt habe man die drei, vier und sechs Monate gültigen Sportpässe abgeschafft.

Mehr als ältere Leute profitieren Kinder und Jugendliche, die oft freien Eintritt geniessen oder hohe Rabatte erhalten. Besonders gut fahren Junge dort, wo man sie selten sieht: In den Museen und an den Konzerten des Stadtorchesters. Das Musikkollegium gewährt bis 30-Jährigen einen Nachlass von über drei Vierteln auf die Jahreskarte, und wer unter 25 ist, besichtigt zu einem Spottpreis regelmässig das Kunstmuseum und die Sammlungen von Oskar Reinhart. «Wir möchten Jungen den Zugang zur Kunst erleichtern», kommentiert die Sprecherin der Kunstmuseen, Melanie Staub.

Hohe Preise für arme Leute

Auch Sozialhilfeempfänger mit der Caritas-Kulturlegi profitieren nicht überall. Zwar gewährt man teils hohe Abschläge von bis 50 Prozent, etwa im Schwümbi und im Theater. Bei den Jahreskarten sind die Institutionen aber nicht spendabel. Für den Sportpass etwa müssen Sozialhilfeempfänger den Vollpreis zahlen. Sportamtchef Mischler sagt, in Einzelfällen könne die Sozialhilfe einspringen.

Von den befragten Anbietern gibt nur der FCW den Armen vergünstigte Jahreskarten ab. Das sei soziales Engagement, heisst es.

Erstellt: 13.08.2019, 17:29 Uhr

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