Feinstaub

Kein Smogalarm, aber stark erhöhte Werte

Seit kurzem hat Winterthur nicht mehr nur eine, sondern zwei Stationen, um die Luftqualität zu messen. Sie registrierten im Januar zu viel Feinstaub in der Luft, eine Folge von Verkehr, Heizungen und der stabilen Wetterlage.

Neue temporäre Luftmesstation am Knoten beim Schulhaus Geiselweid.

Neue temporäre Luftmesstation am Knoten beim Schulhaus Geiselweid. Bild: zvg

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Im Tessin herrschte in den letzten Wochen Smogalarm. Mit Temporeduktionen auf der Autobahn und Gratis-ÖV-Angeboten versuchte die Regierung, dem Smog Herr zu werden, was aber erst ein Wetterumschwung schaffte. Der Smog besteht dieser Tage im wesentlichen aus Feinstaub, und der ist eine Folge von Heizungen, zu viel Verkehr und im Tessin auch eine Folge der Nachbarschaft mit Italien. Oberitalien gilt als lufthygienische Problemzone. In Saronno etwa, zwischen Mailand und Chiasso gelegen, wurden Werte bis zu 254 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft gemessen, in Chaisso über 150, und in Mendrisio weit über 125 Mikrogramm Feinstaub.

Grenzwert überschritten

Und in Winterthur? Hier betrug das Monatsmittel im Januar 25 Mikrogramm pro Kubikmeter, die absolute Spitze lag bei 95 , und vier Mal lag der 24-Stunden-Mittelwert über 50 Mikrogramm pro Kubik. Dieser Grenzwert der Luftreinhalteverordnung dürfte gemäss Gesetz eigentlich nur einmal pro Jahr überschritten werden. «Vier Überschreitungen, das ist sehr viel, im ganzen letzten Jahr passierte das nur einmal», sagt Josef Hunkeler, der Bereichsleiter Umwelt- und Gesundheitsschutz bei der Stadt.

Holzstapel oben anzünden

Laut Hunkeler sind auch in Winterthur nach wie vor der Verkehr und die Heizungen hauptverantwortlich für die zu hohe Feinstaub-Konzentration. Winterthur habe im Vergleich überdurschschnittlich viele Holzheizungen. «Falsches Anfeuern, wie man es früher in der Pfadi gelernt hat, kann sehr viel Feinstaub produzieren», sagt Hunkeler und hat ein Rezept dagegen: Der so genannte obere Abbrand senke den Feinstaub markant. Merke also: Umweltbewusste zünden jeden Holzstapel oben an.

Dass die Feinstaub-Konzentration im Januar dopplet so hoch war wie im Januar 2016, hatte vor allem mit der stabilen Wetterlage zu tun. Der Deckel lag schwer über dem Mittelland, und keine Front blies den Feinstaub weg: Das liess die Werte explodieren.

Seit Januar stehen in Winterthur zwei Stationen zur Verfügung, um die Luftqualität zu messen — nicht nur Feinstaub, sondern auch Ozon (den Problemstoff im Sommer), Stickoxide und weitere Schadstoffe. Zur Messtation in Veltheim hinzu hat der Kanton für eine spezielle Messreihe eine zweite an verkehrsreicher Lage installiert: an der Kreuzung Tösstal-/St.Galler-/General-Guisan-Strasse. Damit will man laut Mitteilung «ein besseres Verständnis über die Stickoxid-Belastung an innerstädtischen Standorten» erreichen. Betrieben wird die zweite Station vom Immissionsmessnetz Ostluft. Unter www.ostluft.ch können jederzeit die aktuellen und frühere Messwerte abgerufen werden. (mgm)

Erstellt: 07.02.2017, 17:12 Uhr

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